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07.03.2016

13:47 Uhr

Straf- und Niedrigzinsen

Japans Notenbank will Geldpolitik nicht weiter lockern

Seit Anfang des Jahres verlangt Japans Notenbank Strafzinsen. Doch sie haben weder den Aktienmarkt gestärkt noch den Yen-Anstieg gebremst. Weitere Schritte seien jedoch nicht geplant, verkündete die Bank jetzt.

Notenbankchef Haruhiko Kuroda: Auswirkungen der Strafzinsen prüfen. AFP; Files; Francois Guillot

Bank of Japan

Notenbankchef Haruhiko Kuroda: Auswirkungen der Strafzinsen prüfen.

TokioJapans Notenbankchef Haruhiko Kuroda hat vorerst keine Eile damit, die Geldschleusen weiter zu öffnen. Für die Währungshüter sei es jetzt an der Zeit, zunächst die konjunkturellen Auswirkungen der Strafzinsen für Banken genau zu prüfen, kündigte der Gouverneur der Bank of Japan (BoJ) am Montag an. Er signalisierte damit, dass derzeit keine weiteren geldpolitischen Schritte anstehen dürften.

Doch womöglich handelt es sich nur um eine Atempause: Bei Bedarf könne die Notenbank nachlegen, sagte Kuroda. Er versucht bereits seit Jahren mit massiven Anleihenkäufen, die unerwünscht niedrige Inflation anzuheizen. Falls sich keine durchgreifenden Erfolge auf diesem Weg abzeichnen, rechnen Experten mit einer weiteren Verschärfung des Strafzinses gegen Mitte des Jahres.

Eckpunkte der neuen japanischen Geldpolitik

Festes Inflationsziel

Die Bank von Japan legt sich fest: Innerhalb von zwei Jahren wird sie eine Inflationsrate von zwei Prozent erreichen.

Verdoppelung der Geldbasis

Die Geldbasis soll von jetzt 138 Billionen Yen auf 270 Billionen Yen im Jahr 2014 steigen. Umgerechnet geht es um eine Steigerung von 1,05 Billionen Euro auf 2,05 Billionen Euro.

Kauf von Staatsanleihen

Die Bank von Japan will 77 Prozent des frischen Zentralbankgelds in Staatsanleihen mit langer Laufzeit investieren. