Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.06.2011

17:04 Uhr

Schuldenkrise

IWF warnt zaudernde Griechen-Retter vor Crash

Das zögerliche Handeln der Politik in der Griechenland-Krise hat den IWF aufgeschreckt. Der Fonds hält die aufgeschobene Lösung für Athen für gefährlich. Stecken sich auch Kernländer der Eurozone an?

Griechen-Retter unter sich: Der Präsident der Euro-Gruppe Jean-Claude Junker (li.) und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in Luxemburg im Rahmen eines Treffens der EU-Finanzminister zum Europäischen Stabilitätsmechanismus. Quelle: dpa

Griechen-Retter unter sich: Der Präsident der Euro-Gruppe Jean-Claude Junker (li.) und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in Luxemburg im Rahmen eines Treffens der EU-Finanzminister zum Europäischen Stabilitätsmechanismus.

Berlin/WashingtonDer IWF dringt auf ein rasches Ende der Diskussion über eine Umschuldung von Krisenländern wie Griechenland. „Es wird entscheidend sein, die unproduktive Debatte über eine sanfte oder harte Umschuldung schnell zu beenden“, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Sonderbericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Euro-Zone. Zudem müsse der Eindruck vermieden werden, als würden Finanzhilfen unter dem geplanten neuen dauerhaften Euro-Rettungsmechanismus ESM an die Voraussetzung einer Umschuldung gekoppelt.

Zugleich warnte der Fonds in dramatischen Formulierungen vor den Ansteckungsgefahren der Krisen in EU-Randländern wie Griechenland auf die Weltwirtschaft. „Angesichts der tiefen fiskalpolitischen und finanziellen Verflechtungen könnte ein Misserfolg beim Bemühen, entschiedene Anti-Krisenmaßnahmen zu ergreifen, schnell auf die Kernländer der Euro-Gruppe übergreifen und auch große weltweite Ansteckungswirkungen auslösen“, heißt es in dem Bericht.

Notwendig sei daher in der aktuellen Lage ein starkes politisches Handeln der betroffenen Krisenländer in Europa. Flankiert werden müsse das von einem wirklich verbindlichen Hilfsansatz der anderen Euro-Länder. Dabei ständen die politisch Handelnden vor der Schwierigkeit, dass erhebliche Unsicherheit über den Ausgang der Krisenbekämpfung bestehe.

Mit Blick auf Griechenland und andere Krisenländer in der Euro-Zone forderte der IWF von dem Betroffenen die verbindliche Zusicherung, wirtschaftliche Anpassungsprogramme voranzutreiben. Gemeint sind sowohl Strukturreformen, die Öffnung für mehr Wettbewerb, Privatisierungen von Staatsbetrieben aber auch weitere finanzielle Hilfen von anderen Mitgliedern der Eurozone. Eine schnelle Implementierung der EFSF, der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität, würde das nötige Signal aussenden, das die Mitglieder der Euro-Zone bereit seien, „alles zu tun, was erforderlich ist“, um die Stabilität der Eurozone zu sichern. Es seien weitere Finanzhilfen der Euro-Länder nötig.

Kommentare (11)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Prenden

20.06.2011, 16:46 Uhr

Stop, seit 2008 wurde nichts gegen solche Krisen unternommen. Ich höre immer nur dasselbe, am besten noch "Alternativlos/Verflechtungen usw.". Die EU ist endgültig gestorben. Last uns wieder ein schönes Europa werden.

Account gelöscht!

20.06.2011, 16:55 Uhr

.
Ich fände so eine Krise garnicht so schlecht,
dann wüsste der Westen schon jetzt, was die Stunde demnächst schlagen wird.

Aber eine gute Sache hat das ganze, jedes aufgeschobene Jahr wird den Ruin dieses Packs umso gründlichder von statten gehen lassen.
.

Account gelöscht!

20.06.2011, 17:08 Uhr

.
Also, strengt euch an bei eurer gegenseitigen Rettung !
.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×