Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.01.2010

15:45 Uhr

Starke Währungen

Asiens Zentralbanken greifen ein

Die Zentralbanken Asiens leiten Maßnahmen gegen die rasche Aufwertung ihrer Währungen ein. Dollarkäufe sollen die Wechselkurse vor weiterem Ungleichgewicht schützen. Doch auch die Schweizer zeigen sich besorgt.

Bankenviertel in Singapur: Asiens Währungshüter kaufen Dollar. gms

Bankenviertel in Singapur: Asiens Währungshüter kaufen Dollar.

HB SINGAPUR. Angesichts der anhaltenden Abwertung des Dollar ziehen einige asiatische Zentralbanken die Notbremse: Die Währungshüter in Indien, Südkorea, Indonesien und Singapur kauften am Montag Dollar, um eine Aufwertung ihrer Landeswährungen zu dämpfen. „Wir sorgen uns, dass der Devisenmarkt in eine übermäßige Schieflage gekommen ist“, sagte der südkoreanische Finanzministeriums-Vertreter Kim Ik Joo der Nachrichtenagentur Reuters. Zugleich stellte er weitere Interventionen in Aussicht: „Wir beobachten die Wechselkurse genau und werden angemessene Maßnahmen einleiten.“ Nach Einschätzung von Experten befürchten die Notenbanken, dass durch eine allzu starke Aufwertung der Währungen die wirtschaftliche Erholung gedrosselt werden könnte. Dazu kommt die Exportstärke Chinas, was die Regierung in Peking dazu bewegen könnte, eine Aufwertung des Yuan zuzulassen.

Der südkoreanische Wonhat seit Anfang des Jahres bereits vier Prozent zum Dollar zugelegt, das ist der stärkste Kurszuwachs innerhalb der neun wichtigsten asiatischen Schwellenländer. Die indische Rupie folgt an zweiter Stelle. Auch in Indien, Singapur und Indonesien berichteten Händler von Devisenmarktinterventionen. Investoren wetten derzeit darauf, dass Asien zum Zugpferd einer Erholung wird. Im Gegenzug schreiten die Währungshüter in den Ländern immer wieder verbal und mit Devisenmarktinterventionen ein, um einen unkontrollierten Kurszuwachs zu verhindern. Taiwan ging vergangene Woche sogar noch einen Schritt weiter und verschärfte die Kapitalkontrollen.

Allerdings sind Sorgen vor einem allzu starken Anstieg der Wechselkurse nicht auf Schwellenländer beschränkt: Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) gab einen verbalen Warnschuss an die Märkte ab. Sie werde eine übermäßige Verteuerung des Frankens gegen den Euro weiterhin verhindern, erklärte Direktoriumspräsident Philipp Hildebrand am Montag.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×