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31.01.2010

10:36 Uhr

Staatsschulden

Argentiniens Zentralbankchef gibt auf

Argentiniens Zentralbankchef Martin Redrado hat im Streit mit der Regierung aufgegeben und seinen Posten geräumt. Seine Zeit bei der Notenbank sei zu Ende, sagte Redrado auf einer Pressekonferenz. Er ginge im Bewusstsein, seine Pflicht erfüllt zu haben.

HB BUENOS AIRES. Redrado hatte sich geweigert, Währungsreserven der Notenbank in Höhe von 6,6 Mrd. Dollar freizugeben, um Staatsschulden zu begleichen. Daraufhin feuerte ihn Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner.

Redrado hatte zunächst zwar Rückendeckung von der Justiz erhalten, die den Stopp der von der Regierung angeordneten Transaktion bestätigte. Zudem ordnete das Gericht an, dass ein Sonderausschuss des Kongresses sich zu der Angelegenheit äußern müsse, ehe ein neuer Zentralbankchef berufen werden könne. Das regierungsnahe Direktorium der Notenbank schloss sich jedoch der Entscheidung der Präsidentin an und berief in der Zwischenzeit Vize-Präsident Miguel Pesce an die Spitze der Bank. Als Redrado darauf beharrte, seinen Pflichten nachzukommen, verwehrten Polizisten dem obersten Währungshüter den Zutritt zu seinem Arbeitsplatz. Daraufhin urteilten selbst Vertreter der Opposition, es sei an der Zeit, das Redrado seinen Posten räume.

Kabinettschef Anibal Fernandez betonte nach der Rücktrittserklärung Redrados, die Präsidentin werde diese nicht annehmen, ehe der Kongressausschuss seine Empfehlung abgegeben habe. Diese soll am Dienstag veröffentlicht werden.

Der Streit um die Devisenreserven und die Absetzung Redrados hatte die Märkte der drittgrößten Volkswirtschaft Lateinamerikas zuletzt in Atem gehalten. Zudem hattedie Kontroverse Befürchtungen geschürt, dass sich die geplante Umschuldung von Staatsanleihen im Volumen von rund 20 Mrd. Dollar verzögern könnte. Mit Redrados Abgang und den Empfehlungen des Kongressauschusses dürften sich die politischen Wogen in dem südamerikanischen Land nun wieder glätten, so dass sich die Regierung wieder auf die Umschuldung konzentrieren kann. Mit dem Vorhaben will sich das südamerikanische Land wieder Zugang zu den internationalen Anleihemärkten verschaffen.

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