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20.01.2011

04:15 Uhr

Steigende Kosten

China erhöht Mindestlohn für Arbeiter

VonFinn Mayer-Kuckuk

Durch Ausbeutung der eigenen Arbeiter hat China ausländische Industrie in einem nie gekannten Ausmaß ansiedeln können. Doch die Volksrepublik will nicht länger der gobale Billigheimer sein und lässt die Löhne stetig steigen. Erste Unternehmen halten das fernöstliche Land bereits für richtig teuer.

Arbeiter in China: Regierung ermöglicht höhere Löhne. Reuters

Arbeiter in China: Regierung ermöglicht höhere Löhne.

HB PEKING. Die südchinesische Industrieprovinz Guangdong führt höhere Lohnuntergrenzen ein. Ab dem 1. März sollen Arbeiter in der Stadt Guangzhou mindestens 1300 Yuan (150 Euro) im Monat erhalten, teilte die Präfekturregegierung mit.

In den Städten Zhuhai, Foshan und Dongguan liegen die neuen Mindestlöhne bei 1100 Yuan pro Monat. Auch dort konzentrieren sich zahlreiche Betriebe, die für den westlichen Markt produzieren. Andere Provinzen habe ihre Mindestlöhne in den vergangenen Monaten ebenfalls um bis zu zwanzig Prozent hochgeschraubt.

Forscher und Unternehmen rechnen nun damit, dass die Löhne weiter rapide steigen. China stehe auch in diesem Jahr vor hohen Einkommenszuwächsen, urteilt die Großbank Credit Suisse in einem aktuellen Bericht. Für 2011 bis 2015 erwarten die Experten Lohnzuwächse von 19 Prozent jährlich. Das gebe auch den Lohnstückkosten Auftrieb, sagt Ökonom Louis Kuijs von der Weltbank.

Auch deutsche Unternehmen spüren den Preisauftrieb in China. Der Turnschuhhersteller Adidas beispielsweise kann das nicht ignorieren – er lässt zwischen 35 und 40 Prozent seiner Produkte in China fertigen. Auf die höheren Kosten müsse sein Unternehmen mit Effizienzsteigerungen reagieren, sagte Firmenchef Herbert Hainer.

Wenn der Trend so weitergehe, müsse Adidas notfalls die Preise erhöhen, so Hainer weiter. Auch andere Großkonzerne stehen in China unter Druck. Die Hamburgerkette McDonald’s hat in China kürzlich ihre Verkaufspreise heraufgesetzt. Die Bekleidungskette Hennes & Mauritz (H&M) befürchtet ebenfalls, Kostensteigerungen an seine Kunden weitergeben zu müssen.

Kommentare (1)

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Seher

20.01.2011, 06:44 Uhr

Die Unternehmen die in China produzieren haben mein tiefstes Mitgefühl. Danke das ihr uns in Deutschland dadurch stark unter Druck gesetzt habt und wir dadurch weniger verdienen. ich habt uns geholfen konkurrenzfähig zu bleiben. Transferiert Wissen nach China. Stellt keine neuen Leute hier ein. ihr vertraue euch das ihr alles Sinnvolle tut damit meine Rente sicher ist und ich günstig Chinesisch produzierte Ware kaufen kann.

Einen besonderen Dank an die Topmanager die in diesen Unternehmen das Sagen haben. Danke das ihr das Wort Moral neu definiert habt und dafür gesorgt habt das eure Leute alle eure Entscheidungen als etwas vollkommen normales akzeptieren.

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