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26.01.2010

09:39 Uhr

Staatsbankrott

EZB sieht weitere Euro-Länder in Gefahr

Die Länderratings in der Eurozone sind unter Druck: Die Europäische Zentralbank befürchtet, dass nach dem „Präzedenzfall Griechenland“ weitere Länder auf den Staatsbankrott zusteuern. Gleichzeitig befürchtet Chefvolkswirt Jürgen Stark aber auch neue Blasen – in den Entwicklungsländern.

EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark: Weitere Länderratings könnten herabgestuft werden. ap

EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark: Weitere Länderratings könnten herabgestuft werden.

HB FRANKFURT. Hohe Staatsdefizite und ein massiver Anstieg der Schulden könnte nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) weitere Länderratings in der Euro-Zone in Gefahr bringen. Da alleine 13 von 16 Euro-Ländern vor einem EU-Defizitverfahren stünden und in mehreren Ländern sogar zweistellige Defizite zu erwarten seien, seien nach dem Präzedenzfall Griechenlands weitere Probleme absehbar, warnte EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark am Dienstag in Frankfurt. "Eine weitere Herabstufung von Länderratings und weitere negative Reaktionen der Finanzmärkte lassen sich nicht ausschließen."

Derzeit sorgt an den Märkten der Fall Griechenland für Aufsehen. Das Land war zuletzt von mehreren Ratingagenturen wegen seiner ausufernden Staatsschuld und einer kompletten Schieflage des Haushalts heruntergestuft worden. Damit verteuert sich die Refinanzierung des Staates erheblich. Die Regierung in Athen hat auf internationalen Druck hin ein umfangreiches Konsolidierungsprogramm angekündigt. Erst am Montag war es den Griechen gelungen, neue Staatsanleihen bei Investoren unterzubringen.

Die massiven Liquiditätsspritzen der EZB im Kampf gegen die Finanzkrise haben nach Einschätzung von Stark bislang nicht zu höherer Inflationsgefahr in der Euro-Zone geführt. "Derzeit deutet nichts darauf hin, dass die reichliche Liquidität an den Geldmärkten des Euroraums Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität mit sich brächte", sagte er. Auch von der aktuellen graduellen Erholung der Konjunktur von der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten gingen "derzeit keine erkennbaren Risiken für die Preisstabilität aus".

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