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21.11.2016

16:38 Uhr

Steuereinnahmen

Volle Kassen beim Bund

Bund und Länder haben Steuern im Wert von 44,4 Milliarden Euro eingenommen – ein Plus von über acht Prozent im Vergleich zum Vormonat. Besonders die gute Konjunktur und die hohe Beschäftigung sorgen für volle Kassen.

Bund und Länder haben im Oktober deutlich mehr Steuern eingenommen als noch im Vormonat. Besonders die hohe Beschäftigungsquote sorgt für kräftige Einnahmen bei der Lohnsteuer. Für das Jahr 2016 rechnet die Steuerschätzung mit einem Plus von 3,6 Prozent im Vergleich zu 2015. dpa

Volle Kassen

Bund und Länder haben im Oktober deutlich mehr Steuern eingenommen als noch im Vormonat. Besonders die hohe Beschäftigungsquote sorgt für kräftige Einnahmen bei der Lohnsteuer. Für das Jahr 2016 rechnet die Steuerschätzung mit einem Plus von 3,6 Prozent im Vergleich zu 2015.

BerlinDie gute Konjunktur in Deutschland lässt die Steuerkassen weiter klingeln. Der Bund und die Länder nahmen im Oktober mit 44,4 Milliarden Euro 8,2 Prozent mehr ein als im Vorjahresmonat, wie das Bundesfinanzministerium am Montag mitteilte. Ursache für den steilen Anstieg waren neben der hohen Beschäftigung auch die Tariflohnerhöhungen in diesem Jahr. So legten allein die Lohnsteuereinnahmen um neun Prozent auf 14,2 Milliarden Euro zu. Die Bundesbank erwartet, dass sich die Staatsfinanzen weiter verbessern, auch dank der niedrigen Zinsen auf die Altschulden.

Dem Finanzministerium zufolge kletterten im Oktober die vom privaten Konsum angetriebenen Umsatzsteuereinnahmen um 9,2 Prozent auf 18,3 Milliarden Euro. Zudem brachten auch die von großen Unternehmen gezahlten gewinnabhängigen Steuern wie die Körperschaftsteuer erheblich mehr Geld ein als vor einem Jahr.

Checkliste: Diese Belege helfen Steuern sparen

Einkünfte

Lohnsteuerbescheinigung

Bescheinigung über
- Arbeitslosengeld/ Elterngeld/ Kurzarbeitergeld
- Krankengeld / Mutterschaftsgeld

bei Rentenbezug (z. B. Alters-, Erwerbsunfähigkeits-, Witwen-, private Versicherungsrenten)
- bei erstmaligem Bezug den Rentenbescheid
- jährliche Rentenbescheinigung

Bescheinigung über vermögenswirksame Leistungen (z. B.: Bausparvertrag): Anlage VL
Belege über Nebeneinkünfte

Quelle: Aktuell Lohnsteuerhilfeverein e.V.

Einküfte aus Kapitalvermögen

Jahreszinsbescheinigungen, etwa von Bausparkassen, Banken, Fondsgesellschaften

Steuerbescheinigungen bei einbehaltener Zinsabschlagsteuer (Abgeltungsteuer)

Belege über Verkauf von Aktien / Grundstücken / Vermögenswerten etc.

Kinder

bis 14 Jahre: Betreuungskosten z. B. Gebühren für Kindergarten, -hort, Babysitter, Tagesmutter

über 18 Jahre: Ausbildungs- und Lehrverträge, Immatrikulationsbescheinigung bei Studium

im Ausland: Familienstandsbescheinigung

Belege über Schulgeld, Krankenversicherungsbeiträge, Lohnsteuerbescheinigung des Kindes, Waisenrentenbescheinigung

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Werbungskosten

Gewerkschaftsbeiträge, Unfallversicherung, Rechtschutzversicherung

Bewerbungskosten (z. B. Kopier-, Porto-, und Fahrtkosten, Bewerbungsmappen)

Reisekosten: Erhöhte Fahrtkosten, Verpflegungspauschalen, Unterkunftskosten (z. B. Kraftfahrer, Bauarbeiter, Außendienst)

Winterbeschäftigungsumlage

Fahrten Wohnung - Arbeitsstätte, Auswärtstätigkeit
- Entfernungs-km, Anzahl Fahrten
- Sammelbeförderung z. B. Werkbus (TÜV-Bericht / ASU / Inspektionsrechnungen immer aufheben wg. km-Stand)
- Unfallkosten PKW

Arbeitsmittel (z. B. Computer, Druckerpatronen, Büromaterial, Werkzeug, Berufskleidung, Fachliteratur)

doppelte Haushaltsführung (Miete, Mietnebenkosten, notwendiger Hausrat, Zweitwohnungssteuer)

Steuerberatungskosten

Fortbildungskosten (Kurs- und Prüfungsgebühren, Kosten für ein Zweitstudium)

Arbeitszimmer (sofern der Arbeitgeber keinen geeigneten Arbeitsplatz stellt)

beruflich veranlasste Umzugskosten (Spediteur, Umzugshelfer, Renovierungskosten, Anschlussgebühren, etc.)

