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06.06.2012

11:38 Uhr

Statistikamt

Der Euroraum wächst nicht mehr

Die Staatsschuldenkrise ist voll in der Realwirtschaft angekommen. Die Wirtschaft ist im ersten Quartal nach Angaben des Statistikamts Eurostat nicht mehr gewachsen. Und der Export rettet jetzt auch nichts mehr.

Europas Wirtschaft steckt in einem Tunnel fest. Die Stimmung mehr als einen Dämpfer bekommen. dapd

Europas Wirtschaft steckt in einem Tunnel fest. Die Stimmung mehr als einen Dämpfer bekommen.

Das Bruttoinlandsprodukt in den 17 Ländern des Euroraums war gegenüber dem vierten Quartal, in dem es um 0,3 Prozent schrumpfte, unverändert, teilte das Statistikamt der Europäischen Union am Mittwoch aus Luxemburg mit. Damit bestätigte Eurostat eine ursprüngliche Schätzung vom 15. Mai. Die Exporte stiegen in dem Zeitraum um 1 Prozent, während die Investitionen der Unternehmen um 1,4 Prozent sanken. Die Bautätigkeit ging gegenüber dem vierten Quartal um 1,1 Prozent zurück.

Die Wirtschaft des Euroraums dürfte im laufenden Quartal kaum an Dynamik gewinnen. Die Besorgnis um ein Auseinanderfallen der Währungsunion nimmt zu, nachdem in Griechenland Neuwahlen stattfinden müssen und sich die Bankenkrise in Spanien verschärft. Im Mai ist das Wirtschaftsvertrauen im Euroraum auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren gesunken, die Produktion im verarbeitenden Gewerbe ist geschrumpft und der Euro ist fast auf ein Zwei-Jahres-Tief zum Dollar gefallen.

“Wir rechnen mit einer wirtschaftlichen Schrumpfung im laufenden Quartal, vor allem aufgrund der Entwicklung bei den Exporten und den Investitionen”, sagt Gerd Hassel, Ökonom bei der BHF Bank AG in Frankfurt. “Es besteht ein erhöhtes Risiko einer Rezession, wobei die Unsicherheit auf der Stimmung lastet. Es ist naiv zu glauben, dass ein Ausstieg Griechenlands alle Probleme lösen würde.”

Der Euro hat im Mai gegenüber dem Dollar um 6,4 Prozent nachgegeben, womit sich die Abwertung in diesem Jahr auf 4,3 Prozent summiert.

Die Europäische Kommission hatte am 11. Mai mitgeteilt, die Euroraum-Wirtschaft werde in diesem Jahr voraussichtlich um 0,3 Prozent schrumpfen. Für 2013 erwartet sie eine Rückkehr zum Wachstum. Der Euroraum ließ den letzten Konjunktureinbruch im dritten Quartal 2009 hinter sich, nachdem die Europäische Zentralbank die Zinsen auf ein Rekordtief gesenkt hat. Die deutsche Wirtschaft, deren Expansion von 0,5 Prozent ein Abrutschen des Euroraums in die Rezession im ersten Quartal verhinderte, dürfte 2012 eine Steigerungsrate von 0,7 Prozent aufweisen, erklärte die Kommission.

Zwar hat der Anstieg bei den deutschen Exporten die Expansion in den ersten drei Monaten des Jahres angeschoben. Aber Konjunkturdaten signalisieren, dass sich die Dynamik in der größten europäischen Volkswirtschaft seitdem abgeschwächt hat. In Deutschland hat sich das Geschäftsklima im Mai stärker eingetrübt als Ökonomen erwartet hatten, auch wurden Investoren pessimistischer und die Produktion im verarbeitenden Gewerbe sank.



Kommentare (14)

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06.06.2012, 11:53 Uhr

Mein Sohn, 24 Jahre alt, 1,84m gross, wächst auch nicht mehr....ich muss etwas unternehmen.

Account gelöscht!

06.06.2012, 12:05 Uhr

wo sollen denn die 3 Millionen Facharbeiter aus dem Ausland
eigentlich arbeiten ?

Eurowahn

06.06.2012, 12:09 Uhr

Spanien muss nicht wegen des Landes sodern wegen der Banken unter den Rettungsschirm, sagt Herr Kauder. Das ist ja mal ein Ding, dass das einer der Politiker offen sagt !! Jetzt werden also die Banken zum zweiten Mal gerettet auf internationaler Ebene. Jetzt geben es selbst die Politiker zu, dass die ganzen Hilfen nicht der Bevölkerung oder den Bürgern dienen, sondern auschließlich den Banken. Wenn das schon Herr Kauder sagt, der Frau Merkel so nahe steht.
Leute lasst euch nicht weiter für dumm verkaufen. Wir arbeiten dann bis 67 während die Franzosen u.a. bald weider mit 60 Jahren in Rente gehen. Alles was wir hier in Deutschland erwirtschaften, verschleudern unsere Politiker an internationale Banken.
Wenn das schon Her Kauder sagt muss es ja stimmen. 4 Jahre ist es her, seit die Krise ausgebrochen it. 4 Jahre hatten die Politiker Zeit, die Banken an die Leine zu nehmen. Nichts wurde gemacht, es ist alles nur noch schlimmer geworden. Die Politiker haben über 4 Billionen Euro in das Bankensystem gepumpt.
Das Geld ist bei der Bevölkerung nie angekommen, deswegen verarmen die Menschen in den PIGSauch immer mehr.
Die Banken haben alleine davon profitiert und deren Manager und Vorstände. Denn die können sich ihre Millionengehälter und Boni mit unserem Geld weiter bezahlen. Im Jahre 2010 z.B. waren die Bankenboni in den USA höher als vor der Krise - sage und schreibe ca. 18 Milliarden Dollar

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