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17.06.2011

15:00 Uhr

Sorgenkind USA

IWF warnt vor globalen Wachstumsrisiken

VonMarkus Ziener

Deutschlands Wirtschaftswachstum entwickelt sich besser als bisher erwartet. Das zumindest ist ein Ergebnis der neuesten IWF-Konjunkturprognosen. USA und Eurozone bereiten dem Fonds indes Sorgen.

Logo des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington. Quelle: dpa

Logo des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington.

WashingtonNur geringfügig hat sich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) das Wachstum der Weltwirtschaft im zweiten Quartal dieses Jahres verlangsamt. Allerdings sind insgesamt die Risiken für die globale Ökonomie wieder etwas gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt der Fonds in seinem heute vorgelegten aktualisierten Weltwirtschaftsausblick. Im ersten Quartal betrug das globale Wachstum 4,3 Prozent.

In der Einzelbetrachtung wird jedoch deutlich, dass das Wachstumstempo wie schon in den Jahren zuvor ungleich verteilt ist.  Während die Schwellenländer schnell wachsen und sogar mit Anzeichen von Überhitzung kämpfen müssen, bleiben viele Industriestaaten zurück. Ein immer gewichtigeres Sorgenkind werden offenbar die USA. Als Grund dafür nennt der IWF die Wirtschaftsleistung in den USA, die hinter den Erwartungen geblieben sei, sowie die Unsicherheiten in der Eurozone. Die Herausforderung ist dabei, einerseits makroökonomisch die Zügel anzuziehen, gleichzeitig aber auch Jobs zu schaffen. Die Schuldenprobleme in einigen Euro-Ländern sieht der IWF als großes Risiko mit entsprechenden Ansteckungsgefahren. Davon und von den Schwächen in den USA und Japans gingen ernste Gefahren für die gesamte Weltwirtschaft aus.

Für Deutschland rechnet der Fonds mit einem Wachstum dieses Jahr von 3,2 Prozent und für 2012 von 2,0 Prozent. Damit korrigierte der IWF seine Prognose gegenüber den im April veröffentlichten Berechnungen für das laufende Jahr um 0,7 Prozent nach oben. Für 2012 bleibt der Fonds in Bezug auf Deutschland indes mit einer Negativkorrektur von 0,1 Prozent eher auf der pessimistischen Seite. Eine Abweichung nach oben vollzieht der IWF für 2011 auch im Falle Frankreichs, das 2011 um 2,1 Prozent wächst und damit um 0,5 Prozent mehr als noch kürzlich angenommen. Die Eurozone insgesamt sieht der Fonds bei 2,0 und 1,7 Prozent Wachstum für 2011 bzw. 2012.

Die US-Wirtschaft wird nach Einschätzung des Fonds in diesem Jahr um 2,5 und im nächsten Jahr um 2,7 Prozent wachsen; die  Schwellenländer um 6,6 und 6,4 Prozent. In dieser Gruppe ist es vor allem Brasilien, dessen Wirtschaftskraft der Fonds inzwischen schwächer einschätzt. Das Wachstum von 4,1 Prozent im laufenden Jahr liegt um 0,4 Prozent unter den Erwartungen vom Frühjahr. Für 2012 wird gar mit einer Abschwächung von einem halben Prozent im Vergleich zu den bisherigen Erwartungen gerechnet.

Die Gründe für das insgesamt leicht verlangsamte Tempo liegen zum einen in der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan. Zum anderen in den USA, wo sich höhere Preise für Rohstoffe und schlechte Wetterbedingungen dämpfend auf das Wachstum auswirken. Gleichzeitig hat weltweit die Inflation zugelegt mit vier Prozent im ersten Quartal 2011 und damit einem halben Prozent mehr als im letzten Quartal  2010. Auch für diese Entwicklung waren vor allem die steigenden Rohstoffpreise verantwortlich.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

17.06.2011, 15:22 Uhr

Ach ja, der IWF....

Fragt euch mal, wo der IWF das ganze Rettungsgeld herzaubert!! Richtig, aus dem Nichts! Und damit werden ganze Kontinente mit Schulden versklavt.

Lest mal was über den Federal Reserve Act 1913.....dann wisst ihr Bescheid, wem die Weltbank gehört.

Keine Sorge, es ist keine Verschwörungstheorie!;)

Hans

17.06.2011, 16:38 Uhr

Ich hatte Ihnen schon mal einen Beitrag kommentiert.

Fakten? Verschwörungstheorien? Alles unwichtig.
Die US-Amerikaner hatten mal eben fast 100 Jahre Zeit die Fakten zu verinnerlichen, und dennoch weiß heute kaum ein Bewohner der USA über den "Federal Reserve Act 1913" bescheid. Weil es keine Rolle spielt!

Die Menschen werden vergessen. Schauen Sie in Ihr Umfeld. Die Menschen haben andere Probleme. Und diese werden noch zunehmen. Am Ende werden auch die Wissenden irgendwann vergessen.

Sie ignorieren die Fakten. Zum einen haben wir heute digitales Geld. Eine völlig andere Grundlage als im letzten Jahrhundert. Damit werden Silber oder Gold als Währung/Zahlungsmittel überflüssig. Schubkarren auch.
Und außerdem, selbst wenn es damals um 1913 Menschen gab, die mehr wußten, sie konnten es nicht einsetzen. Ich müsste selbst nochmal recherchiieren, aber ich weiß, dass erst der Handel und anschließend der Besitz von Gold verboten wurde. Ein Szenario, welches sich jederzeit wiederholen könnte. Nur mal ein kleiner Anstoß.

Schönes Wochenende!

Account gelöscht!

18.06.2011, 16:36 Uhr

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Nachdem LehmanBrother im Sept. 2008 ihre Betrügereien in den Bilanzen nicht länger verschleiern und damit die Insolvenz nicht mehr länger hinausschieben konnte, war dies der Auslöser für die Finanzkrise. Genauso gut hätten es die zig anderen Auslöser sein können. Lehman war unter einem Schuldenberg von mehr als 600 Milliarden Dollar kollabiert. Weltweit schieben die kaputten Bankster Schuldenberge in Höhe von 600 Billionen Dollar vor sich her. Zig andere Bankster hätten also auch die Finanzkrise auslösen können. Die kommen auch noch dran, nur keine Sorgen.

Nach der erfreulichen Nachricht, dass die Betrügereien von LB endlich zur wohlverdienten Pleite führte, resümierte der IWF über die Folgeschäden und weltweiten Auswirkungen der Finanzkrise auf 800 Milliarden Dollar.

Schon damals kommentierte ich in der Süddeutschen (Geronimo.), dass man mindestens eine Null dranhängen kann. So wird da ein Schuh daraus.

Die Frauenbelästiger des IWF hatten sich um den Faktor 50 verschätzt. Und jetzt korrigieren sie ihre Prognosen im Zehntelbereich? Wenn die Sache nicht so ernst wäre .... könnte man ja auf die Idee kommen, dass auch der IWF von den Lobbyisten der Zockerbankster gekauft wurde.

Da vertraue ich meinen eigenen, nach 3 Schlaganfällen noch verbliebenen Gehirnzellen und meinem Wetterfrosch mehr, als den göttlichen Weissagungen des IWF.
http://www.zeit.de/wirtschaft/2010-03/lehman-brothers-insolvenz
http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:investmentbanken-die-deutsche-lehman-luege/551263.html

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