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04.06.2012

15:43 Uhr

Staatliche Hilfen

Portugal greift seinen Banken unter die Arme

Erst Spanien, jetzt Portugal: Das iberische Land muss seine großen Banken mit Milliardenhilfen stützen. Dafür nimmt der Staat 6,6 Milliarden Euro in die Hand.

Nach Spanien muss jetzt auch Portugal die Banken stützen. dpa

Nach Spanien muss jetzt auch Portugal die Banken stützen.

LissabonNach Spanien muss auch das hoch verschuldete Nachbarland Portugal seinen größten Banken mit Milliarden unter die Arme greifen. Um die von den europäischen Banken-Aufsehern geforderte Stärkung des Kernkapitals bis zum 30. Juni erfüllen zu können, müssen drei der vier größten Finanzinstitute staatliche Hilfen in Höhe von insgesamt 6,6 Milliarden Euro in Anspruch nehmen.

Die Mittel dafür sollen aus dem von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) gewährten 78-Milliarden-Hilfspaket kommen. Finanzminister Vítor Gaspar erklärte, die „Troika“ habe inzwischen die Freigabe einer neuen Milliarden-Tranche gewährt.

Vor Portugal waren auch im Nachbarland Spanien staatliche Rettungsaktionen für Banken angekündigt worden. Angesichts der einschneidenden Kürzungen von Gehältern und Sozialleistungen musste Gaspar in Lissabon die Aktion am Montag rechtfertigen. Die Rettungsaktion werde die Banken „in eine auch im europäischen Vergleich solide Position bringen“, sagte er vor Journalisten. Die Kapitalerhöhungen würden die Aussichten bezüglich der Finanzierung der kränkelnden portugiesischen Wirtschaft verbessern, fügte er an. Bisher seien die Banken in diesem Bereich sehr eingeschränkt gewesen.

Der Löwenanteil der 6,6 Milliarden beantragte die größte Privatbank Portugals, die Banco Comercial Portugués (BCP), die 3,5 Milliarden benötigt. Die staatliche Caixa Geral de Depósitos (CGD) will 1,65 und die Banco Portugués de Investimentos (BPI) 1,5 Milliarden. Im Hilfspaket für Portugal waren zur Stützung der einheimischen Banken bis zu zwölf Milliarden Euro vorgesehen.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

04.06.2012, 16:43 Uhr

Komisch, was der dümmste Stammtisch hätte schon vor 5 Jahren voraussagen können, wird nach wie vor nicht von Experten und hochrangigen Politikern erkannt. Wo die Reise hingeht ist hoffentlich jedem klar. Ich hoffe nur dass beim grossen Knall auch entsprechend die richtigen Köpfe rollen und der deutsche Volltrottel endlich aus seinem inzwischen bald 100 jährigen Schlaf, erwacht.

Account gelöscht!

04.06.2012, 17:08 Uhr

Schade, derEuro hätte klappen können, hätte man konsequent gehandelt. Bedeutet: Gemeldete Zahlen geprüft, No bail Out-Prinzip ernst genommen, die EZB unabhängig gelassen,... Und schon 2008 angefangen die "systemrelevanten" Banken zu verstaatlichen, das Investmentbanking abgespalten und in unproblematische Größen geteilt. Alles das wurde uns allen hier versprochen. Was ist passiert? Korrupiert wurde, wie immer. So hat die Politik wirklich das geschafft, was sie immer bekämpfen wollte: Das zusammenbrechen des Euros. Bye Euro. Ein netter Traum. Aber nicht jeder Traum ist bis ans Ende schön. Er entwickelt sich zum Ende zum Albtraum.

allemeineentchen

04.06.2012, 17:23 Uhr

Ich Staunen habe ich zur Kenntnis genommen, daß die Macht der Banken viel größer ist als von mir angenommen. Weltweit
läuft seit fast 4 Jahren ein gigantisches Rettungsprogramm für Banken. Hätte man nicht besser das Geld in die Realwirtschaft stecken können, selbst in Wackelkandidaten wie z. B. Scklecker, Opel etc. Stattdessen wird es in die Taschen der Bankster gestopft! Wie unerhört!

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