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31.07.2015

10:42 Uhr

Schweizerische Nationalbank

Mehr als 50 Milliarden Franken Verlust

Nachdem sie den Mindestwechselkurs des Franken zum Euro Anfang des Jahres aufgehoben hat, fährt die Schweizer Zentralbank herbe Verluste ein. Doch nicht nur die Notenbank leidet unter dem Frankenschock.

Allein der Verlust wegen der ungünstigen Wechselkurse beträgt im ersten Halbjahr 47,2 Milliarden Franken. dpa

Die Schweizerische Nationalbank

Allein der Verlust wegen der ungünstigen Wechselkurse beträgt im ersten Halbjahr 47,2 Milliarden Franken.

ZürichDie Schweizer Zentralbank bezahlt den von ihr ausgelösten Frankenschock teuer. Sie machte im ersten Halbjahr einen Verlust von 50,1 Milliarden Franken (47,5 Milliarden Euro), wie sie am Freitag mitteilte. Die Nationalbank hatte Mitte Januar den Mindestwechselkurs des Franken zum Euro aufgehoben.

„Die danach erfolgte Aufwertung des Franken führte zu wechselkursbedingten Verlusten auf sämtliche Anlagewährungen“, erklärte die Nationalbank. Allein der Verlust wegen der ungünstigen Wechselkurse beträgt demnach 47,2 Milliarden Franken. Der Fall des Goldpreises sorgte für einen Verlust in Höhe von 3,2 Milliarden Franken im ersten Halbjahr.

Gewinn machte die Nationalbank unter anderem mit Erträgen aus Zinsen und Dividenden. Auch die Schweizer Wirtschaft leidet stark unter dem Frankenschock. Die Exporte etwa gingen im ersten Halbjahr um 2,6 Prozent zurück.

Von

afp

Kommentare (3)

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Herr Peter Noack

31.07.2015, 11:57 Uhr

Würde die Deutsche Bundesbank ebenso wie die SNB entsprechend hohe Verluste ausweisen, wenn Deutschland aus dem Euro aussteigen würde, wie manche deutsche Professoren vor dem Verfassungsgericht fordern? Könnten das auch 500 Milliarden Euro oder 1.000 Milliarden neue DM sein? Was meint man denn so in Expertenkreisen?

Frau M Kra

31.07.2015, 13:15 Uhr

Notenbankverluste sind nur insoweit relevant, als sie sich auf die Kreditfähigkeit des Landes auswirken. Das wird bei Deutschland (derzeit) nicht der Fall sein.Die deutsche Einheit hat immerhin auch € 2 Billionen gekostet. Deshalb sind Verluste im Fall eines EURO Austritts nicht wirklich von Bedeutung. Die Überschuldung wird dann mittels einer Ausgleichsforderung gegen den Bund beseitigt. Diese wird auf 30 Jahre zins- und tilgungsfrei gestellt.

Herr Renatus Isenberg

31.07.2015, 14:42 Uhr

Wer wohl hinter dieser einseitigen Meldung steckt? Die SNB hatte starke Verluste durch den Aufkauf von Euro erlitten, als der Franken an den Eurokurs gebunden war. Das zählt plötzlich nicht?
Der Plan von Draghi ist den Euro weiter deutlich abrutschen zu lassen gegen den Dollar, weitere 20%. Es ist unwahrscheinlich, dass die SNB den Franken gegen den Dollar bis auf 1 FCH = 0.80 $ (aktuell 1.03 $) absinken lässt, was etwa dem geplanten Zerfall des Euro auf 0.82$ = 1 € entsprechen würde. Das würde bedeuten, dass der Franken bald mehr Wert sein wird als ein Euro, wenn Draghis Abwertungspläne sich zur Realität entwickeln..

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