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06.01.2006

09:35 Uhr

Servicesektor signalisiert Nachfrageschub

Industrie überrascht mit Orderplus

Die positiven Nachrichten über die Entwicklung der deutschen Konjunktur reißen derzeit nicht ab. Die Industrie registrierte im November den dritten Monat in Folge ein Auftragsplus. Das meldete das Bundeswirtschaftsministeriums gestern auf Basis vorläufiger Daten. Die Order stiegen um 1,7 Prozent im Vergleich zum Oktober. Damals hatten die Bestellungen bereits um zwei Prozent zugelegt.

HB DÜSSELDORF. Die Auftragseingänge zählen zu den wichtigsten Frühindikatoren für die Konjunkturentwicklung. Im weniger schwankungsanfälligen, damit aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich – also Oktober und November gegenüber August und September – stiegen die Order um 4,3 Prozent.

Für Konjunkturbeobachter kamen diese Daten unerwartet. Sie hatten mehrheitlich nach den positiven Meldungen der Vormonate mit einem leichten Rückschlag gerechnet. Verursacht wurde die erfreuliche Überraschung nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wie bereits in den Vormonaten von überdurchschnittlich vielen Großaufträgen. Diese Entwicklung halte nun den siebten Monat in Folge an, sagte Andreas Scheuerle von der Deka-Bank. „Dass Großaufträge dauerhaft so überdurchschnittlich zulegen, gab es noch nie“, kommentierte er.

Vor allem aus dem Ausland war die Nachfrage nach deutschen Industriegütern erneut groß: Hier lag das Orderplus im November 2,3 Prozent höher gegenüber Oktober. Auch die Inlandsnachfrage nahm im November erneut zu: um 1,1 Prozent, nachdem sie bereits im Oktober um 1,5 Prozent zugelegt hatte.

Positive Meldungen kamen gestern auch aus dem deutschen Servicesektor. Ein deutlicher Nachfrageschub hat das Wachstum der Dienstleister hier zu Lande am Jahresende angeschoben und für neue Arbeitsplätze in der Branche gesorgt. Das signalisierte der Service-Index des britischen Forschungsinstitutes NTC, der mit einem Sprung um 1,2 Zähler auf 56 Punkte stieg und überraschend den zweithöchsten Stand der vergangenen fünf Jahre erreichte. Steigt der Indikator auf Werte über 50, lässt das auf eine Expansion dieses Sektors schließen.

Für einen Wehrmutstropfen sorgten dagegen die deutschen Einzelhändler. Insgesamt zeigten all die Daten, wie gespalten die deutsche Konjunktur derzeit sei – so das Fazit des Konjunkturchefs des Hamburgischen Weltwirtschafs-Archivs, Eckhardt Wohlers. „Der Export läuft weiter gut, die Investitionsbereitschaft steigt, aber der private Konsum bleibt schwach.“ 2006 dürfte der private Konsum jedoch kurzzeitig zulegen – wegen der für 2007 angekündigten Mehrwertsteuererhöhung. So erwartet das HWWA dieses Jahr einen Anstieg des privaten Konsums um 0,2 Prozent, nach einem geschätzten Rückgang um 0,3 Prozent im letzten. doh

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