Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.04.2011

16:37 Uhr

Schwaches Wachstum

Steigende Preise bremsen das US-Wachstum

Der harte Winter und höhere Preise für Lebensmittel und Kraftstoffe haben die US-Wirtschaft im ersten Quartal belastet. Die Wachstumszahlen fallen schwächer aus als von Analysten erwartet.

Die Aussichten für das US-Wachstum sind düster. Quelle: Reuters

Die Aussichten für das US-Wachstum sind düster.

WashingtonDer harte Winter und steigende Preise für Energie sowie Lebensmittel haben der US-Wirtschaft zu Jahresbeginn einen Dämpfer verpasst. Die Wirtschaftsleistung legte nicht so stark zu wie erwartet, wie das Handelsministerium am Donnerstag nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Vor allem der Konsum litt unter der anziehenden Inflation. Experten rechnen nicht damit, dass die US-Wirtschaft wieder in eine Schwächephase zurückfällt. Dennoch dürfte das Wachstum noch längere Zeit schwach bleiben, sagte Scott Brown, Chefvolkswirt bei Raymond James. Der Dollar setzte seine Talfahrt fort, die Daten belasteten auch die US-Aktienmärkte.

Mit einem aufs Jahr hochgerechneten Plus von 1,8 Prozent legte die weltweit größte Volkswirtschaft nicht so stark zu wie erwartet. Noch zum Jahresende 2010 lag das Wachstum bei 3,1 Prozent. „Wir haben eine schwache Stelle zu Jahresbeginn erwischt, aber das sollte vorübergehend sein, weil das Wetter die Wirtschaft belastet hat und wir den Spritpreisanstieg zum Ende des Quartals hatten“, sagte Ryan Sweet von Moody's Analytics. Die US-Notenbank Fed rechnet für das laufende Jahr mit einem Wachstum von 3,1 bis 3,3 Prozent und ist damit nicht mehr so optimistisch wie noch im Januar. An ihrer ultralockeren Geldpolitik wollen die Notenbanker daher festhalten.

Doch die Inflation zieht an und bremst den Konsum, der etwa 70 Prozent zur Wirtschaftsleistung beisteuert. Der PCE-Preisindex stieg so stark wie seit Sommer 2008 nicht mehr.

Er legte um 3,8 Prozent zu, zum Jahresende 2010 waren es noch lediglich 1,7 Prozent. Auch Notenbankchef Ben Bernanke verwies in der ersten Pressekonferenz der Fed seit ihrer Gründung vor 97 Jahren auf die gestiegenen Kraftstoffpreise, die den Verbrauchern Kaufkraft entzögen. Dennoch sei nicht mit einem dauerhaften Anstieg der Preise zu rechnen, sagte er.

Entlastung für den Verbrauch dürfte dagegen vom Arbeitsmarkt kommen: Im März ging die Arbeitslosenquote auf 8,8 Prozent zurück, sie ist damit so niedrig wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Erholung ist aber wacklig, und in der vergangenen Woche meldeten sich überraschend deutlich mehr Menschen erstmals arbeitslos. Dabei dürften die Osterfeiertage eine Rolle gespielt haben, erklärte das Arbeitsministerium. „Die Jobmaschine ist immer noch schwach“, sagte Raymond James-Experte Brown. „Wir haben immer noch einen weiten Weg vor uns.“ Die hohe Arbeitslosigkeit drückt auf die Stimmung im Land: Mehr als die Hälfte der US-Amerikaner gaben in einer Gallup-Umfrage an, die USA befänden sich in einer Rezession oder Depression, obwohl die Wirtschaftsleistung seit längerer Zeit wieder wächst. Die Wirtschaftspolitik dürfte bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr eine dominierende Rolle spielen, wenn sich Barack Obama zum zweiten Mal den Wählern stellt.

Trotz des niedrigen Dollar-Kurses kommt die Exportwirtschaft in den USA kaum in Schwung. Zum Jahresauftakt legten die Exporte deutlich schwächer zu als noch zum Jahresende. Ein steigendes Außenhandelsdefizit belastet das Wachstum, weil ein immer höherer Teil der US-Nachfrage von Herstellern im Ausland befriedigt wird. Zugleich ist ein kräftiger Importanstieg aber ein Zeichen, dass die Binnennachfrage gut läuft.

Gestützt wurde das Wachstum dagegen vom wieder stärkeren Lageraufbau der Unternehmen. Allein das trug 0,93 Prozentpunkte zum Plus bei. Rechnet man diesen Effekt dagegen heraus, legte die US-Wirtschaft zu Jahresbeginn hochgerechnet nur um 0,8 Prozent zu. Das Wachstum in den USA fällt damit deutlich schwächer aus als etwa in Deutschland: Hier werden die Daten für das Wachstum im ersten Quartal am 13. Mai vorgelegt. Von Reuters befragte Analysten gehen von einem Plus von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorquartal aus - hochgerechnet auf das Gesamtjahr wären es rund dreieinhalb Prozent.

Von

rtr

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

FranzK

28.04.2011, 16:02 Uhr

Überraschend.....so ein dummes blabla !

Schafgefluester

28.04.2011, 16:53 Uhr

Steigende Preise.......wo kommen die wohl her ???????
Amerika versucht die Welt zu inflationieren......aber was hat das mit steigenden Preisen zu tun fragt ein Schaf das Andere.......

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×