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22.12.2015

09:26 Uhr

Stimmung der Verbraucher

Deutsche zeigen „ausgeprägten Einkommensoptimismus“

Die Stimmung der Verbraucher bessert sich zum Jahresende hin merklich. Dabei spielen vor allem die guten Rahmenbedingungen hierzulande eine Rolle. Hinter dem Vorjahresniveau bleibt der Optimismus dennoch zurück.

Ein Passant geht mit vollen Einkaufstüten durch ein weihnachtlich geschmücktes Einkaufszentrum. Steigende Konjunktur- und Einkommenserwartungen sorgen laut den Marktforschern für eine hohe Anschaffungsneigung im Dezember. dpa

Konsumklima

Ein Passant geht mit vollen Einkaufstüten durch ein weihnachtlich geschmücktes Einkaufszentrum. Steigende Konjunktur- und Einkommenserwartungen sorgen laut den Marktforschern für eine hohe Anschaffungsneigung im Dezember.

Zum Jahresende steigt die Stimmung der Verbraucher in Deutschland wieder. Die Anschläge in Paris Mitte November und die damit auch hierzulande gestiegene Anschlagsgefahr schienen bei den deutschen Verbrauchern keinen Eindruck zu hinterlassen, die guten Rahmenbedingungen im Inland gewännen offenbar an Gewicht, erklärte das Marktforschungsunternehmen GfK am Dienstag in Nürnberg. Es herrsche ein „ausgeprägter Einkommensoptimismus“.

Nach vier Rückgängen in Folge steige das Konsumklima voraussichtlich leicht von 9,3 Punkten im Dezember auf 9,4 Punkte im Januar, wie die GfK mitteilte. Demnach liegt die Konjunkturerwartung der Verbraucher wieder im positiven Bereich. Die GfK verwies auf die Wirtschaftsweisen, die ein Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent im kommenden Jahr prophezeit hatten. Damit werde die Beschäftigung weiter zunehmen - und die Sorge der Verbraucher, den Job zu verlieren, abnehmen. Dies wiederum werde den Konjunkturoptimismus stärken.

Das sind die Wachstumsgaranten der deutschen Exporteure

USA

Die Vereinigten Staaten sind erstmals wichtigster deutscher Absatzmarkt und verdrängen damit Frankreich nach mehr als einem halben Jahrhundert. Beflügelt vom schwachen Euro zogen die Exporte in die weltgrößte Volkswirtschaft im ersten Halbjahr 2015 um fast 24 Prozent auf 56 Milliarden Euro an. Ein weiterer Grund für diesen Boom ist das robuste Wachstum der US-Wirtschaft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für 2015 mit einem Anstieg des US-Bruttoinlandsprodukts um 2,5 Prozent und für 2016 mit 3,0 Prozent. Wegen geringerer Energiekosten werden zudem viele Fabriken und Produktionsstätten hochgezogen, für die Maschinen und Ausrüstungen aus Deutschland importiert benötigt werden.

Indien

Lange stand das Land im Schatten des benachbarten China. Doch sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr dürfte Indien deutlich schneller wachsen als die Volksrepublik. Der IWF sagt jeweils ein Plus von 7,5 Prozent voraus. Vom Aufschwung in dem nach China bevölkerungsreichsten Land der Welt profitiert Deutschland bereits: Die Ausfuhren dorthin zogen im ersten Halbjahr um fast ein Fünftel auf knapp fünf Milliarden Euro an.

Südafrika

Noch besser läuft es in der nach Nigeria zweitgrößten Volkswirtschaft Afrikas: Die deutschen Exporte dorthin nahmen in den ersten sechs Monaten gleich um 28 Prozent zu - auf insgesamt 4,9 Milliarden Euro. Zwar ist die Konjunktur eher mau, doch der Staat investiert viel Geld in die Infrastruktur - von Energie über Wasser bis hin zu Straßen. Die deutsche Wirtschaft hat die dafür passenden Produkte im Angebot und profitiert davon ebenso wie von einer konsumfreudigen, wachsenden Mittelschicht.

Euro-Zone

Nach Jahren der Krise fasst die Währungsunion wieder Tritt. Bestes Beispiel dafür ist Spanien, das im zweiten Quartal so kräftig wuchs wie seit über acht Jahren nicht mehr. Der Appetit auf Waren "Made in Germany" nimmt entsprechend zu: Die deutschen Ausfuhren nach Spanien legten in der ersten Jahreshälfte um mehr als elf Prozent auf rund 19,5 Milliarden Euro zu, die in die gesamte Euro-Zone um fast fünf Prozent auf rund 220 Milliarden Euro.

Großbritannien

Das Land ist bereits der drittgrößte deutsche Exportkunde. Dennoch legten die Ausfuhren dorthin im ersten Halbjahr um starke 9,4 Prozent auf 45 Milliarden Euro zu. Auch hier sorgt der schwache Euro für einen Extra-Schub, verbilligt er doch deutsche Waren auf der Insel. Außerdem befindet sich auch Großbritannien in einem Aufschwung: In diesem Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt mit 2,5 Prozent deutlich kräftiger wachsen als in der Euro-Zone mit 1,5 Prozent, wie der IWF erwartet.

In Folge lege auch die Einkommenserwartung zu - wegen des robusten Arbeitsmarktes und wegen der tariflichen Zuwächse, wie die GfK erklärte. Weil die Inflation niedrig ist, verfügten die Verbraucher über „deutliche reale Einkommenszuwächse“.

Steigende Konjunktur- und Einkommenserwartungen sorgen laut den Marktforschern für eine hohe Anschaffungsneigung im Dezember. Zum Jahresende liege der hier gemessene Index fast auf Vorjahresniveau. „Die deutschen Konsumenten lassen sich ihre Konsumlaune offenbar nicht durch Flüchtlingskrise und Terrorgefahr trüben", lautet das Fazit der GfK. Sie befragt monatlich rund 2000 Menschen, die repräsentativ für die deutsche Bevölkerung sind.

Von

afp

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