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08.01.2007

13:10 Uhr

Starke Inlandsnachfrage

Deutsche Industrie mit Auftragsplus im November

Die deutsche Industrie hat im November wegen starker Nachfrage aus dem Ausland ein Auftragsplus verzeichnet. Die Unternehmen erhielten saison- und preisbereinigt 1,5 Prozent mehr Bestellungen als im Oktober, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Montag mitteilte.

HB BERLIN. Impulse kamen vor allem aus dem Ausland. Hier lag das Plus bei 2,3 Prozent, während Inlandsaufträge um 0,6 Prozent zulegten. Trotz nachlassender Dynamik erwartet das Ministerium weiter eine positive Entwicklung. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Mittel ebenfalls ein Auftragsplus von 1,5 Prozent erwartet. Allerdings revidierte das Ministerium das Auftragsminus von Oktober auf 0,7 Prozent von zuvor gemeldeten 1,1 Prozent.

Für Impulse sorgten im November nach Ministeriumsangaben überdurchschnittlich viele Großaufträge, vor allem im Fahrzeugbau. Dieser hatte im Oktober eine Flaute verzeichnet. Insgesamt habe die Dynamik im Vergleich zum Sommer nachgelassen. In der Grundtendenz sei die Entwicklung der Aufträge aber weiter positiv. Deshalb dürfte es auch mit der Industrieproduktion weiter aufwärts gehen.

Experten wie Gerd Haßel von der BHF-Bank sprachen von sehr guten Zahlen. Sie deuteten an, dass die Mehrwertsteuererhöhung nicht so früh gewirkt habe wie befürchtet. „Eigentlich wäre damit zu rechnen gewesen, dass die Auftragseingänge kurz vor der Steuererhöhung zurückgehen“, sagte Haßel. „Die Daten belegen, dass der Aufschwung im vierten Quartal noch in Takt war und überwiegend vom Ausland getragen wurde.“

Investitionsgüterproduzenten verbuchten ein Plus von 1,8 Prozent, wobei die Auslandsorders um 3,0 Prozent zulegten die inländische Nachfrage stagnierte. Brian Mandt von der Postbank bezeichnete dies als Wermutstropfen, fügte aber hinzu: „Insgesamt bleibt der Ausblick weiter positiv.“

Vorleistungsgüterproduzenten erhielten 0,8 Prozent mehr Aufträge. Das Ordervolumen bei den Konsumgüterherstellern stieg um 2,7 Prozent. Der Auftragseingang ist neben der Produktion der wichtigste realwirtschaftliche Konjunkturindikator. Wegen Großaufträgen kann er allerdings von Monat zu Monat stark schwanken. Im stabileren Zweimonatsvergleich Oktober/November zu August/September sank der Auftragseingang um 1,5 Prozent.

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