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01.03.2011

17:21 Uhr

Steigende Nachfrage

US-Konjunktur stimmt Fed-Chef Bernanke zuversichtlich

Die US-Industrie hat an Fahrt aufgenommen und wächst wie seit 2004 nicht mehr. Auch den US-Notenbankchef Ben Bernanke stimmt die Konjunkturentwicklung optimistisch - allerdings warnt er vor verfrühter Euphorie.

Ben Bernanke: Die US-Konjunktur stimmt den Fed-Chef zuversichtlich. Quelle: Reuters

Ben Bernanke: Die US-Konjunktur stimmt den Fed-Chef zuversichtlich.

New York/WashingtonAngesichts der anziehenden Konjunktur hellt sich die Stimmung von US-Notenbankchef Ben Bernanke etwas auf. Es bestehe trotz andauernder Probleme „Grund zu Optimismus für die Entwicklung des Arbeitsmarktes in den nächsten Quartelen“, sagte Bernanke am Dienstag bei seiner halbjährlichen Anhörung vor dem Bankenausschuss des US-Senats. Er sehe inzwischen mehr und mehr Anzeichen für einen selbst tragenden Aufschwung; allerdings müsste sich die Lage am Arbeitsmarkt, der Achillesferse der US-Konjunktur, nach der Krise erst noch nachhaltig bessern. „Erst wenn wir eine länger dauernde Periode, in der Jobs geschaffen werden, sehen, können wir wirklich sagen, dass die Erholung tatsächlich greift.“

Die US-Industrie hat im Februar spürbar an Fahrt aufgenommen. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager signalisierte das stärkste Wachstum seit Mai 2004. Das Barometer stieg auf 61,4 Punkte von 60,8 Punkten im Vormonat, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Dienstag mitteilte. Experten hatten im Schnitt lediglich mit 61,0 Punkte gerechnet . Ab Werten von 50 Punkten wird Wachstum signalisiert.

Beflügelt wird die Industrie von der steigenden Nachfrage: Der Auftragseingang zog so stark an wie seit Januar 2004 nicht mehr, die Auftragsbücher füllten sich kräftig. Das beflügelte die Produktion, die deutlich stärker ausgeweitet wurde als im Januar. Gute Nachrichten liefert der Bericht auch für den Arbeitsmarkt: Die Firmen stockten ihre Belegschaften so stark auf wie seit Januar 1973 nicht mehr. „Vor diesem Hintergrund wird es für Fed-Chef Bernanke immer schwieriger, die expansive Geldpolitik zu rechtfertigen“, sagte Helaba-Experte Ulrich Wortberg.

Zu schaffen machen den Firmen aber die steigenden Preise. Vor allem Rohstoffe wie Rohöl oder viele Metalle verteuern sich weltweit.

Der jüngste Anstieg der Teuerung ist nach Meinung Bernankes nur temporär und wird eher moderat bleiben. Bernanke trat damit Befürchtungen entgegen, der unter anderem wegen der Unruhen in Nordafrika steigende Ölpreis könnte die USA als weltgrößten Energieverbraucher härter treffen als erwartet. „Allerdings werden wir diese Entwicklungen genau beobachten und sind darauf vorbereitet falls nötig zu halten, um die Erholung im Kontext stabiler Preise bestmöglich zu unterstützen.“ Die Fed entscheidet das nächste Mal Mitte des Monats über ihren geldpolitischen Kurs. Der Leitzins in den Vereinigten Staaten liegt derzeit bei 0 bis 0,25 Prozent. Die Zentralbank kauft zudem in großem Stil Wertpapiere auf und pumpt folglich viele Milliarden Dollar in die Wirtschaft. Alleine das im vergangenen November aufgelegte zweite derartige Programm ist 600 Milliarden Dollar schwer. Beschlusslage ist, dass die Fed das Programm im Sommer beendet. Die Notenbanker sind derzeit uneins darüber, wie es dann weitergehen soll.

 

 

Von

rtr

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