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04.04.2016

18:32 Uhr

Staatsbonds

EZB verringert Schlagzahl bei Anleihenkäufen

Staatsbonds im Volumen von rund 8,76 Milliarden Euro hat die Europäische Zentralbank in der Woche bis zum 1. April in ihre Bücher aufgenommen. In der Woche zuvor waren es noch knapp zwei Milliarden Euro mehr.

Die Euro-Wächter der EZB haben vor wenigen Wochen ihre Geldpolitik weiter gelockert, um die nach wie vor schleppende Konjunktur in der Währungsgemeinschaft anzuheizen. dpa

Europäische Zentralbank

Die Euro-Wächter der EZB haben vor wenigen Wochen ihre Geldpolitik weiter gelockert, um die nach wie vor schleppende Konjunktur in der Währungsgemeinschaft anzuheizen.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) hat bei ihren Anleihenkäufen erneut etwas den Fuß vom Gas genommen. In der Woche bis zum 1. April nahmen die Währungshüter Staatsbonds im Volumen von 8,76 Milliarden Euro in ihre Bücher, wie die EZB am Montag in Frankfurt mitteilte.

In der Woche zuvor waren es noch 10,35 Milliarden Euro gewesen. Die EZB und die nationalen Notenbanken starteten ihr in Deutschland umstrittenes Kaufprogramm im März 2015. Seitdem erwarben sie Staatspapiere im Umfang von 652,02 Milliarden Euro.

Die Euro-Wächter hatten vor wenigen Wochen ihre Geldpolitik weiter gelockert, um die nach wie vor schleppende Konjunktur in der Währungsgemeinschaft anzuheizen und die aus ihrer Sicht unerwünscht niedrige Inflation nach oben zu treiben. So soll unter anderem ab diesem April der Gesamtumfang der monatlichen Wertpapierkäufe auf 80 Milliarden von bislang 60 Milliarden Euro steigen.

Die Macht und die Mittel der EZB

Ziele

Die Europäische Zentralbank (EZB) soll Preisstabilität wahren, die Wirtschaftspolitik unterstützen und Finanzstabilität sichern.

Leitzinsanpassung

Leitzinsanpassungen sind das traditionelle Mittel, um die Wirtschaft und die Arbeitsnachfrage zu dämpfen oder zu stimulieren, und so die Lohnentwicklung und die Inflation stabil zu halten.

Negativzinsen

Negativzinsen von 0,1 Prozent berechnet die EZB den Banken für deren Guthaben bei der Notenbank. Jede Bank will ihre überzähligen Guthaben zu einer anderen Bank schieben, indem sie Wertpapiere kauft oder Kredite vergibt.

Langfristkredite

Langfristkredite vergibt die EZB seit Ende 2011 und ergänzt damit die normalen kurzfristigen Kredite. Das hilft den Banken bei der Finanzierung, da Bankanleihen teurer und für manche gar nicht mehr zu haben waren.

Pfandbriefe

Pfandbriefe und Kreditverbriefungen kauft die EZB den Banken seit Herbst 2014 ab. Auch das hilft bei der Refinanzierung und sorgt für mehr Bankguthaben bei der EZB, was die Bereitschaft zur Kreditvergabe erhöhen soll.

Käufe von Staatsanleihen

Käufe von Staatsanleihen als Mittel der Geldpolitik setzte die EZB erstmals 2010 ein, um die Renditen von Anleihen der Peripherieländer zu drücken, die damals kräftig nach oben schossen. Das gelang mit dem relativ kleinen Programm nur bedingt. Im September 2012 ersetzte die EZB dieses SMP-Programm durch das OMT-Programm. Sie erklärte sich dabei unter Bedingungen bereit, notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten zu erwerben. Bisher kam das Programm nicht zum Einsatz. Seit März 2015 erwirbt sie mit einem erweiterten Kaufprogramm im großen Stil Staatsanleihen. Der Gegenwert landet als Bankguthaben bei den Verkäufern, zum Beispiel Fonds, und als überschüssiges Guthaben auf den Zentralbankkonten der Banken. Das treibt vor allem die Kurse von Vermögenswerten wie Aktien, Anleihen und Immobilien in die Höhe. Indirekt soll das die Wirtschaft ankurbeln.

Notkredite

Notkredite (ELA) können nationale Zentralbanken des Euro-Raums ihren heimischen Banken gewähren, wenn diese nicht mehr genug gute Sicherheiten für normale EZB-Kredite haben. Die EZB muss diese ELA-Kredite genehmigen. Untersagt sie sie, etwa wenn Griechenland sich nicht mit den Gläubigern einigen kann, haben die Banken keinen Zugang zu Euro-Guthaben und Euro-Bargeld mehr, was zur Schließung und letztlich zum erzwungenen Austritt aus der Währungsunion führen kann.

Mit dem Kaufprogramm sollen Geschäftsbanken dazu bewegt werden, mehr Kredite an die Wirtschaft zu vergeben statt in Anleihen zu investieren. Das Gesamtprogramm soll bis Ende März 2017 laufen und dann - Hypothekenpapiere, Pfandbriefe, Regional- und Firmenbonds eingeschlossen - einen Umfang von 1,74 Billionen Euro haben.

Von

rtr

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