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28.02.2012

14:31 Uhr

Stimmt es, dass...

Übernehmen die Notenbanken die Schulden der Südländer?

VonNorbert Häring

Mit den Dreijahresanleihen will die EZB Banken auffordern, Staatsanleihen zu kaufen - und gibt so Kredite an Schuldenländer. Geheim bleibt jedoch, wie viele Anleihen von welchen Staaten die Notenbanken selbst einkaufen.

Menschen aus Spanien, Italien, Portugal und Griechenland halten in Frankfurt am Main ihre Landesfahnen vor dem Hauptsitz der Europäischen Zentralbank in die Höhe. dpa

Menschen aus Spanien, Italien, Portugal und Griechenland halten in Frankfurt am Main ihre Landesfahnen vor dem Hauptsitz der Europäischen Zentralbank in die Höhe.

Noch nicht ganz. Wenn die Währungsunion Bestand hat, müssen die Südländer ihre Schulden selbst begleichen. So richtig geheim ist er auch nicht, dieser Bailout durch die Notenbanken, also die Schuldenvergemeinschaftung. Geheim halten Europäische Zentralbank (EZB) und nationale Notenbanken nur, wie viele Anleihen welcher Länder sie selbst gekauft haben.

Ansonsten liegt die Neben-Rettungsaktion offen. So zeigt die jüngste Kreditstatistik der EZB, dass die Staatsanleihekäufe der Banken von November bis Januar 135 Milliarden Euro betrugen. In den drei Monaten zuvor war es exakt halb so viel. Die Jahreswachstumsrate stieg von 0,1 Prozent auf elf Prozent.

Man erinnere sich: Anfang Dezember gab die EZB den Banken knapp eine halbe Billion Euro Kredite für drei Jahre; eine Einladung, damit Staatsanleihen zu kaufen. Es sind nach allem, was man weiß, vor allem die Banken in Italien und Spanien, die kräftig zugelangt haben.

Norbert Häring ist Handelsblatt-Korrespondent in Frankfurt. Bernd Roselieb für Handelsblatt

Norbert Häring ist Handelsblatt-Korrespondent in Frankfurt.

Heute dürfen die Banken nochmals zugreifen, denn ein zweites Mal können sie so viele Dreijahreskredite abrufen, wie sie Sicherheiten dafür bieten können. Damit die Grenze nicht so schnell greift, hat die EZB die Ansprüche gesenkt. Notfalls liefert der Staat seinen Banken die Sicherheiten.

Die Tatsache, dass vor allem die Banken der Südländer auf die EZB-Kredite zurückgreifen, hat dazu geführt, dass die dortigen Notenbanken riesige Verbindlichkeiten gegenüber der EZB aufgebaut haben. Umgekehrt hat die Bundesbank einen Anspruch von rund 500 Milliarden Euro. Er entstand, weil die Südländer das Geld, das die Banken in die Wirtschaft einspeisen zur Bezahlung von Importen und im Wege der Kapitalflucht nach Deutschland transferieren.

Kommentare (5)

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KHD

28.02.2012, 15:14 Uhr

Man könnte auch die Aussage Draghis anders interpretieren :
Im Nomalfall sind Verbindlichkeiten einzelner Notenbanken gegenüber Forderunegn anderer Notenbanken kein Problem, wenn sie sich immer wieder asugleichen. Wenn sie jedoch langfristige Ungleichgewichte aufzeigen und sich kontinuierlich immer weiter vergössern, signalisieren sie damit, egal wie diese ausgelöst werden, dass hier darin ein Indiz zu sehen ist für eine sich selbst auflösende Währungsunion - ohne politisches Primat, aber dafür mit einem um so höheren Schaden, je länger man dem zusieht.

Account gelöscht!

28.02.2012, 15:16 Uhr

"Übernehmen die Notenbanken die Schulden der Südländer?"
Was ist denn das für eine Überschrift?
Nicht die NOTENBANKEN übernehmen die Schulden, sondern die Steuerzahler übernehmen die Schulden samt und sonders, denn diesen gehören genau DIE Banken, die hier ihr schmutziges Geschäft betrieben und alles verzockt haben!

petr

28.02.2012, 15:30 Uhr

Frage, ist hier jemand, der MEINE Schulden übernimmt ?
Hmmmmmmmm !!!

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