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17.02.2004

10:36 Uhr

Schwache Investitionsbereitschaft

DIHK: Wirtschaft kommt langsam in Tritt

Die Erholung der deutschen Wirtschaft kommt nach Einschätzung des DIHK langsam voran. Weiter schwach blieben aber Beschäftigung und Investitionen. „Zwar zeigt sich die deutsche Konjunktur noch nicht solide, bewegt sich jedoch wieder auf festerem Grund“, teilte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zu seiner am Dienstag in Berlin veröffentlichten Frühjahrsumfrage unter mehr als 25 000 Unternehmen mit.

HB BERLIN. „Die konjunkturelle Erholung ist da“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben laut Redetext bei der Vorstellung der Frühjahrsumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) unter mehr als 25 000 Unternehmen. „Der Motor ist der Export - trotz der bremsenden Wirkung der Euro-Aufwertung.“ Die Investition, die Beschäftigung und damit auch der Konsum blieben aber die Schwachstellen der deutschen Konjunktur. Für die Gesamtwirtschaft rechnet der DIHK weiter mit einem Wachstum von bis zu zwei Prozent in diesem Jahr.

Das deutlich verbesserte Stimmungsbild der Firmen wird dem DIHK zufolge nicht mehr ausschließlich von der positiven Lageeinschätzung der Exportbranchen geprägt. „Die Geschäftserwartungen der Unternehmen zeigen zu Jahresbeginn 2004 erstmals nach drei Jahren wieder ein nennenswertes Wachstum der Wirtschaft an.“ Dafür seien vor allem starke außenwirtschaftliche Impulse verantwortlich. Im Jahresverlauf dürften sich dämpfende Effekte des starken Euro in den Exportmengen niederschlagen, hieß es zum Ergebnis der Umfrage.

Bei der Investitionsneigung der Unternehmen gibt es nach DIHK-Auffassung ein „zaghaftes Lebenszeichen“. Im Vergleich zu vorigen Erholungsphasen sei das Wachstum aber moderat.

Die bessere Stimmung aus der Exportbranche erreicht der Umfrage zufolge auch Zulieferer der Industrie und Dienstleistungsparten. Weiter verhalten entwickele sich jedoch der Einzelhandel. Beim Export erwartet der DIHK für 2004 einen deutlichen Zuwachs, nachdem die Ausfuhren im vergangenen Jahr nur um 1,6 % und damit weniger als im Schnitt der vergangenen Jahre von rund sechs Prozent gestiegen waren. „Derzeit gewichten die Unternehmen den Sog der Auslandsnachfrage stärker als währungsbedingte Wettbewerbsnachteile durch den gestiegenen Euro“, erklärte der DIHK.

Im Jahresverlauf sei allerdings mit Effekten des starken Euro zu rechnen. „Denn die sich noch im vergangenen Herbst abzeichnende Exporteuphorie hat durch die rasche Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar bei den Unternehmen zuletzt Dämpfer erhalten.“ Noch profitierten viele Exporteure von Lieferverträgen, die 2003 mit einem niedriger bewerteten Euro abgeschlossen worden seien. Auch seien derzeit noch Kurssicherungsgeschäft aus dem vergangenen Jahr wirksam. Ferner böte der starke Euro auf der Importseite auch Kostenvorteile.

Die Impulse steigender Investitionen für die Gesamtwirtschaft bleiben nach DIHK-Einschätzung gering. „Die Investitionsnachfrage ist im laufenden Jahr kein Motor der Konjunktur, sondern Mitläufer.“ Auch vom Arbeitsmarkt versprechen sich die Firmen vorerst kaum entlastende Wirkung. „Die Beschäftigungsabsichten der Unternehmen für das laufende Jahr quälen sich allenfalls in Trippelschritten nach oben.“

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