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21.08.2014

14:28 Uhr

Sparkurs zum Trotz

Portugals Schuldenberg wächst weiter

Portugal hat den Rettungsschirm verlassen, doch die Schulden kletterten im zweiten Quartal 2014 auf 134 Prozent des BIP an. Auch der Sparkurs der Regierung kann das anwachsen dieses Schuldenbergs bisher nicht stoppen.

Die portugiesische Staatsverschuldung steigt ungehindert weiter an. dpa

Die portugiesische Staatsverschuldung steigt ungehindert weiter an.

LissabonDer Schuldenberg von Portugal steigt auch nach der Überwindung der schlimmen Finanzkrise im Euro-Land weiter ungebremst an. Wie die Zentralbank in Lissabon am Donnerstag mitteilte, kletterten die portugiesischen Staatsschulden im zweiten Quartal 2014 auf 223,27 Milliarden Euro. Das entspricht den Angaben zufolge 134 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Zum 31. März lagen die Verbindlichkeiten noch bei 220,68 Milliarden oder 132,9 Prozent des BIP.

Die konservative Regierung von Ministerpräsident Pedro Passos Coelho hatte sich ein Schuldenziel von 130,2 Prozent bis Ende des laufenden Jahres gesetzt. Seit Beginn der Finanzkrise nahm die Schuldenlast Portugals deutlich zu. Ende 2010 hatte sie nach Angaben der „Banco de Portugal“ bei 93 Prozent gelegen.

Portugal verließ im Mai den Euro-Rettungsschirm. Vor gut drei Jahren, im Mai 2011, hatte die „Troika“ aus Europäischer Union (EU), Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) das Land mit einem Hilfspaket von 78 Milliarden Euro vor einem drohenden Bankrott bewahrt.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Peter Spiegel

21.08.2014, 16:58 Uhr

Der Schuldenberg von Portugal steigt auch nach der Überwindung der schlimmen Finanzkrise im Euro-Land weiter ungebremst.
Jetzt mußte ich lachen, das mit der Überwindung glaubt nicht mal unsere Regierung.

Herr Peter Kock

22.08.2014, 14:31 Uhr

Wir haben KEINE Euro oder Finanzkrise sondern alle EU-Länder haben eine Staatsschuldenkrise und diese Schulden werden durch die Politik und deren Helfer,in Amtsstuben und Behörden , gedankenlos weiter erhöht. Hier kommt es auf das GEDANKENLOS an ...... die sind alle nur besoffen zu ertragen.

Herr Tobias Wahrsager

22.08.2014, 20:59 Uhr

DAs große Problem mit den Südländern der EU ist doch: Sie bräuchten eine abwertbare Nationalwährung, um wieder wettbewerbsfähig zu werden. Dies ist in der Eurozone indes nicht möglich. Viele Bevölkerungen der Südländer der EU haben ursprünglich die Euroeinführung sehr begrüßt. Nun sehen sie immer klarer die Nachteile. Ein weiteres Problem ist das Kaputtsparen bei den Haushalten dieser Länder. Das treibt Kaufkraft und sozialen Zusammenhalt nach unten und Arbeitslosigkeit mächtig! nach unten. Höhere indirekte Steuern für Luxusgüter der Reichen und Kampf gegen Steuerhinterziehung im oberen Einkommensdrittel hätten hier zumindestens teilweise Abhilfe schaffen können. Dies ist unterblieben. Armutstrevolutionen gerade in Südeuropa könnten in den nächsten zwei Jahrzehnten die Folge sein.

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