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13.10.2015

20:15 Uhr

Sorgen in Fernost

Chinas Außenhandel fällt drastisch

VonStephan Scheuer

Der chinesische Drache lahmt. Seit Jahresanfang geht der Außenhandel massiv zurück, was auch Deutschlands Exporteure zu spüren bekommen. Die Aussichten sind schlecht. Bremst sich Chinas Wachstum weiter ab?

Der Yuan verliert an Strahlkraft. Reuters

Chinesische Währung

Der Yuan verliert an Strahlkraft.

PekingChinas Außenhandel bleibt ein Sorgenthema. Den elften Monat in Folge sind die Importe deutlich zurückgegangen, wie die Zollbehörde am Dienstag in Peking mitteilte. Im September fiel der Einbruch mit einem Minus von 17,7 Prozent besonders drastisch aus und schürte Sorgen um die Konjunktur der zweitgrößten Volkwirtschaft der Erde. Im August hatte das Minus 14,3 Prozent betragen.

Auch die internationale Nachfrage nach Waren „Made in China“ schwächte sich weiter ab, allerdings nicht zu stark wie von Analysten befürchtet. Das Export-Minus lag im September 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und schwächte sich damit im Vergleich zu den drastischen Einbrüchen der vergangenen Monate deutlich ab.

Grund dafür war nach Einschätzung der Ökonomin Yating Xu vom Analyseunternehmen IHS „die Abwertung des Yuan und eine langsame Erholung der Konjunktur in den Industriestaaten“. Seit Jahresbeginn ging Chinas Außenhandelsvolumen um insgesamt 7,9 Prozent auf 17,87 Billionen Yuan (2,48 Billionen Euro) zurück.

Am Montag wird das Statistikamt in Peking die Konjunkturdaten für das dritte Quartal veröffentlichten. Ökonomen äußern sich zunehmen skeptisch. Nach 7,0 Prozent Wachstum im ersten Halbjahr gehen die von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Analysten von einem Zuwachs von 6,7 Prozent Wachstum im dritten Quartal aus. Ökonomen der ANZ-Bank erwarteten sogar nur einen Zuwachs von 6,4 Prozent in den drei Monaten bis September.

Ökonom Mei Xinyu vom Forschungsinstitut des Handelsministeriums bezeichnete die Sorgen als übertrieben. Schwache Importe bei nahezu konstanten Exporten stärkten Chinas Handelsüberschuss. „Chinas Wachstum schwächt sich zwar weiter ab, aber es gibt keine Anzeichen für eine harte Landung“, sagte Mei.

Exportweltmeister China steht am Anfang einer wirtschaftlichen Transformation. Ministerpräsident Li Keqiang hat eine Abkehr von investitionsgetriebenen Wachstum und günstigen Exporten. Innovative Produkte und Binnenkonsum sollen langfristig die Stützen der chinesischen Wirtschaft werden.

Die aufstrebende Volkswirtschaft verabschiedet sich vom Turbowachstum der vergangenen Jahrzehnte und steuert 2015 auf den schwächsten Zuwachs seit einem Vierteljahrhundert zu. Chinas Staatschef Xi Jinping hat dazu den Slogan von der „neuen Normalität“ ausgegeben. Nach einem Zuwachs von 7,3 Prozent im vergangenen Jahr peilt Chinas Regierung in diesem Jahr ein Plus von etwa sieben Prozent an.

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