Außergewöhnliche Belastungen

Krankheitskosten (z. B. Medikamente, Zahnarzt, Brille, Krankenhausaufenthalt, Kur, Physiotherapie)

Fahrtkosten zum Arzt (Anzahl der Fahrten und km)

Scheidungskosten / Beerdigungskosten

Kosten für Haushaltshilfe

Nachweis über Behinderung (Behindertenausweis, Bescheinigung vom Versorgungsamt, Rentenbescheid über Unfallrente)

Unterhaltsleistungen Kinder / Ehefrau / Eltern / Großeltern / Lebensgefährte/in

Krankenversicherungsbeiträge für unterhaltene Personen

Sonderausgaben

Riester-Rente

Rürup-Rente (Basisrente)

Versicherungsbeiträge (z. B. Lebens-, Haftpflicht-, Kfz-, Unfallversicherung)

Krankenversicherung: Nachweis Basistarif, Beitragserstattungen

Spendenbescheinigungen

Handwerkerleistungen - haushaltsnahe Dienstleistung

Haushaltsnahe Dienstleistungen:

Reinigung, Gartenpflegearbeiten (wie z. B. Rasenmähen oder Heckenschneiden), Schneeräumen

Umzugsdienstleistungen (Umzugsspedition)

Pflege von kranken Personen

Handwerkerleistungen:

Arbeiten an Haus oder Wohnung, Reparatur und Wartung von Gegenständen, Kontrollaufwendungen (z. B. Gebühr für den Schornsteinfeger)

Hinweis: Alle Arbeiten müssen im oder am Haus bzw. an Wohnung vorgenommen worden sein

Voraussetzungen:

Begünstigt ist nur der Arbeitslohn, einschließlich der in Rechnung gestellten Maschinen und Fahrtkosten - keine Leihgebühr für Maschinen

Hinweis: Kontoauszüge müssen die Bezahlung per Überweisung belegen

Immobilien

Vermieter:

- Kaufvertrag, Makler-, Auflassungsgebühr, Grunderwerbssteuer, Notarkosten

- Bau-, Reparaturrechnungen, Zinsbescheinigungen

Sonderabschreibung:

- für ein Baudenkmal, Gebäudesanierung

Damit nahmen der Bund und die Länder in den ersten zehn Monaten dieses Jahres bereits 516,9 Milliarden Euro ein. Das sind 4,5 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2015. Für das Gesamtjahr 2016 hat die Steuerschätzung nur ein Plus von 3,6 Prozent vorhergesagt, das voraussichtlich übertroffen wird. Die guten Finanzdaten dürften die Debatte über Steuersenkungen nach der Bundestagswahl im kommenden Herbst weiter beflügeln.

Für die Konjunktur zeichnete das Ministerium in seinem Monatsbericht ein positives Bild: "Die nach wie vor günstigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die monatlichen Konjunkturindikatoren (...) sprechen für eine Fortsetzung der konjunkturellen Aufwärtsbewegung in den kommenden Monaten." Für das Gesamtjahr 2016 geht die Bundesregierung von einem realen Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent aus. Vor allem die robuste Binnenwirtschaft stärke weiterhin das Wirtschaftswachstum.

Zuversichtlich ist auch die Bundesbank. Der positive Konjunktureinfluss und weiter sinkende Zinsausgaben dürften die öffentlichen Haushalte zusätzlich entlasten, schrieb die Experten der Zentralbank in ihrem Monatsbericht. Zugleich würden die Flüchtlingsausgaben wohl weitgehend stabil bleiben. Denn der Unterstützungsbedarf für die bislang zugewanderten Menschen sinke, während in den kommenden Monaten weniger Flüchtlinge erwartet würden. Die Bundesbank rechnet allerdings mit deutlich höheren Ausgaben etwa bei Pflegeleistungen oder bei den Renten.

Das Einnahmeplus und die niedrigen Zinsen helfen nicht nur dem Bund, sondern auch den Ländern. Nach einer Aufstellung des Bundesfinanzministeriums wiesen die 16 Länder zum Ende des dritten Quartals insgesamt einen Überschuss von 3,6 Milliarden Euro aus. Das war eine Milliarde Euro mehr als ein Jahr zuvor. Bisher gehen die Länder-Planungen für das Gesamtjahr 2016 noch von einem Defizit von 10,6 Milliarden Euro aus. Dem Ministerium zufolge dürfte das Ergebnis jedoch deutlich besser ausfallen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Peter Noack

21.11.2016, 11:33 Uhr

Die Steuereinnahmen des Bundes und der Länder sind im Oktober 2016 um über 8 Prozent gestiegen!

Weia denn noch jemand was die Steuerschätzer bot zwei Wochen für 2ß17 und folgende Jahre errechnet haben?

Jedes Prozent mehr Steuereinnahmen sind fast 7 Milliarden. Wieviel sind dann acht Prozent?

In einer Woche ist der November mit dem Weihnachtsgeld vorbei. Schon 2016 können es rund 700 Mrd. Euro für Bund und Länder sein. Im nächsten Jahr schon 735 Milliarden, ohne Steuereinnahmen der Kommunen. Die Steuerschätzung war also wieder zu pessimistisch.

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