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06.09.2013

14:16 Uhr

Schwache Geschäfte

Deutsche Exporte überraschend gesunken

Trotz großer Hoffnungen schwächelt die deutsche Exportwirtschaft. Der Euroraum kann keine Impulse liefern, und auch auf den Weltmärkten herrscht Verunsicherung. Doch das Jahr ist noch nicht zu Ende.

Die deutschen Exporte stagnieren: Mit minus 1,0 Prozent entwickelten sich vor allem die Lieferungen in sogenannte Drittländer schwach, auch die Ausfuhren in die Eurozone sanken um 0,7 Prozent. dpa

Die deutschen Exporte stagnieren: Mit minus 1,0 Prozent entwickelten sich vor allem die Lieferungen in sogenannte Drittländer schwach, auch die Ausfuhren in die Eurozone sanken um 0,7 Prozent.

WiesbadenDer erhoffte Aufwind für Deutschlands Exportwirtschaft lässt weiter auf sich warten: Im Juli belastete vor allem das schwache Geschäft in Übersee die deutschen Exporteure überraschend stark. Doch auch der kriselnde Euroraum kauft weniger Waren „Made in Germany“ als im Vorjahr.

Gegenüber dem Vormonat gingen die Ausfuhren im Juli saisonbereinigt um 1,1 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Plus von 0,7 Prozent gerechnet. Die Einfuhren stiegen um 0,5 Prozent.

Im Jahresvergleich stagnierten die deutschen Exporte. Mit minus 1,0 Prozent entwickelten sich vor allem die Lieferungen in sogenannte Drittländer schwach, auch die Ausfuhren in die Eurozone sanken um 0,7 Prozent. Positiv entwickelte sich allein der Handel mit EU-Ländern, die nicht der Währungsunion angehören: Die Exporte dorthin lagen im Juli 3,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Die Importe stiegen im Jahresvergleich insgesamt um 0,9 Prozent.

Die neuen Wachstumsmärkte der deutschen Exporteure

Malaysia

Fast fünf Prozent Wachstum jährlich werden dem aufstrebenden Land bis 2025 vorausgesagt. Im gleichen Zeitraum könnte sich das Bruttoinlandsprodukt verdoppeln. Ein Grund dafür ist die wachsende Wettbewerbsfähigkeit. Im internationalen Standort-Vergleich des World Economic Forum belegt Malaysia Platz 25, knapp hinter Deutschlands wichtigstem Handelspartner Frankreich (21), aber noch vor China (29) und Italien (42). "Malaysia ist eine der offensten Volkswirtschaften der Welt", lobt das Prognos-Institut.

Indonesien

Das muslimisch geprägte Land lockt mit einem riesigen Binnenmarkt: Indonesien ist gemessen an der Bevölkerung die Nummer vier der Welt. 240 Millionen Einwohner leben hier. Bis 2060 wird Indonesien zur sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt aufrücken und Deutschland überholen, sagt die Industriestaaten-Organisation OECD voraus. "Das rohstoff- und bevölkerungsreiche Land wird 2012 und 2013 um mehr als sechs Prozent wachsen", prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Die Wirtschaft des Inselreichs profitiert von niedrigen Zinsen und einer niedrigen Inflation."

Kolumbien

Reiche Rohstoffvorkommen von Kohle über Öl und Gold bis zu Seltenen Erden, die Öffnung der Volkswirtschaft und nicht zuletzt eine deutlich verbesserte Sicherheitslage durch die Friedensgespräche mit den marxistischen FARC-Rebellen lassen auch hier ein jährliches Wirtschaftswachstum um die fünf Prozent erwarten. Für die Weltbank zählt Kolumbien zur Spitzengruppe in den lateinamerikanischen Staaten, wenn es um den Schutz geistigen Eigentums und Regulierung geht. "Das Land wird damit für ausländische Investoren interessanter", so der DIHK. Zusätzliche Impulse kommen von dem in Kraft getretenen Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Der DIHK hält deshalb sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten Steigerungsraten von mehr als 20 Prozent für möglich.

Peru

Noch mehr Wachstum wird Peru vorausgesagt: Sechs Prozent kann die Wirtschaftsleistung dort pro Jahr zulegen. Auch Peru hat ein Freihandelsabkommen mit der EU unterzeichnet und verfügt über viele Rohstoffe. Der DIHK hält deshalb ein Ausweitung des Handels um mehr als 20 Prozent für möglich. Besonders gefragt sein dürften Fahrzeuge. Dieser Markt lockt dem Prognos-Institut zufolge mit jährlichen Steigerungsraten von sieben Prozent.

Tunesien

Das World Economic Forum hält Tunesien, wo der arabische Frühling begann, für das wettbewerbsfähigste Land Afrikas. "Zu den größten Pluspunkten gehören die geografische Nähe zu Europa, eine belastbare Infrastruktur sowie die günstigen Lohnkosten", betont das Prognos-Institut. "Das Bildungssystem ist im regionalen Vergleich gut ausgebaut. Zudem haben zahlreiche Tunesier im Ausland studiert."

Vietnam

Schon jetzt zählt das asiatische Land mehr Einwohner als Deutschland, 2025 sollen es fast 100 Millionen sein. "Die konsumfreudige und zunehmend kaufkräftige Bevölkerung verspricht ein gewaltiges Absatzpotenzial: In kaum einem anderen Land Asiens wächst die Mittelschicht schneller als in Vietnam", so das Prognos-Institut. Mehr als sechs Prozent jährlich soll das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Vietnam verfügt über unzählige billige Arbeitskräfte. Viele Unternehmen haben ihre Produktion deshalb schon aus dem teurer werdenden China in das Nachbarland verlagert.

„Im Außenhandel nichts Neues. Es fehlt der Schwung, so verharren die Ausfuhren auf einem hohen Niveau“, sagte der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Anton Börner, am Freitag. Die anhaltende Unsicherheit auf den Weltmärkten lähme Entscheidungen und damit das Geschäft: „So trägt beispielsweise die aktuelle Krise in Syrien mit den Auswirkungen auf den Ölpreis seinen Anteil an der weltweiten Verunsicherung.“

Von Januar bis Juli verfehlten die deutschen Exporte ihren Vorjahreswert um 0,5 Prozent.

Kommentare (2)

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Observer

06.09.2013, 14:55 Uhr

Einfach nur noch Lächerlich! Wieder mal total überrascht!
Gutes Theater funktioniert anders, hier handelt es sich ausschließlich um dilettantische Laienspielgruppen!

Rechner

06.09.2013, 23:01 Uhr

O-Ton Buddhistisches Standesamt
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Deutsche Exporte überraschend gesunken
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Juhu!

Der Aufbau von Auslandsguthaben, deren Einbringlichkeit als nicht immer gesichert gelten kann, hat nachgelassen.

Der finanzielle Abdruck dieser Entwicklung ist ein weiterer Rückgang der Target2-Guthaben der Deutschen Bundesbank auf nunmehr 573,628 Mrd nach 576,469 Mrd im Vormonat und 751,449 Mrd im gleichen Vorjahresmonats.

Wir erlauben uns den Schluß, daß die steigende Konkurrenzfähigkeit von Spanien, Italien und Portugal auf Drittmärkten wie auf den jeweiligen Heimatmärkten dabei eine wichtige Rolle spielt.

Was man ja auch den Verbesserungen der Leistungsbilanzen dieser Länder entnehmen kann.

...

Draghi und die freie Marktwirtschaft machen's richtig.

AfD spinnt.

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