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13.03.2012

15:25 Uhr

Stimmt es, dass...

Lohnen sich Immobilien bei Inflation auch bei hohen Zinsen?

Vor hoher Inflation schützen bekanntlich Investitionen in Sachwerte. Doch bei dieser Konjunkturlage klettern auch die Zinsen hoch. Lohnt sich während einer Inflation auch bei hohen Realzinsen der Kauf von Immobilien?

Norbert Häring ist Handelsblatt-Korrespondent in Frankfurt und Autor des Buches „So funktioniert die Wirtschaft“ (Hauke). Bernd Roselieb für Handelsblatt

Norbert Häring ist Handelsblatt-Korrespondent in Frankfurt und Autor des Buches „So funktioniert die Wirtschaft“ (Hauke).

Wenn die Inflation hoch ist und die Zentralbank dabei ist, die Inflationsspirale zu brechen, dann ist der Realzins besonders hoch. Realzins ist der ausgewiesene Zins abzüglich der erwarteten Geldentwertung. Zum einen verlangt der Markt bei hohen Inflationsraten eine hohe Risikoprämie im Zins. Zum anderen treibt die Zentralbank bewusst den Realzins nach oben, um die Inflationsdynamik zu brechen.

Ein hoher Realzins ist schlecht für Sachwerte, weil deren Erträge, zum Beispiel Mieten, bis weit in die Zukunft anfallen. Ein einfaches Beispiel: Wenn der Realzins ein Prozent beträgt und meine Immobilie im nächsten Jahr (und nur in diesem) 100 Euro (plus Ausgleich für Inflation) abwirft, dann ist sie genauso viel wert, wie 99 Euro, die ich heute habe und mit einem Prozent über der Inflationsrate anlege. Beträgt der Realzins zehn Prozent, so ist sie nur so viel wert wie 91 Euro heute, die ich zu zehn Prozent anlege. Man sieht, der Barwert oder abgezinste Wert ist bei höherem Realzins geringer.

Das ist ein wichtiger Grund, warum Sachwerte in Zeiten hoher Inflation oft günstig zu haben sind. Aber man muss dafür natürlich eigenes Geld anzulegen haben. Wenn man es sich leihen muss, wird man durch die hohen Zinsen gekniffen.

Martin Siegel wirft ein, Inflation sei auch, wenn zusätzliches Geld die Preise von Sachwerten nach oben treibe. Diese Definition ist nicht üblich. Man sollte den Unterschied zwischen Inflation (Anstieg der Verbraucherpreise) und Preissteigerungen bei Vermögenswerten wie Aktien oder Immobilien nicht verwischen.

Steigen die Löhne stark, reagiert die Notenbank mit höheren Zinsen, und die Zeiten für Sachwerte werden eher schwierig. Wenn vor allem die Kapitaleinkommen steigen, der (Real-)Zins niedrig ist und Geld wie derzeit eher in Finanzanlagen fließt als in Konsum, dann sind das gute Zeiten für Aktien und Immobilien.

Kommentare (1)

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lichtenberg

13.03.2012, 15:51 Uhr

richtig,

aber auch gute Zeiten für einen der verkaufen kann und
nicht anlegen will.
Also ein Mietshaus aufteilen in Eigentumswohnungen.

Es sind auch klasse Verkaufzeiten.
Keiner guckt genau hin, Schwächen des Objektes werden ignoriert.
Im Prinzip ist HEUTE ein VERKÄUFERMARKT

je übler und runtergelebter das Objekt in Guter Lage
umso besser. Weg damit.
Den Investitions-Stau darf der Nachfolger erledigen.
So einfach ist das.

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