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15.08.2014

17:22 Uhr

Sorge um Wirtschaftsstandort

Deutscher BIP-Rückgang alarmiert Politik

ExklusivJahrelang war Deutschland das Zugpferd der Konjunktur im Euro-Raum. Jetzt bremsen weltweite Krisen die Wirtschaft hierzulande aus. Der CDU-Wirtschaftsrat warnt schon vor den Folgen für Unternehmen.

Container Terminal im Hamburger Hafen: Globale Risiken gefährden die deutsche Konjunktur. dpa

Container Terminal im Hamburger Hafen: Globale Risiken gefährden die deutsche Konjunktur.

BerlinSpitzenpolitiker von CDU und Linkspartei fürchten angesichts der nachlassenden Konjunktur in Deutschland langfristig negative Folgen für den Standort, sollte die Bundesregierung nicht mit Gegenmaßnahmen reagieren. „Der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland im Frühjahr um 0,2 Prozent ist ein Warnsignal“, sagte der Präsident des CDU-Wirtschaftsrats, Kurt Lauk, Handelsblatt Online. Die vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) korrigierte Wachstumsprognose von 2 Prozent auf 1,5 Prozent zeige zudem, dass Deutschland den Höhepunkt überschritten habe. „Die verfehlte Wirtschaftspolitik hat ihren Preis.“

Lauk unterstrich vor diesem Hintergrund, dass die Unternehmen Planungssicherheit für Investitionen benötigten. „Bleiben diese aus, hat dies langfristig negative Folgen für den Industriestandort Deutschland und damit für Arbeitsplätze und Wachstum. Ohne dieses können wir uns teure soziale Wohltaten noch weniger leisten.“

Ähnlich äußerte sich der CDU-Wirtschaftspolitiker Carsten Linnemann. „Es gibt jetzt keinen Grund, die Pferde wild zu machen. Aber wir sollten die leichten Eintrübungen durchaus als Warnsignal sehen“, sagte der Vorsitzende der Unions-Mittelstandsvereinigung der „Stuttgarter Zeitung“.

Größte Volkswirtschaften 2013 - 2028

Rang 10

2013
Kanada
1,8 Billionen Dollar
2028
Kanada
3,7 Billionen Dollar
Quelle: CEBR. Angaben beziehen sich auf das geschätzte Bruttoinlandsprodukt

Rang 9

2013
Italien
2,1 Billionen Dollar
2028
Mexiko
3,7 Billionen Dollar

Rang 8

2013
Russland
2,1 Billionen Dollar
2028
Russland
4,1 Billionen Dollar

Rang 7

2013
Brasilien
2,2 Billionen Dollar
2028
Großbritannien
4,3 Billionen Dollar

Rang 6

2013
Großbritannien
2,65 Billionen Dollar
2028
Deutschland
4,3 Billionen Dollar

Rang 5

2013
Frankreich
2,7 Billionen Dollar
2028
Brasilien
5,1 Billionen Dollar

Rang 4

2013
Deutschland
3,6 Billionen Dollar
2028
Japan
6,4 Billionen Dollar

Rang 3

2013
Japan
5 Billionen Dollar
2028
Indien
6,6 Billionen Dollar

Rang 2

2013
China
8,9 Billionen Dollar
2028
USA
32,2 Billionen Dollar

Rang 1

2013
USA
16,7 Billionen Dollar
2028
China
33,5 Billionen Dollar

Linnemann plädierte für eine neue Schwerpunktsetzung in der Wirtschaftspolitik. „Die Koalition muss sich künftig wieder mehr auf das Erwirtschaften und weniger auf das Verteilen konzentrieren.“ Ansonsten werde Deutschland seinen Wohlstand nicht halten können.

Besorgt äußerte sich auch Linksparteichef Bernd Riexinger. „Der Weltmeister-Rausch ist vorbei“, sagte Riexinger Handelsblatt Online. Jetzt müssten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) liefern. „Die dauernde Schönrednerei führt zu Stillstand. Die Warnzeichen kann jeder sehen, der sie sehen will. Die weltpolitischen Risiken sind riesig.“

Kommentare (6)

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Herr peter Spirat

15.08.2014, 17:37 Uhr

Nein, nicht die Krisen stoppen uns aus, sondern die Sanktionen gegen Russland.

Warum bitte muss ich eigentlich mich im Internet darüber informieren, was sich gerade in der Welt und am Aktoienmarkt tut ??

Hier im HB bekomme ich inzwischen nur noch einseitige Informationen, die fast ungeeignet sind, um handeln zu können.

Schade, was aus dem HB geworden ist.

Herr Ossi NB

15.08.2014, 18:22 Uhr

Wieso denn nun das?
Unsere Politiker, ihre eilfertigen Polit-Ökonomen und After-Journalisten haben uns doch noch bis gestern erklärt: Deutschlands Wirtschaft ist stark, das Wirtschaftswachstum 2014 wird bei 2% liegen, die Rußland-Sanktionen haben nur geringe Auswirkungen auf unsere Wirtschaft, die gesamten EU-Volkswirtschaften werden 2014 ein erhebliches Wachstum haben, alles ischt auf gutem Wäg!
Aber das liegt bestimmt alles an Putin. Der macht uns unsere schöne EU kaputt. Gelle Frau Merkel?

Herr Kurt Siegel

15.08.2014, 19:02 Uhr

Der Fachkräftemangel wird noch prekärer und dann rächt es sich, das Leiharbeitsfirmen ungestört ihr Unwesen treiben können, aber Jobsucher 55+ nicht gefördert und statt dessen weiterhin in den Personalbüros als Aussätzige betrachtet werden.

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