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20.04.2012

12:55 Uhr

Stimmt es, dass...

Was bedeutet die Pendlerpauschale für die Wohnsitzwahl?

VonNorbert Häring

Eine Reform der Pendlerpauschale könnte die Finanzlage der Städte und die Standortentscheidungen deutlich verbessern, wenn Pendler ihre Fahrtkosten von der Steuer absetzen dürften.

Norbert Häring

Norbert Häring ist Korrespondent in Frankfurt.

Das Thema Pendlerpauschale treibt die Handelsblatt-Leser um wie kein zweites. Die Pendler unter ihnen finden es ungerecht, dass sie Fahrten zur Arbeit nur mit mageren Sätzen von der Steuer absetzen können, obwohl viele wegen häufiger Versetzungen oder räumlicher Bindung von Lebenspartnern und Familie gar nicht anders können, als diese Fahrten in Kauf zu nehmen. Sonst erzielen sie kein Einkommen, das der Staat besteuern könnte. Andererseits gibt es auch die in der Kolumne vom 16. April erwähnten Arbeitnehmer, die ihren privaten Standort frei wählen können und diesen optimieren, indem sie höhere Fahrtkosten unter anderem mit günstigeren Wohnkosten in größerer Entfernung ausgleichen.

Eine Beschränkung der Abzugsfähigkeit auf Entfernungen ab dem 21. Kilometer, wie sie die frühere Bundesregierung einmal plante, ist ein krudes Mittel, um die Standortentscheidung der Optimierer nicht zu verzerren und gleichzeitig den Schaden für die Zwangspendler in Grenzen zu halten. Dabei sollte das, was bei den ersten 20 Kilometern gespart wird, eingesetzt werden, um die Pauschale für die größeren Strecken näher an die tatsächlichen Kosten zu bringen.

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Wollte man mehr Einzelfallgerechtigkeit erreichen, müsste man genauer hinschauen. Bei Entfernungen über 25 oder 30 Kilometer kann man getrost davon ausgehen, dass wenige zur Standortoptimierung pendeln. Bei Alleinstehenden ist allerdings eine Abwägung zu treffen, wie lange man aus Respekt vor ihren sozialen Bindungen an den Wohnort, den Abzug hoher Pendelkosten statt eines Umzugs erlauben will.

Bei geringeren Entfernungen könnte man den Steuerpflichtigen ermöglichen, darzulegen, dass nicht Standortoptimierung der Grund für die Notwendigkeit des Pendelns ist. Häufige Versetzungen, der Arbeitsplatz des Lebenspartners, schulpflichtige Kinder und selbst genutzter Immobilienbesitz sind leicht nachweisbare Merkmale, die das zeigen können. Wer aber - mit oder ohne Familie - ins Umland abwandert oder sich bei Zuzug in die Region dort niederlässt, dürfte keine Pendelkosten in die Stadt von der Steuer absetzen. Kurzfristig wären die Mehreinnahmen für den Finanzminister wohl gering. Aber langfristig könnte eine solche Reform dazu beitragen, viele Standortentscheidungen - und die Finanzlage der Städte - deutlich zu verbessern.


Kommentare (3)

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Williwinzig

20.04.2012, 13:11 Uhr

Wieder mal nicht weiter als dusseliges Blablabla ......

Account gelöscht!

20.04.2012, 13:40 Uhr

Was ist Informationsgehalt und wo bekommt man den ?
In diesem Beitrag jedenfalls nicht !

Account gelöscht!

21.04.2012, 08:07 Uhr

Oh Hilfe! Wollen wir jetzt eine Behördenstelle für Prüfungen der Begründungen für die Wohnortwahl einrichten? Aber das kommt dabei heraus, wenn man mit dem Totschlagargument der Gerechtigkeit unbedacht hantiert; das führt dann unweigerlich auch zu blödsinnigen Neiddebatten oder Bevormundungen.

Jeder Bürger hat die freie Wahl zu entscheiden, wo er wohnen will; seine Gründe gehen nur ihn etwas an und die Konsequenzen bezüglich der Entfernungen vom Arbeitsplatz muß er mit sich und mit seinem Arbeitgeber abklären.

Wer Kosten dafür aufwenden muß, daß er Einkünfte erzielt, kann diese auch absetzen, soweit sie nicht rein privaten Vergnügungen dienen - aber das würde das Finanzamt bei exorbitantem Aufwand sicher mit dem Steuerzahler abklären.

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