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19.01.2006

12:33 Uhr

Steigende Immobilienpreise

Wahlgeschenke für die Schweden

VonHelmut Steuer

Schwedens stellvertretender Zentralbankchef Lars Nyberg ist besorgt. Er warnt seine Landsleute vor einer Immobilienblase, die demnächst platzen könnte. Ein Mittel, um rechtzeitig gegenzusteuern, sind Erhöhungen der Leitzinsen.

STOCKHOLM. Noch im Dezember konnte sich Nyberg damit in der Zentralbank-Sitzung nicht durchsetzen – jetzt könnte es anders aussehen. Volkswirte erwarten in dieser Woche eine leichte Zinsanhebung durch die schwedische Reichsbank.

Auch dann dürfte aber der Leitzins immer noch rekordverdächtig niedrig sein. Vor der erwarteten Erhöhung liegt er in Schweden bei 1,5 Prozent und damit deutlich unter dem Niveau in der Euro-Zone von 2,25 Prozent. Volkswirte rechnen damit, dass es in Schweden im Jahresverlauf zu weiteren Zinserhöhungen kommen wird, doch auch diese würden moderat ausfallen. Denn das Inflationsziel der Zentralbank von zwei Prozent über einen Konjunkturzyklus sei nicht in Gefahr.

Die niedrigen Zinsen haben viele Schweden bisher veranlasst, sich hoch zu verschulden, um eine Eigentumswohnung oder ein Haus kaufen zu können. Die höhere Nachfrage hat die Preise für Eigentumswohnungen und Villen, insbesondere in Stockholm, in den vergangenen Jahren explodieren lassen. Mit Blick darauf sagte Nyberg vor Kurzem: „Die Preisanpassung nach unten kann sehr dramatisch ausfallen.“ Und weiter: „Hauspreise und die private Verschuldung können ein Niveau erreichen, bei dem eine negative Spirale entstehen kann, wenn sich die Konjunktur abschwächt“, warnte er.

Auch wenn Nyberg deutliche Worte fand, sieht er keine Gefahr, dass sinkende Immobilienpreise wie zu Beginn der neunziger Jahre zu einer schweren Bankenkrise führen. Die privaten Haushalte hätten heute im Vergleich zu den damaligen Krisenjahren erheblich größere finanzielle Polster und könnten bevorstehende Zinserhöhungen besser abfedern.

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