Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.11.2014

11:57 Uhr

Schwächeres Wachstum

China und Russland bremsen deutsche Wirtschaft

Schlechter als erwartet: Die OECD schätzt, dass die deutsche Wirtschaft mit einem Plus von 1,1 Prozent nur halb so stark wachsen könnte, wie zuletzt erwartet. Die Experten haben klare Forderungen an die Bundesregierung.

Die deutsche Wirtschaft wird sich langsamer drehen – das glauben die Experten der Industriestaatenorganisation OECD. dpa

Die deutsche Wirtschaft wird sich langsamer drehen – das glauben die Experten der Industriestaatenorganisation OECD.

ParisDie OECD hat ihre Wachstumsprognose für Deutschland deutlich nach unten korrigiert. Für 2015 rechnet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nur noch mit 1,1 Prozent mehr beim Bruttoinlandsprodukt für die führende europäische Wirtschaftsnation.

Noch im Mai hatte der Zusammenschluss von 34 Industrieländern mit 2,3 Prozent mehr als den doppelten Wert im kommenden Jahr für Deutschland berechnet. Als Gründe nannten OECD-Experten am Dienstag in Paris kriselnde EU-Handelspartner, eine sinkende Investitionsnachfrage in China. Die Importnachfrage aus China habe ebenso nachgelassen, die Exporte nach Russland seien gar „drastisch“ gesunken. OECD-weit soll die Wirtschaft 2015 um 2,3 Prozent wachsen

Angesichts der hohen Risiken für die ohnehin schwache Konjunktur fordert die OECD die Bundesregierung zu mehr Investitionen auf. „Die wachstumsfördernden Maßnahmen sollten weiter erhöht werden“, so die Experten. Konkret schweben ihnen höhere Ausgaben für die Infrastruktur, den Ausbau der Kinderbetreuung und das Bildungssystem vor. „Diese würden das Wachstum auf kurze Sicht ankurbeln und - über eine Zunahme der Importe - für positive Effekte auf den Euro-Raum sorgen.“

Das sind die wichtigsten Handelspartner Deutschlands

Platz 10 – Russland

Export von Waren im Wert von: 35,8 Milliarden Euro

Platz 9 – Belgien

Export von Waren im Wert von: 42,44 Milliarden Euro

Platz 8 – Polen

Export von Waren im Wert von: 42,47 Milliarden Euro

Platz 7 – Italien

Export von Waren im Wert von: 53,25 Milliarden Euro

Platz 6 – Österreich

Export von Waren im Wert von: 56,28 Milliarden Euro

Platz 5 – China

Export von Waren im Wert von: 66,91 Milliarden Euro

Platz 4 – Niederlande

Export von Waren im Wert von: 70,97 Milliarden Euro

Platz 3 – Großbritannien

Export von Waren im Wert von: 75,49 Milliarden Euro

Platz 2 – USA

Export von Waren im Wert von: 89,35Milliarden Euro

Platz 1 – Frankreich

Export von Waren im Wert von: 99,98 Milliarden Euro

alle Angaben für 2013, Quelle: Statista

Der Bundesregierung könne mehr investieren, ohne dabei das Ziel eines schuldenfreien Haushalts („schwarze Null“) im kommenden Jahr zu gefährden. Nicht alles müsse mit Krediten finanziert werden, sagte der Deutschland-Experte der OECD, Christian Kastrop. Außerdem könnten Staatsausgaben umstrukturiert werden.

„Die Abwärtsrisiken sind erheblich“, warnt die OECD. „Stärkere Turbulenzen an den Finanzmärkten und eine Abschwächung der Auslandsnachfrage, insbesondere im Euro-Raum, würden die Exporte und die inländischen Investitionen erheblich schwächen.“ Deutschland sei zudem den geopolitischen Spannungen in Osteuropa „sehr stark ausgesetzt“.

Kommentare (63)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Josef Schmidt

25.11.2014, 12:22 Uhr

Traut sich einer zu sagen wie hoch die wirtschaftlichen Schäden durch die Russlandsanktionen sind ?

Herr Thomas Albers

25.11.2014, 12:23 Uhr

"Deutschland-Experte Kastrop sagte, in „Kernländern“ der Eurozone gebe es bei den Strukturreformen „deutlich mehr zu tun“. Weitere geldpolitische Impulse hält die OECD daher für gerechtfertigt."

Dass der Druck auf die Regierungen durch weitere geldpolitische Impulse zwecks Strukturreformen erhöht werden könnte, halte ich für eine gewagte These. Und dass die im Raum stehenden geldpolitische Maßnahmen hauptsächlich helfen würden, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln würden ebenfalls.

Herr Thomas Albers

25.11.2014, 12:24 Uhr

"Traut sich einer zu sagen wie hoch die wirtschaftlichen Schäden durch die Russlandsanktionen sind ?"

Wollen Sie wieder Geld gegen Gerechtigkeit aufwiegen? ;)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×