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10.09.2012

18:45 Uhr

Statistik

Niedriglohnquote entfacht Debatte über Mindestlohn

Mehr als 20 Prozent der deutschen Beschäftigten verdienen nur 10,36 Euro brutto die Stunde. 2006 waren es noch 18,7 Prozent. Der Niedriglohn hat auch Auswirkungen auf die zukünftige Rente der Arbeitnehmer.

Niedriglöhne werden vor allem im Taxigewerbe, in Friseur- und Kosmetiksalons, im Reinigungsgewerbe sowie in der Gastronomie gezahlt. dpa

Niedriglöhne werden vor allem im Taxigewerbe, in Friseur- und Kosmetiksalons, im Reinigungsgewerbe sowie in der Gastronomie gezahlt.

BerlinImmer mehr Arbeitnehmer in Deutschland arbeiten für einen Niedriglohn. Jeder fünfte Beschäftigte in einem Betrieb mit zehn oder mehr Mitarbeitern habe im Jahr 2010 einen Stundenlohn von weniger als 10,36 Euro brutto erhalten, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Der Anteil der Niedriglohn-Beschäftigten sei auf 20,6 Prozent gestiegen nach 18,7 Prozent im Jahr 2006. Besonders hoch sei ihr Anteil mit 87 bis 81,5 Prozent unter Taxifahrern, Friseuren sowie im Reinigungsgewerbe. In Restaurants und Gaststätten, Wäschereien und chemischen Reinigungen sowie in Kinos bekämen drei von vier Beschäftigten einen Niedriglohn.

„Mit dieser Steigerung setzte sich ein längerfristiger Trend fort“, erklärte der Präsident des Bundesamtes, Roderich Egeler. Betroffen von Niedriglöhnen seien vor allem atypisch Beschäftigte. Dazu würden Teilzeit von bis zu 20 Wochenstunden, befristete Beschäftigung, Zeitarbeit und Minijobs gezählt. Fast jeder Zweite (49,8 Prozent) von ihnen habe einen Niedriglohn erhalten. Besonders ausgeprägt sei dies bei 400-Euro-Jobbern: 84,3 Prozent bekommen nur einen Niedriglohn.

Der Studie zufolge investieren nur 6,2 Prozent der zu einem Niedriglohn Beschäftigten per Entgeltumwandlung in eine Betriebsrente. Das sei deutlich seltener als bei Beschäftigten mit mittlerem Verdienst (22,4 Prozent) oder mit hohem Verdienst (36,4 Prozent). Wenn sich Niedriglöhner dazu entschlössen, brächten sie mit 4,1 Prozent ihres Bruttojahresverdienstes aber vergleichsweise viel für die Entgeltumwandlung auf.

Die Struktur der Arbeitsverdienste erhebt die Behörde alle vier Jahre. Als Niedriglohn gilt ein Verdienst von weniger als zwei Dritteln des mittleren Einkommens aller Beschäftigten. Daraus ergibt sich die Niedriglohngrenze von 10,36 Euro.

Daraus ergibt sich auch, dass Niedriglöhne nicht generell durch tarifliche oder gesetzliche Mindestlöhne verringert werden können. Bei tarifgebundenen Arbeitgebern etwa wurden laut der Studie 11,9 Prozent unterhalb der Niedriglohngrenze bezahlt.

Kommentare (5)

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10.09.2012, 12:39 Uhr

das wissen wir!

sterbende_demokratie

10.09.2012, 13:03 Uhr

Ich verstehe die ganze Aufregung nicht.
Genau darauf hat man doch durch die Politik über sogenannte "Reformen" -vornehmlich noch von RotGrün unter dem GasGerd- wissend und wollend hingearbeitet!

So ist das halt wenn ein (Unrecht)Staat von korrupten Maffiosis, sorry in Deutschland nennt man das natürlich Lobbyisten regiert wird!

Account gelöscht!

10.09.2012, 13:19 Uhr

Niedriglöhne sind nichts anderes als reiner Rentenbetrug.
Millionen Arbeiter verdienen in Deutschland einen Nettolohn von 1.100 bis 1.400 Euro. Frisöse gehen mit knapp 700,- Euro nach Hause. Diese kleinen Gehälter führen immer dazu, dass am Monatsende kein Geld zum Sparen übrig bleibt. Mit diesen kleinen Gehältern schafft man ¼ bis ½ Rentenpunkt im Jahr. In 30 bis 40 Jahren wird dann eine Rente zwischen 250,- und 450,- Euro ausbezahlt.

Kein Geringverdiener kann sich eine Zusatzversicherung für das Rentenalter in Form von Aktien, Goldbarren, Immobilienfonds oder sonstigen Wertpapieren leisten. Und die Risterrente ist ebenfalls für diese große arme Personenkruppe unsinnig. Für das Rentenalter müsste eine monatliche Lücke von 600,- bis 800,- Euro geschlossen werden. Wie soll das bei den kleinen Einkommen gehen?

Welch ein Zynismus.
Die Gehälter wollen viele Unternehmen und Politiker eher kürzen als erhöhen. Werden die Gehälter gekürzt kommen weniger Abgaben in die Rentenkasse herein. Werden die Einnahmen sinken gibt es zukünftig keine Rentenerhöhungen, im Gegenteil. Die Renten könnten schlagartig um bis zu 10% fallen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass weniger Berufstätige die Rente für mehr Rentner aufbringen müssen.

Und der ESM gibt Deutschland den Rest und treibt die Bevölkerung geradewegs in die bittere Armut. Schöne beschissene Aussichten. Denn, der ESM verschlingt endlos Kapital aus dem Staatshaushalt.

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