Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.02.2015

10:36 Uhr

Schwellenland

Schnelles Wachstum für Indien prognostiziert

Indien will sich nach vorne kämpfen: In einem Wirtschaftsgutachten der Regierung wird ein Wachstum im kommenden Finanzjahr um mehr als acht Prozent vorausgesagt – schneller als China. Kommen dann die „Big Bang“-Reformen?

Bahnstation in einem Vororts von Mumbai: Ministerpräsident Narendra Modi war mit dem Versprechen angetreten, Indien zum Industriestandort auszubauen und jährlich Millionen von Jobs zu schaffen. dpa

Schwellenland?

Bahnstation in einem Vororts von Mumbai: Ministerpräsident Narendra Modi war mit dem Versprechen angetreten, Indien zum Industriestandort auszubauen und jährlich Millionen von Jobs zu schaffen.

Neu DelhiDas aufstrebende Schwellenland Indien will im kommenden Finanzjahr um mehr als acht Prozent und damit schneller als China wachsen. Die zehntgrößte Volkswirtschaft der Welt befinde sich sogar wieder auf dem Weg zu zweistelligen Wachstumszahlen, heißt es in einem am Freitag vorgestellten Wirtschaftsgutachten der Regierung.

Allerdings verwendet Neu Delhi seit einigen Wochen eine neue Berechnungsmethode. Dadurch wurde die Wachstumsrate für das Haushaltsjahr 2013/2014 (31. März) um mehr als zwei Prozent angehoben. Für 2015/2016 gibt die indische Regierung die Losung von 8,1 bis 8,5 Prozent Wachstum aus. Im laufenden Jahr sollen es 7,4 Prozent sein. Chinas Wirtschaft wuchs 2014 nur noch um 7,4 Prozent. Das ist verglichen mit großen Industrieländern immer noch viel, aber hält sich angesichts früherer hoher Raten doch in Grenzen.

In dem Regierungsgutachten heißt es weiter, Indien habe nun Spielraum für „Big Bang“-Reformen. Die Regierung von Ministerpräsident Narendra Modi war im Mai mit dem Versprechen angetreten, Indien zum Industriestandort auszubauen und jährlich Millionen von Jobs zu schaffen.

Die fünf großen Gefahren für Chinas Wirtschaftswachstum

Immobilienblase

Seit Jahren schießen die Immobilienpreise in Chinas Großstädten in ungeahnte Höhen - seit Monaten mehren sich jedoch Zeichen für einen Kollaps.

Schattenbanken

Neben den trägen Staatsbanken hat sich in China ein großer Markt von nicht-registrierten Geldinstituten etabliert, die der Staat bislang nicht kontrollieren kann.

Faule Kredite

Banken haben ohne genaue Prüfung Firmen immense Kredite für unproduktive und verschwenderische Investitionen gegeben.

Überkapazitäten

Mit Subventionen der Regierung haben viele Branchen gewaltige Überkapazitäten aufgebaut, beispielsweise die Solarindustrie. Aber sie werden ihre Produkte nicht los.

Internationale Krisen

Chinas Wirtschaft hängt vom Export ab. Geraten wichtige Abnehmerländer in Krisen, hat auch China Probleme.

Am Samstag wird Finanzminister Arun Jaitley seinen ersten Haushalt vorlegen. Unternehmer hoffen auf die Ankündigung großer Infrastrukturprojekte und einer einheitlichen Mehrwertsteuer. Bislang gibt es unterschiedliche Steuern in den einzelnen Bundesländern.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Joly Joker

27.02.2015, 11:34 Uhr

Träume sind erlaubt. aber für Indien braucht man keine Träume, sondern das zerschlagen von Gordischen Knoten. Korruption, Kastensystem, Aus-/Bildungssystem, Straßen, Bahn, Nah-/Fernverkehr,...soziale Systeme, Reduzierung der Bürokratie.... Es liegt fast alles im Argen. Einen Big Bang also einen Befreiungsschlag dazu fehlt fast alles. Vor allem einen Herkules der das stemmen könnte. Aber eine Politik der tausend kleinen Schritte und Aktionen - das ließe sich umsetzen. Eine solche Maßnahme waren kleine Banken für Mikrokredite. Das und ähnliches wäre der Anfang eines New Deals mit Erfolg. Vergessen wir nicht, dass jeder Modernisierungs- und Mechanisierungswelle auch eine Unzahl von verlorenen Jobs gegenübersteht. Moderne Landwirtschaft? Aber ja und das Ergebnis sind Millionen arbeitsloser Bauern und Beschäftigter der Landwirtschaft. Millionen Jobs - das können nur Billigjobs sein. Und die können natürlich durch Masse auch Wachstumssteigernd wirken. Aber was wirklich nötig ist - das ist die Geburtenregelung. Jedes Jahr 90 - 95 Millionen Netto Menschenzuwachs. Das bedeutet 20 bis 30 Millionen Jobs NETTO mehr um den Stand von heute zu halten. Das gesamte Wachstum würde vom Plus der Bevölkerung aufgezehrt. Also keinen Fortschritt. In dieser Falle sitzen etliche Länder. Ägypten ist solch ein Beispiel. Und in China wird es mit der Aufweichung der 1 Kind Politik ebenfalls wieder virulent werden. Low Jobs und High Tec - das ist die Pest unserer Zeit.

Herr Peter Noack

27.02.2015, 13:23 Uhr

Wie lange muss man sich vom Handelsblatt noch die relativen Zahlen, Prozent, ohne Bezugsbasis als Kriterium aufs Haupt schlagen lassen? Indien kann bei 10 Prozent Wachstum, relativ, nicht einmal 200 Mrd. Dollar absolut wachsen. China wächst bei 5 Prozent jährlich , relativ, um über 500 Milliarden Dollar absolut. Nun wächst China aber über 7 Prozent, relativ, d. h. 700 Mrd. Dollar absolut. Wie kann die führende Wirtschaftszeitung ihren Lesern vorgaukeln, dass Indien schneller als China wachsen könnte? Das hat doch nichts mehr mit der Freien Presse zu tun. Ist das schon L-Presse?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×