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06.06.2014

08:45 Uhr

Statistische Bundesamt

Deutsche Exporte erholen sich dank Europa-Geschäft

Die wirtschaftliche Erholung der Euro-Zone hilft dem deutschen Außenhandel. Im April stiegen die Exporte kräftig, obwohl die Nachfrage aus den Schwellenländern nachließ.

Fahrzeuge aus dem VW-Konzern auf dem Autoterminal im Hafen, direkt am VW-Werk in Emden: Deutschlands Export nimmt etwas ab. dpa

Fahrzeuge aus dem VW-Konzern auf dem Autoterminal im Hafen, direkt am VW-Werk in Emden: Deutschlands Export nimmt etwas ab.

WiesbadenDie deutsche Wirtschaft profitiert von der Erholung in Europa. Ihre Exporte stiegen deshalb im April so kräftig wie seit fast zwei Jahren nicht mehr, obwohl die Nachfrage aus den Schwellenländern nachließ. Auch die Produktion legte zu. Die Bundesbank hob ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum 2014 an, doch warnte ihr Präsident Jens Weidmann vor Risiken von außen.

Die Exporte seien um 3,0 Prozent zum Vormonat gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Das Plus fiel damit doppelt so stark aus wie von Ökonomen erwartet. In den beiden Vormonaten waren die Ausfuhren noch gesunken. "Die Impulse kommen aus der Euro-Zone", sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Volker Treier. "Nach all den Reformen berappelt sie sich langsam wieder."

Die Bundesbank blickt zunehmend optimistisch auf die deutsche Wirtschaft. Sie hob ihre Prognose für das Wachstum 2014 auf 1,9 von zuvor 1,7 Prozent an. Im kommenden Jahr rechnet sie weiter mit einem Plus von 2,0 Prozent, das sich 2016 auf 1,8 Prozent abschwächen soll. Weidmann warnte aber vor Gefahren: "Erhöhte geopolitische Spannungen oder eine erneute Zuspitzung der Krisen im Euro-Raum würden das Wachstum nicht nur über den Außenhandel, sondern auch über Vertrauenseffekte dämpfen."

Größte Volkswirtschaften 2013 - 2028

Rang 10

2013
Kanada
1,8 Billionen Dollar
2028
Kanada
3,7 Billionen Dollar
Quelle: CEBR. Angaben beziehen sich auf das geschätzte Bruttoinlandsprodukt

Rang 9

2013
Italien
2,1 Billionen Dollar
2028
Mexiko
3,7 Billionen Dollar

Rang 8

2013
Russland
2,1 Billionen Dollar
2028
Russland
4,1 Billionen Dollar

Rang 7

2013
Brasilien
2,2 Billionen Dollar
2028
Großbritannien
4,3 Billionen Dollar

Rang 6

2013
Großbritannien
2,65 Billionen Dollar
2028
Deutschland
4,3 Billionen Dollar

Rang 5

2013
Frankreich
2,7 Billionen Dollar
2028
Brasilien
5,1 Billionen Dollar

Rang 4

2013
Deutschland
3,6 Billionen Dollar
2028
Japan
6,4 Billionen Dollar

Rang 3

2013
Japan
5 Billionen Dollar
2028
Indien
6,6 Billionen Dollar

Rang 2

2013
China
8,9 Billionen Dollar
2028
USA
32,2 Billionen Dollar

Rang 1

2013
USA
16,7 Billionen Dollar
2028
China
33,5 Billionen Dollar

Die Ausfuhren in die Euro-Zone - mit einem Anteil von etwa 40 Prozent wichtigster Exportkunde - wuchsen um 2,7 Prozent im Vergleich zum April 2013. Die Ausfuhren in die EU-Länder, die nicht Teil der Euro-Zone sind, zogen sogar um 6,9 Prozent an. Dazu gehören osteuropäische Staaten wie Polen sowie Großbritannien. Die Exporte außerhalb der EU - wozu die USA, aber auch große Schwellenländer wie China und Russland zählen - fielen dagegen um 5,7 Prozent. "Die Entwicklung der Schwellenländer macht uns Sorgen", sagte Treier. "Da ist die Luft raus im Moment." Russland etwa - lange der am schnellsten wachsende Auslandsmarkt für deutsche Exporteure - steht wegen der Ukraine-Krise vor einer Rezession. Sie löste eine Kapitalflucht und Sanktionen des Westens aus. Die deutschen Exporte dorthin brachen im ersten Quartal um 13 Prozent ein.

Auch die Produktion der deutschen Unternehmen zog im April an, wenn auch nur um 0,2 Prozent und damit halb so stark wie erwartet. "Das ist insgesamt ein guter Start ins zweite Quartal", sagte BayernLB-Ökonom Stefan Kipar. Viele Experten halten ein Plus von 0,5 Prozent für möglich, nachdem es zu Jahresbeginn dank des milden Winters sogar 0,8 Prozent waren. "Trotz Russland-Krise läuft die deutsche Außenwirtschaft gut", sagte Berenberg-Bank-Chefvolkswirt Holger Schmieding. Die Nachfrage nach Waren "Made in Germany" zog zuletzt spürbar an: Die exportabhängige Industrie erhielt im April 5,5 Prozent mehr Aufträge als im Vormonat.

Von

rtr

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