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08.05.2013

16:51 Uhr

Spanien, Portugal & Co.

Der Süden in der Sackgasse

VonDietmar Neuerer

Die EU steckt in einer tiefen Rezession - und die Prognosen sagen nichts Gutes. Für die Krisenstaaten gibt es keinen einfachen Ausweg, die Hilfspakete allein sind es jedenfalls nicht. Doch was kann helfen?

In Spanien dürfte sich die Rezession noch verschärfen. dpa

In Spanien dürfte sich die Rezession noch verschärfen.

BerlinEs klingt ein wenig verzweifelt, was der italienische Ministerpräsident Enrico Letta am Montag bei seinem Antrittsbesuch in Spanien sagte: Wenn der EU-Gipfel im Juni keine wirksamen Beschlüsse fasse, würden davon anti-europäische Parteien profitieren. Klar ist: Italien und Spanien sind es leid, mit ihren Problemen weitgehend alleine da zu stehen. Der Süden hofft auf neue Hilfen von den EU-Partnern, vor allem um Rezession und Jugendarbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen, denn in vielen Ländern im Süden spitzt sich die Lage zu.

Auch die jüngste Prognosen der Europäischen Kommission zur wirtschaftlichen Entwicklung der Euro-Zone besagt nichts Gutes. Demnach wird die Wirtschaft im gemeinsamen Währungsraum in diesem Jahr deutlicher schrumpfen als bisher erwartet. Einige Krisenländer sind besonders stark betroffen.

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Statt zusammen gegen die Krise vorzugehen, findet zwischen Europas Staaten inzwischen ein reger Schlagabtausch statt. Dabei kommen die Krisenländer in Sachen Reformen sogar gut voran. Anerkannt wird das zu wenig.

Im Krisenland Zypern soll die Wirtschaftsleistung in den kommenden zwei Jahren um insgesamt 12,6 Prozent einbrechen. In Spanien dürfte sich die Rezession noch verschärfen. Und auch in Portugal verharrt die Wirtschaft in der Rezession. Einzig in Griechenland erwartet die EU-Kommission nach einem Minus in diesem und somit im sechsten Jahr in Folge (minus 4,2 Prozent) für das kommende Jahr immerhin schon eine Rückkehr zum Wachstum mit 0,6 Prozent.

Auch wenn die Prognosen eindeutig sind, Experten streiten darüber, was genau den Krisenländern helfen könnte. Der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, sieht Deutschland angesichts seiner wirtschaftlichen Stärke in der Pflicht, den Krisenstaaten zu helfen und plädiert dafür, die harten Sparauflagen für die Südländer zu lockern. Substanzielle Fortschritte bei der Bewältigung der Krise im Euroraum seien nur möglich, wenn die Wirtschaftspolitik der EU-Staaten von einem wachstumshemmenden auf einen wachstumsfördernden Kurs umsteuere. „Voraussetzung dafür ist ein Ende der überharten Sparprogramme in den Euro-Krisenländern, weil diese dort die staatlichen Schuldenstände mittlerweile sogar eher erhöhen als reduzieren“, sagte Horn Handelsblatt Online.

Kommentare (21)

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Sarina

08.05.2013, 16:57 Uhr

Gerade die Italiener müssten doch sehr genau und sehr gut wissen, woran ihre Wirtschaft krankt. Sie brauchen sich nur den prosperierenden Norden und den maroden Mezzogiorno vor Augen zu führen. Besser als in Italien lassen sich die Gegensätze nicht verdeutlichen. Hören Sie zu, Signore Letta?
Oder erwarten Sie etwa etwas ganz anderes von der EU? Vielleicht einen kleinen Geldregen?

Marco99

08.05.2013, 17:08 Uhr

Die Logik ist doch ganz einfach: Nicht Korruption, Günstlingswirtschaft, Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung, Vetternwirtschaft, Selbstbedienung und mangelnde Produktivität sind schuld sondern die, die kein Geld rausrücken, um diese Zustände aufrecht zu erhalten, die Nazis zum Beispiel

Account gelöscht!

08.05.2013, 17:12 Uhr

mein Gott...kennt das Handelsblatt auch mal andere Experten als den Horn ? Mittlerweile kennen alle seine Meinung, jetzt dürfen auch mal andere...

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