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08.06.2011

08:05 Uhr

Starker Rückgang

Rückschlag für deutsche Exporteure

Die Ausfuhren sind im April so stark zurückgegangen wie seit mehr als zwei Jahren nicht. Experten hatten damit nicht gerechnet.

Autos stehen in Bremerhaven für den Export bereit. Quelle: dapd

Autos stehen in Bremerhaven für den Export bereit.

BerlinDie deutschen Exporte sind im April so stark eingebrochen wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Sie seien um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat gesunken, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. „Das ist der stärkste Rückgang seit Januar 2009 mit 6,5 Prozent“, sagte ein Statistiker. Experten hatten lediglich mit einem saison- und kalenderbereinigten Minus von drei Prozent gerechnet, nachdem es im März noch einen außergewöhnlich starken Zuwachs von 7,2 Prozent gegeben hatten.

Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 84,3 Milliarden Euro ins Ausland - ein Plus von 13,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im März hatten die Exporteure mit 98,2 Milliarden Euro noch einen Rekordumsatz erzielt. Die Ausfuhren in die EU-Länder legten mit 15,1 Prozent besonders stark zu, während die Exporte in Drittländer nur um elf Prozent wuchsen.

Die Importe sanken im April um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat und damit zum ersten Mal in diesem Jahr. Experten hatten ein Minus von einem Prozent vorausgesagt. Insgesamt wurden Waren im Wert von 73,4 Milliarden Euro nach Deutschland eingeführt - 20,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Außenhandelsbilanz - die Differenz zwischen Exporten und Importen - wies einen bereinigten Überschuss von zwölf Milliarden Euro aus.

Volkswirte kommentierten den Exporteinbruch gelassen. "Nach dem starken Zuwachs im März musste man mit einem Rückschlag rechnen", sagte Jörg Lüschow von der WestLB. Jürgen Michels von der Citigroup zeigte sich zuversichtlich, dass die deutsche Wirtschaft weiter überdurchschnittlich wachsen werde.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

08.06.2011, 08:43 Uhr

Erleben wir nun ein genau so dramatisches "Zusammenfallen" der Aufräge und Absätze, wie 2008? Unsere eigenen Auswertungen wiesen schon im letzen Herbst darauf hin. Die USA fallen für Jahre aus, werden sich m. E. nicht mehr erholen, bis die "große Wertberichtigung" erfolgt ist. Der "Schweinezyklus" wäre damit um ca. 50% verkürzt, was der prozeßtheoretischen "Normalgeschwindigkeit" des globalisierten Austausches bei sich zunehmend begrenzenden Kaufkräften der Konsumenten auch entsprechen würde. Warten wir auf die nächsten Hiobsbotschaften. Durch die Überlagerung mit der EURO-Krise könnte auch alles noch viel schlimmer ablaufen, weil Europa als Absatzmarkt für deutsche Qualitätsprodukte ebenfalls schrumpen wird. Manches Neufahrzeug wurde im letzen Jahr aus Angst vor Inflation angeschafft, mancher Immobilienerwerb ebenso über Knie gebrochen - mit entsprechender Verschuldung. So manche Rechnung wird aber nicht aufgehen...

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08.06.2011, 10:40 Uhr

„... zeigte sich zuversichtlich, dass die deutsche Wirtschaft weiter überdurchschnittlich wachsen werde“. So so.
In den letzten 2 Jahren hatten wir in DE einen Konjunkturaufschwung, den niemand vorhergesehen hatte. Dem stimme ich zu.
Zu bedanken haben wir uns zuerst mal bei unseren europäischen Nachbarn, die 60% der Träume auf 4 Rädern Made in Germany ausgeliefert bekamen. Toll gell? Bezahlt wird natürlich, wie schon immer, auf Kredit. Bis hierher alles no problem. Doch jetzt dürfen wir auch noch unsere eigenen Kredite zurückzahlen, die wir zum Erwerb unserer Exportartikel gegeben haben.
Wenn man in der Schule a bissl aufgepasst hat, nennt man das schlicht und einfach „verschenken“. Und als Belohnung haben sich die Einkommen in DE in den letzten 10 Jahren, seit dem Euro, um 20% reduziert, in anderen EU-Staaten bis zu 50% erhöht.

Eigentlich dürften wir nur die Exporte zählen, die in die Schwellenländer und nach Russland gehen. Die Schwellenländer bezahlen unseren Export mit Dollars, die Russen mit Gas und Öl.

Aber auch hier ziehen am Horizont schon dunkle Wolken auf.
In China, wo die Notenbank seit Oktober vier Mal die Zinsen anhob und die Reservevorschriften für die Banken seit Jahresbeginn fünf Mal verschärfte, bleibt die Inflation mit 5,3 Prozent im April halsstarrig hoch. Der Verlust an Dynamik in der chinesischen Konjunktur sei "schärfer und ausgedehnter" als zuvor angenommen.

In Indien schließlich, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Schwellenländer, werden ebenfalls Schleifspuren sichtbar. Steigende Zinsen und deutlich sinkende Investitionen in der Infrastruktur kündigen eine Konjunkturberuhigung an. Finanzminister Pranab Mukherjee geht beim BIP-Wachstum im Finanzjahr nur noch von 8 Prozent aus.

Account gelöscht!

08.06.2011, 10:42 Uhr

Teil II
Weltweit laufen die Konjunkturstrohfeuerpakete aus, die fast alle auf Pump finanziert wurden und wirkungslos verpufften, ohne den gewünschten Effekt, einen selbsttragenden Aufschwung auszulösen.

Die derzeitige Situation ist deshalb um ein Vielfaches schlimmer, als noch vor 3 Jahren, beim Ausbruch der größten Krise der Neuzeit, die die große Depression in den 30-ern bei weitem in den Schatten stellen wird.

Die größte Krise der Neuzeit, entstanden durch Leben auf Pump, wurde mit immer noch mehr Krediten bekämpft. Jetzt hat es sich ausgepumpt - jetzt sind die Retter pleite!!

Noch düsterer hörte sich vor wenigen Tagen in der New York Times Nobelpreisträger Paul Krugman an. "Wir sind, fürchte ich, im Frühstadium einer dritten Depression. Sie wird mehr wie die lange Depression im 19. Jahrhundert aussehen".

Der frühere britische Premier Gordon Brown zweifelt zum Ende dieses Frühjahrs an der laufenden Erholung: "Wenn wir so weiter machen, werden die Historiker in Zukunft einmal sagen, dass die Finanzkrise vor drei Jahren nur das Vorspiel zu einer Serie vermeidbarer Krisen war".

+++ Unser erträumter Aufschwung – eine Fata Morgana +++

Der ganz große Knall, davon sind wir nicht mehr weit entfernt. Noch ist dafür Zeit, seine Ersparnisse und Vermögen sicher und günstig in Edelmetalle und Rohstoffe umzuschichten.

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