Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.05.2012

07:36 Uhr

Spanien

Notenbank-Chef geht früher als geplant

Der Präsident der spanischen Notenbank wird seinen Spitzenposten einen Monat früher als geplant verlassen. Zuvor musste sich der 67-Jährige heftige Kritik an seiner Person gefallen lassen.

Miguel Angel Fernandez Ordonez verlässt die spanische Notenbank bereits Mitte Juni. Reuters

Miguel Angel Fernandez Ordonez verlässt die spanische Notenbank bereits Mitte Juni.

Madrid/FrankfurtMiguel Angel Fernandez Ordonez, der Chef der spanischen Zentralbank, gibt seinen Posten frühzeitig auf. Wie die Notenbank am späten Dienstag erklärte, habe sich Ordonez Stunden zuvor mit Regierungschef Mariano Rajoy getroffen. Dieser unterstütze seinen Entschluss, schon am 10. Juni und nicht erst am 12. Juli aus dem Amt zu scheiden. Der spanische Notenbankchef ist kraft seines Amts auch Mitglied im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB), der über die Geldpolitik im Währungsraum entscheidet.

Sein Nachfolger wird nun die Aufgabe haben, Investoren davon zu überzeugen, dass Spanien die Schieflage im Bankensektor selbst in den Griff bekommen kann und keine internationale Hilfe in Anspruch nehmen muss. Ordonez war seit 2006 im Amt. Nach der Verstaatlichung der BFA-Bankia-Gruppe am 9. Mai hatte sich der 67-Jährige Kritik von mehreren Seiten gefallen lassen müssen - sowohl aus der Regierung, als auch von oppositionellen Parteien.

Josep Duran i Lleida, der Fraktionschef der katalonischen Partei CiU im Parlament, erklärte unter anderem am 11. Mai, dass Ordonez der “Bankenaufsicht keine Aufmerksamkeit geschenkt” habe.

Am 16. Mai forderten Inspektoren der Notenbank in einem Brief an Rajoy gar den Rücktritt des obersten Währungshüters im Land. Die Verstaatlichung von Bankia nur Tage nach einem Okay der Zentralbank zu Bankias Vorschlägen für die Umsetzung von Bankenregeln ist ein weiteres Ereignis von vielen, welche die Glaubwürdigkeit der Notenbank wie nie zuvor in Frage stellen, schrieben die Inspektoren. In der Nacht zum Samstag hatte die Bankia-Gruppe erklärt, sie benötige für ihre Restrukturierung weitere rund 19 Mrd. Euro vom Staat. Angefragt werden sollen die Mittel beim Banken- Rettungsfonds FROB.

Standard & Poor's (S&P) hatte zudem am späten Freitag parallel die Bonitätsnote von Bankia auf “Ramsch“-Niveau gesenkt. Zur Begründung verwies die Ratingagentur auf die Abschwächung der spanischen Wirtschaft. S&P stufte Bankia auf “BB+" von “BBB-” und die Mutter BFA auf “B+" von “BB-” herunter.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×