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28.06.2012

12:44 Uhr

Schwaches Wachstum

Euro-Krise trifft Deutschland hart

Das deutsche Wachstum wird immer langsamer, sagen Wirtschaftsforscher des Ifo-Instituts und des IMK. Vor allem im Sommer dürften die Unternehmen Probleme bekommen. Das Damokles-Schwert heißt Euro-Krise.

Container-Terminal in Hamburg: Die Konjunktur kühlt im Sommer ab. dpa

Container-Terminal in Hamburg: Die Konjunktur kühlt im Sommer ab.

München/BerlinIfo-Präsident Hans-Werner Sinn hat vor unabsehbaren Folgen im Falle einer Vergemeinschaftung der ausufernden Schulden in Europa gewarnt. Würden alle Schulden in einem Topf geworfen und wäre nicht mehr jedes Land für seine Verbindlichkeiten verantwortlich, wäre auch schnell die Top-Bonität Deutschlands in Gefahr, sagte Sinn am Donnerstag in München. „Dann würden wir in den Strudel hereingezogen. Der Untergang Europas ist dann ziemlich sicher.“ Insofern müssten unbedingt Anreize zu einer noch höheren Verschuldung vermieden werden, unterstützte Sinn den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Merkel habe sich in diesem Punkt ungewöhnlich deutlich festgelegt und könne daher beim anstehenden EU-Gipfel keine Abstriche machen.

„Der Euro sollte gehalten werden, aber nicht mit allen Ländern“, ergänzte der Ifo-Präsident. Krisen-Staaten wie Griechenland, womöglich aber auch Spanien mit seiner extrem hohen Arbeitslosigkeit, müssten eine Chance zur Gesundung bekommen, was innerhalb des gemeinsamen Währungsraumes nicht funktioniere. Daher müssten sie in einer Art Reha-Phase temporär ausscheiden, um bei den Löhnen und Preisen wieder wettbewerbsfähig zu werden: „Austreten, abwerten und wieder rein“, müsse das Motto lauten.

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Sinn warnte auch davor, die Verantwortung für die Banken auf europäische Ebene zu hieven, wie es derzeit in der EU diskutiert wird. Auch hier dürften die Lasten nicht sozialisiert werden. Schließlich seien die Verbindlichkeiten der Geldhäuser in etwa drei Mal so groß wie die Staatsschulden in Europa. „Das geht letztlich zulasten der Steuerzahler.“ Die betroffenen Institute im Süden Europas müssten selbst zusammen mit ihren Eigentümern für faule Kredite und die dadurch nötigen Abschreibungen aufkommen. „Da führt kein Weg dran vorbei. Das sind Summen, die unsere Fähigkeiten übersteigen.“

Die Krise ist auch das größte Risiko für die ansonsten ordentlich laufende Konjunktur in Deutschland. „Sie hört einfach nicht auf“, so Sinn. Allerdings profitiere Deutschland davon, als sicherer Hafen wahrgenommen zu werden und so Investitionen anzulocken. Das Bruttoinlandsprodukt wird sich den Ifo-Forschern zufolge dieses Jahr nur noch 0,7 (2011: drei) Prozent zulegen. 2013 soll das Wachstum dann auf 1,3 Prozent anziehen.

Die Impulse dürften vom Konsum und den Bau-Investitionen kommen, weniger von den Exporten, sagte Ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen. „Wir haben keine großen Probleme im Inland.“ Die Zahl der Arbeitslosen werde auf gut 2,8 Millionen fallen; 2011 waren es noch fast drei Millionen. Entsprechend gut seien die Einkommensperspektiven. Verbraucher profitierten zudem von den sehr niedrigen Zinsen, Unternehmen von der wenig restriktiven Kreditvergabe der Banken. Dafür habe es der Export schwerer, vor allem weil es Italien und Spanien schlechtgehe und die Euro-Zone 2012 in der Rezession feststecke und auch 2013 nur stagnieren werde. Etwas höhere Wachstumsraten seien derweil wieder in China und den USA zu erwarten. Impulse für den Export dürften primär aus Asien und Lateinamerika kommen.

Kommentare (19)

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Account gelöscht!

28.06.2012, 11:33 Uhr

Ich werde jetzt mal radikal und zynsich:
Das deutsche Wachstum muß zusammenbrechen, es muß mind. 2 Mio Arbeitslose geben und dann kommt der deutsche Michl endlich mal von seinem Sofa hoch und dieser ganze Euro-Dreck und das kriminelel Brüssel wrden beendet zum Wohle der Menschen.
Daach geht es uns wieder besser

Account gelöscht!

28.06.2012, 13:18 Uhr

Ich denke auch dass hier erst etwas heftig schlimmes passieren muss damit sich die Menschen endlich aus diesen Politketten befreien. Mit Demokratie hat Germany nichts mehr am Hut, das ist sicher. Das volk hat nichts mehr zu melden und wird gnadenlos ausgesaugt und für dumm verkauft.

DerMatze

28.06.2012, 13:22 Uhr

Ich denke dass hier übertrieben wird. Wenig Wachstum ist immer noch besser als gar kein Wachstum. Außerdem gab es in Deutschland noch nie so wenig Arbeitslose wie heute und das haben wir auch dem Euro zu verdanken.

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