Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.08.2011

12:59 Uhr

Spanien und Italien

Miese Konjunkturdaten belasten Euro-Sorgenkinder

Das schwache Wirtschaftswachstum in Spanien und Italien schürt das Misstrauen der Märkte. Die neuen Konjunkturdaten bestätigen den Ruf der beiden Staaten als Wackelkandidaten in der Euro-Krise.

Spanische Ein-Euro-Münze: Schlechte Konjunkturdaten belasten das Land. Quelle: dpa

Spanische Ein-Euro-Münze: Schlechte Konjunkturdaten belasten das Land.

Rom/MadridSpanien und Italien werden ihrem Ruf als Sorgenkinder gerecht. Nach Erkenntnissen der spanischen Notenbank schwächte sich das Wachstum der viertgrößten Volkswirtschaft in der Euro-Zone im zweiten Quartal wieder ab. Von April bis Juni legte die Wirtschaft in Spanien im Vergleich zum Vorquartal nur um 0,2 Prozent zu, wie die Bank von Spanien am Freitag mitteilte. Zum Vorjahresquartal habe das Wachstum 0,7 Prozent erreicht. Grundsätzlich sei im Zuge der Schuldenkrise eine nachlassende Dynamik festzustellen. Analysten hatten mit 0,1 Prozent zum Vorquartal und mit 0,7 Prozent zum Vorjahr gerechnet. Die offiziellen Daten werden am 16. August vorgelegt.

Lediglich der Tourismus habe für Wachstum gesorgt, schrieb die spanische Notenbank in ihrem Monatsbericht. Dies habe den Negativtrend im privaten Konsum und dem produzierenden Gewerbe ausgleichen können. Im ersten Quartal 2011 war die spanische Wirtschaft noch um 0,3 Prozent zum Vorquartal und um 0,8 Prozent zum Vorjahr gewachsen. Die Regierung in Madrid rechnet für das Gesamtjahr mit einem Plus von 1,3 Prozent. Analysten halten diese Prognose aber für zu optimistisch. Von Reuters befragte Volkswirtschaftler erwarten im Schnitt nur 0,7 Prozent.

Die Bank von Spanien forderte die Eurozone auf, die Gipfelbeschlüsse vom 21. Juli entschlossen umzusetzen. Vor zwei Wochen hatten die Staats- und Regierungschefs der Eurozone unter anderem die Kompetenzen des Euro-Rettungsschirms EFSF ausgeweitet, um schneller auf Marktentwicklungen reagieren zu können. Um eine Ansteckung Spaniens zu verhindern, sei aber auch ein entschlossenes wirtschaftspolitisches Handeln der Regierung in Madrid erforderlich, mahnte die Notenbank.

Auch Italiens Wirtschaft kommt kaum aus der Krise. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg zwischen April und Juni um 0,3 Prozent zum Vorquartal, wie das italienische Statistik-Institut am Freitag in Rom mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit diesem Anstieg gerechnet. Im ersten Quartal war das BIP um 0,1 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal lag das Wachstum im zweiten Quartal wie erwartet bei 0,8 Prozent.

Die italienische Industrie entwickelte sich im Juni unerwartet schwach. Im Vergleich zum Vormonat sank die Produktion um 0,6 Prozent wie die Statistikbehörde Istat am Freitag in Rom mitteilte. Im Vergleich zum Juli 2010 gab es saisonbereinigt nur ein Plus von 0,2 Prozent, Ökonomen hatten aber mit einem Anstieg um 1,7 Prozent gerechnet.

Die Bekanntgabe der Zahlen drückte umgehend die Stimmung an den Börsen.

Italien steht - wie auch Spanien - derzeit massiv im Fokus der Finanzmärkte und gilt als größter Wackelkandidat in der Euro-Schuldenkrise. Die Regierung in Rom stemmt sich gegen ein Überschwappen der Krise von Griechenland und Portugal, die bereits unter den Rettungsschirm schlüpfen mussten. Wegen des Vertrauensverlustes muss Italien Investoren für seine Staatsanleihen derzeit deutlich gestiegene Zinsen bieten: Das verteuert die Refinanzierung für die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone massiv und verschlechtert die Lage damit erneut.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

05.08.2011, 13:29 Uhr

Spanien spart und das Wachstum bricht ein? Erstaunlich...das haben wir an der Uni ganz anders gelernt.^^ Italien wächhst schwach? Erstaunlich, das war in den letzten Jahren immer ganz anders gewesen. Naja Gott sei Dank gilt wenigstens eine alte Regel noch: Deutschand wird sich davon dauerhaft absetzen können - wie schon bei Lehmann damals. Prost! ;D

nobum

05.08.2011, 13:34 Uhr

Fitch stuft Irland heute morgen herauf. Die Kreditwürdigkeit ist wesentlich besser geworden.

Account gelöscht!

05.08.2011, 13:49 Uhr

In Irland gehts nur zu 50% darum was der Staat macht. Die anderen 50% betreffen ihre Banken. Wenn die in die Grätsche gehen, kann Irland sparen was es will.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×