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30.09.2013

16:28 Uhr

Statistikbehörde Eurostat

Inflation im Euro-Raum auf Tiefstand

Die Teuerungsrate in der Euro-Zone ist weiter gefallen und datiert nun auf dem tiefsten Stand seit Februar 2010. Investoren hoffen auf weitere Zinssenkungen der EZB. Auch Verbraucher dürfen sich freuen.

Fahne der Europäischen Union (EU) mit Euro-Münze. Die europäische Statistikbehörde Eurostat hat Daten zur bisher niedrigsten Teuerungsrate in der Euro-Zone seit 2010 veröffentlicht. dpa

Fahne der Europäischen Union (EU) mit Euro-Münze. Die europäische Statistikbehörde Eurostat hat Daten zur bisher niedrigsten Teuerungsrate in der Euro-Zone seit 2010 veröffentlicht.

LondonDie Teuerungsrate im Euro-Raum hat im September mit 1,1 Prozent den niedrigsten Wert seit Februar 2010 markiert. Die Kennzahl, die die EU-Statistikbehörde Eurostat am Montag bekanntgab, lag zudem weit unter dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent. Nach Meinung von Analysten hat die EZB damit genügend Spielraum, um die Zinsen im Euroraum weiter zu senken, falls die gerade angelaufene Erholung der Wirtschaft in den 17 Euro-Ländern ins Stocken gerät.

Analysten zufolge dürfte die Tendenz zu relativ niedrigen Teuerungsraten erst einmal anhalten. Im Vormonat August hatte die Teuerungsrate bei 1,3 Prozent gelegen.

Vor allem die Energie- und Lebensmittelpreise waren nach Angaben von Eurostat für den Rückgang des Preisanstiegs im September verantwortlich. Nicht zuletzt nahm auch der abgewendete US-Militärschlag gegen Syrien den Druck aus den Energiepreisen. Auch die Kerninflation - sie schließt Lebensmittel, Alkohol und Tabak aus - fiel leicht von 1,1 Prozent im August auf ein Prozent.

„Das sind gute Nachrichten für die Verbraucher, da es ihrer Kaufkraft zugute kommt“, meinte Howard Archer, Chefökonom für Europa des globalen Finanzdienstleisters IHS Global Insight. „Zudem kann die EZB ihre extrem expansive Geldpolitik für eine längere Zeit aufrechterhalten oder sogar noch weitere, stimulierende Maßnahmen ergreifen, falls es nötig sein sollte“, meinte er.

Die Folgen der EZB-Niedrigzinspolitik

Schulden steigen

Künstlich niedrig gehaltene Zinsen befördern die Schuldenwirtschaft, insbesondere die der Staaten und der Bankenindustrie.

Spekulationswellen

Künstlich tiefe Zinsen lösen (inflationäre) Spekulationswellen aus, führen zu „Boom-and-Bust“-Zyklen: überhitzte Situationen, in denen, wenn niemand mehr bereit ist, Kredite zu finanzieren, alles in sich zusammenbricht.

Fehlinvestitionen werden künstlich am Leben gehalten

Ein künstlich tief gehaltener Zins befördert, dass unprofitable Investitionsprojekte also Fehlinvestitionen aufrecht gehalten werden.

Verminderter Reformdruck auf Krisenländer

Werden die Zinsen künstlich abgesenkt, so verringert sich der Reformdruck auf Regierungen und Banken, ihre Haushalte beziehungsweise Bilanzen zu verbessern.

Das Inflationsdatum vom September dürfte bei der monatlichen EZB-Sitzung diese Woche angesprochen werden. Doch Beobachter erwarten nicht, dass die Währungshüter sofort an der Zinsschraube drehen werden. Der Leitzins in der Eurozone liegt auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent.

Im zweiten Quartal hatte der Währungsraum nach sechs Quartalen der Rezession ein Wachstum von 0,3 Prozent verzeichnet. Das kleine Plus ging vor allem auf die deutsche Konjunktur zurück. Jüngste Indikatoren deuten aber darauf hin, dass sich immer mehr Euro-Länder erholen. Sogar für das krisengeschüttelte Griechenland wird in Kürze die Rückkehr zu Wachstum nach Jahren der Rezession erwartet.

Von

ap

Kommentare (9)

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Euroklopapier

30.09.2013, 16:43 Uhr

So ein Schwachsinn. Sie wollen sich nur die nächste Sparerenteignung schön reden. Die Inflation ist ja son niedrig! Das ich nicht lache. Wo gehen die Wahnsinningen einkaufen? Sie sollen mir das Geschäft nennen, damit ich meine Einkäufe dort auch erledigen kann.
Natürlich wenn man die Löhnerhöhungen der brüsseler Eurokraten betrachtet und die der Politiker, tut einem die Inflation nicht wirklich weh. Und so verarschen sie uns bis zur Währungsreform!

Account gelöscht!

30.09.2013, 16:46 Uhr

"Vor allem die Energie- und Lebensmittelpreise waren nach Angaben von Eurostat für den Rückgang des Preisanstiegs im September verantwortlich."
Tut mir Leid, aber das ist Verarsche des Verbrauchers. Möge mir die Redaktion die harsche Ausdrucksweise nicht verübeln. Ich vermisse eine Bemerkung über den prozentualen Preisanstieg der Lebensmittel in den letzten 2 Jahren. Milch, Fleisch, Gemüse, Weizenprodukte etc. pp.. Da hat es prozentual zweistellige Erhöhungen gegeben und nun feiert man diesen Murks wie die Mondlandung. Unglaublich.

Prof_Dr_Dr_Dr_AfD

30.09.2013, 16:49 Uhr

Inflation im Euro-Raum auf Tiefstand?

Die Teuerungsrate im Euro-Raum hat im September mit 1,1 Prozent den niedrigsten Wert seit Februar 2010 markiert?

Das KANN nicht sein.

Das DARF nicht sein.

Schließlich ist der Euro doch der Untergang - und Drahgi druckt Geld auf Bernanke-komm-raus!

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