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09.01.2010

11:01 Uhr

Schweinegrippe

Schäden für Wirtschaft bislang im Promillebereich

Die Folgen der Schweinegrippe sind für die deutsche Wirtschaft bisher vernachlässigbar. Laut Berechnunegn des Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) bewegen sie sich im Promillebereich. Noch sei es für eine Entwarnung aber zu früh.

RWI-Experte Boris Augurzky: Bislang sind die Schäden für die deutsche Wirtschaft vernachlässigbar. knRWI Essen

RWI-Experte Boris Augurzky: Bislang sind die Schäden für die deutsche Wirtschaft vernachlässigbar.

HB BERLIN. "Die Folgen sind vernachlässigbar", sagte der Gesundheitsexperte des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), Boris Augurzky, am Samstag zu Reuters. "Sie bewegen sich im Promillebereich." Allerdings sei es noch verfrüht, um Entwarnung zu geben. "Der Winter ist noch lang, und eine zweite Ansteckungswelle ist nicht auszuschließen."

Das RWI und der Versicherungskonzern Allianz hatten bei einem schweren Verlauf der Pandemie mit Kosten von bis zu 40 Mrd. Euro gerechnet. Bei einem milden Verlauf mit maximal 15 Mio. Infizierten wären es rund zehn Mrd. Euro. "Aber auch davon sind wir weit entfernt", sagte Augurzky. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts forderte die Schweinegrippe bislang 159 Tote. Rund 200 000 Infektionen wurden gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte aber deutlich darüber liegen, weil die Fälle nicht mehr gemeldet werden müssen.

Der Schaden für die Wirtschaft hält sich auch deshalb in Grenzen, weil viele Unternehmen wegen der Finanzkrise ohnehin nicht ausgelastet sind und kurz arbeiten. "Da fallen Arbeitsausfälle deutlich weniger ins Gewicht als in Boomzeiten", sagte der RWI-Gesundheitsexperte. Außerdem befänden sich unter den Infizierten nicht nur Erwerbstätige, sondern auch viele Kinder und Rentner. Ausgeblieben ist auch eine Massenpanik mit leeren Innenstädten und Geschäften, die den Konsum empfindlich getroffen hätte.

Allerdings drohen dem Gesundheitssystem durch die Schweinegrippe Kosten in Millionenhöhe. Allein die Behandlungskosten in Krankenhäusern schlage mit mehreren hundert Mio. Euro zu Buche, sagte Augurzky. Im schlimmsten Fall droht eine Kostenlawine von bis zu 5,1 Mrd. Euro.

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