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14.08.2012

13:25 Uhr

Stimmt es, dass...

Wurden die Libor-Manipulationen geduldet?

VonNorbert Häring

Das Verhalten des mächtigsten Notenbankchefs im Libor-Skandal ist beinahe lächerlich. Und ein Zeichen, dass die Rolle der Zentralbanken und der übrigen Regulierer des Finanzmarkts endlich neu debattiert werden muss.

Norbert Häring

Norbert Häring ist Korrespondent in Frankfurt.

Die großen internationalen Banken haben für ihre Rolle bei der Herbeiführung der Weltfinanzkrise Kritik mehr als verdient. Aber die öffentliche Erregung, die derzeit wegen der Manipulation des Referenzzinssatzes Libor über sie hereinbricht, ist irritierend. Es war damals ein offenes Geheimnis, dass die Banken, die Sätze teilweise recht frei erfanden, die sie angeblich für Kurzfristkredite von anderen Banken bezahlten und an den britischen Bankenverband zur Berechnung des Libors meldeten. Das konnte jeder Fachmann allein schon daraus ableiten, dass während der Krise zeitweise fast gar kein Geldmarkt unter Banken mehr stattfand.

Alle einflussreichen Regulierer wussten es. US-Notenbankpräsident Ben Bernanke hat sich kürzlich vor dem Kongress damit verteidigt, dass seine Notenbank, genauer die Federal Reserve of New York, schon 2008 die Bank von England darauf hingewiesen habe, dass mit dem Libor etwas nicht stimme. Inzwischen hat die für das Weltfinanzzentrum New York zuständige regionale Notenbank Dokumente offengelegt, die das belegen.

Dazu gehören Gespräche mit Leuten der britischen Barclays Bank, die im Zentrum der Anschuldigungen steht. Deren Mitarbeiter gaben schon 2008 freimütig Manipulationen zu. Damals wussten also mindestens Ben Bernanke, New York Fed Präsident Tim Geithner und der Chef der Bank von England, Mervyn King von den Manipulationen. Geithner wurde wenig später Finanzminister. Der amerikanische Finanzminister wusste es also auch. Passiert ist vier Jahre lang nichts.

Kommentare (2)

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15.08.2012, 10:26 Uhr

Herr Häring hat weitgehend Recht. Die Manipulation von Libor und Euribor war in kritischen Monaten sogar erwünscht, um Panik aus dem System zu nehmen und die Rückkehr zu einer gewissen Normalität zu erleichtern.

Obwohl durchschaubar, haben auch die Medien diese Praxis damals nicht kritisiert. Insofern überzieht Herr Häring in diesem Punkt bei seiner Kritik der Zentralbanken, die ansonsten gerechtfertigt ist.

pendler

15.08.2012, 11:07 Uhr

Die Medien in Deutschland sind eben gut erzogen. sie sollen schließlich unterhalten und den Menschen die Langeweile nehmen. Kein normaler Mensch würde je auf die Idee kommen, dass er hier objektiv und ungefiltert informiert wird.

allerdings stimmt das Datum.
Und man gut erkennen, wie die Stimmungsmacher gerade programmiert werden.

Oder habt man hier schon mal gelesen, dass die angeblichen syrischen Rebellen nur internationale Söldner sind, die vom CIA / Mossad ausgebildet und bezahlt und mit Waffen beliefert werden?



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