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21.08.2014

10:02 Uhr

Schwächelnde Konjunktur

Chinas Industrie wächst kaum

Das Wachstum der Industrie Chinas kommt beinahe zum Erliegen. Die zweitgrößte Volkswirtschaft schwächelt, Japan dagegen legt zu. Doch Ökonomen sind sich sicher: Chinas Regierung wird der Konjunktur nachhelfen.

Endabnahme eines BMW in Shenyang-Tiexi. Chinas Industrie schwächelte im August. Japans Produktion legte dagegen deutlich zu. dpa

Endabnahme eines BMW in Shenyang-Tiexi. Chinas Industrie schwächelte im August. Japans Produktion legte dagegen deutlich zu.

Peking/TokioErneuter Dämpfer für die chinesische Industrie: Ihr Wachstum kam im August nahezu zum Erliegen. Der Einkaufsmanagerindex fiel überraschend deutlich um 1,4 auf 50,3 Punkte, wie die Großbank HSBC und das Markit-Institut am Donnerstag zu ihrer Unternehmensumfrage mitteilten. Das ist der schlechteste Wert seit drei Monaten. Experten hatten mit 51,5 Punkten gerechnet. Das Barometer hielt sich damit nur knapp über der Marke von 50 Zählern, die ein Wachstum zum Vormonat signalisiert.

Wir erwarten kein dramatisches Nachlassen der Konjunkturdynamik“, sagte Ökonom Julian Evans-Pritchard von Capital Economics. „Stattdessen dürfte die Regierung ihre Politik der Feinjustierung fortsetzen, um das Wachstum in den kommenden Monaten nicht zu stark abrutschen zu lassen.“

Die fünf großen Gefahren für Chinas Wirtschaftswachstum

Immobilienblase

Seit Jahren schießen die Immobilienpreise in Chinas Großstädten in ungeahnte Höhen - seit Monaten mehren sich jedoch Zeichen für einen Kollaps.

Schattenbanken

Neben den trägen Staatsbanken hat sich in China ein großer Markt von nicht-registrierten Geldinstituten etabliert, die der Staat bislang nicht kontrollieren kann.

Faule Kredite

Banken haben ohne genaue Prüfung Firmen immense Kredite für unproduktive und verschwenderische Investitionen gegeben.

Überkapazitäten

Mit Subventionen der Regierung haben viele Branchen gewaltige Überkapazitäten aufgebaut, beispielsweise die Solarindustrie. Aber sie werden ihre Produkte nicht los.

Internationale Krisen

Chinas Wirtschaft hängt vom Export ab. Geraten wichtige Abnehmerländer in Krisen, hat auch China Probleme.

Im zweiten Quartal war die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt um 7,5 Prozent gewachsen - exakt so schnell wie es die Regierung als Ziel für das Gesamtjahr ausgegeben hat. „Es wird definitiv neue Maßnahmen geben“, sagte auch Volkswirt Zhu Qibing von Minzu Securities. Bislang hat die Regierung beispielsweise Investitionen in die Infrastruktur vorgezogen, während die Zentralbank von kleineren Kreditinstituten weniger Reserven verlangt, damit diese mehr Darlehen vergeben können.

In Japan legte die Industrie hingegen im August einen Zahn zu. Hier kletterte der Einkaufsmanagerindex um 1,9 auf 52,4 Zähler, wie Markit mitteilte. Das ist der beste Wert seit März. Danach sorgte die Anhebung der Mehrwertsteuer für einen Wachstumseinbruch der drittgrößten Volkswirtschaft. Die Industriedaten lassen aber auf ein Comeback im Sommer hoffen.

Von

rtr

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