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02.12.2014

19:42 Uhr

Schwache Konjunktur

Bundesbank schraubt Wachstumsprognose zurück

„Etwas vorsichtiger ansetzen“ will die Bundesbank ihre Wachstumserwartungen – was nichts anderes heißt, als das diese nach unten geschraubt werden. Anzeichen für eine rezessive Entwicklung gäbe es aber nicht.

Bundesbank-Chef Jens Weidmann korrigiert die Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft nach unten. Anzeichen für eine Rezession sieht er aber nicht. Reuters

Bundesbank-Chef Jens Weidmann korrigiert die Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft nach unten. Anzeichen für eine Rezession sieht er aber nicht.

BerlinDie Bundesbank wird ihre Wachstumserwartungen für die deutsche Wirtschaft nach den Worten ihres Präsidenten Jens Weidmann nach unten schrauben. Weidmann sagte am Dienstag nach einer Sitzung des deutsch-französischen Finanz- und Wirtschaftsrates in Berlin, die Zentralbank werde ihre Prognose Ende der Woche entsprechend dem durchwachsenen Konjunkturbild „etwas vorsichtiger ansetzen“.

Bisher ging die Bundesbank davon aus, dass das deutsche BIP in diesem Jahr um 1,9 Prozent und im kommenden Jahr um 2,0 Prozent zulegen würde.

Für und Wider staatlicher Konjunkturprogramme

Weltweite Krisen...

... und sozialpolitische Weichenstellungen der Bundesregierung haben nach Einschätzung von Ökonomen die deutsche Wirtschaft ausgebremst. Auf der IWF-Jahrestagung ist die weltweit lahmende Konjunktur eines der wichtigsten Themen. Soll der Staat bei uns oder anderswo mehr investieren, um gegenzusteuern?

Pro: Mehr Aufträge

Mehr öffentliches Geld etwa für die Sanierung maroder Straßen, den Ausbau moderner Datennetze oder die Energiewende würden Bauwirtschaft und Handwerk Aufträge verschaffen. Das sichert auch Arbeitsplätze.

Pro: Mehr Konsum

Der Staat könnte Steuern und Abgaben senken, damit Haushalte und Unternehmen mehr konsumieren und investieren.

Pro: Mögliche Initialzündung

Idealerweise wird ein staatlicher Investitionsschub zur Initialzündung für die gesamte Konjunktur und bringt den Wachstumsmotor in Schwung.

Contra: „Konjunkturelle Strohfeuer“

Ein Mehr an staatlichen Investitionen ist keine Gewähr für dauerhaftes Wachstum. Kritiker sprechen von „konjunkturellen Strohfeuern“.

Contra: Staat holt Geld an anderer Stelle

Gibt der Staat an einer Stelle mehr Geld aus, muss er dies an anderer Stelle wieder reinholen. Schließlich will die Bundesregierung schon 2015 möglichst keine neuen Schulden machen.

Contra: Steigende Kreditzinsen

Staatliche Konjunkturprogramme können sogar nach hinten losgehen: Die Aussicht auf einen Anstieg des Staatsdefizits könnte die Kreditzinsen steigen lassen und so private Investitionen vermindern.

Weidmann sagte, trotz einer sehr gemischten Indikatorenlage sehe die Bundesbank keine Anzeichen für eine rezessive Entwicklung. Die expansive Geldpolitik der EZB stütze die konjunkturelle Entwicklung. Zudem wirke der Verfall der Ölpreise wie ein Mini-Konjunkturprogramm.

Zugleich warnte er, die Geldpolitik könne Strukturprobleme im Währungsraum nicht beheben, dafür seien Strukturreformen und ein glaubwürdiger Kurs zur Haushaltskonsolidierung notwendig.

Scharfe Kritik an Koalitionspolitik

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rtr

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