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11.04.2014

18:25 Uhr

Schwellenländer

Indiens Wirtschaft schwächelt weiter

Derzeit wird in Indien ein neues Parlament gewählt. Die nächste Regierung steht vor einer Herkulesaufgabe, denn die Wirtschaft des Landes kommt nicht auf die Beine. Das hat auch für deutsche Unternehmen Folgen.

Wahlhelfer überqueren den Subansiri-Fluß im indischen Bundesstaat Assam. In ihren Fahrzeugen transportieren sie elektronische Wahlmaschinen. Die nächste Regierung steht vor einer Herkules-Aufgabe. dpa

Wahlhelfer überqueren den Subansiri-Fluß im indischen Bundesstaat Assam. In ihren Fahrzeugen transportieren sie elektronische Wahlmaschinen. Die nächste Regierung steht vor einer Herkules-Aufgabe.

Neu-DelhiDie Konjunktur in Indien schwächelt weiter. In der drittgrößten Volkswirtschaft Asiens gingen die Exporte im März erneut zurück, das Handelsdefizit weitete sich aus und überraschend sank im Februar auch die Industrieproduktion. Die am Freitag vorgelegten Daten unterstrichen einmal mehr, dass die nächste Regierung vor einer Herkulesaufgabe steht. Die Konjunktur muss dringend angekurbelt werden, um das nach wie vor in weiten Teilen von großer Armut geprägte Indien wieder auf die Erfolgsspur zu bringen. In den vergangenen zwei Jahren hat sich das Wachstum wegen schwacher Investitionen und geringer Kauflaune der Verbraucher auf für Indien vergleichsweise niedrige fünf Prozent halbiert – es ist der größte Rückgang seit den 1980er Jahren.

In Indien wird noch bis zum 12. Mai ein neues Parlament gewählt. Favorit ist Narendra Modi, Spitzenkandidat der oppositionellen nationalistischen Hindu-Partei BJP. Er genießt den Ruf eines unternehmensfreundlichen Reformers und effizienten Verwalters. Allerdings ist der Regierungschef des Bundesstaats Gujarat nicht unumstritten. Kurz nach seinem Amtsantritt tötete dort 2002 ein Hindu-Mob mehr als 1000 Menschen, die meisten von ihnen Muslime. Viele Kritiker im eigenen Land werfen Modi vor, nicht genug gegen die Ausschreitungen unternommen zu haben. Die regierende Kongresspartei der Gandhi-Dynastie jedoch ist nach Auffassung vieler der rund 815 Millionen Wahlberechtigten verantwortlich für Korruption wirtschaftliches Missmanagement.

Die wirtschaftliche Schwäche großer Schwellenländer geht auch an den deutschen Unternehmen nicht spurlos vorbei. Anleger haben in den vergangenen Monaten viele Milliarden aus Staaten wie der Türkei oder eben Indien abgezogen, weshalb die Währungen dort stark an Wert verloren. Das macht deutsche Exportschlager wie Autos und Maschinen teurer.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

11.04.2014, 19:13 Uhr

Indien, Brasilien, Russland, China... alles wichtige Märkte für deutsche Produkte und Investitionsgüter, die sich nicht wie erhofft entwickeln oder wegbrechen. Wird das jetzt den Exporterfolgen der Deutschen endlich ein Ende setzen?

Für Frau Lagarde (IWF) und für Frankreich sind solche Nachrichten sicherlich sehr erfreulich...

Account gelöscht!

11.04.2014, 19:49 Uhr

Aber da Griechenland, Portugal, Spanien etc.ein riesiger
Aufschwung bevorsteht können wir unsere Maschinen dann eben nach Südeuropa verkaufen!(Natürlich mit unserem Geld)

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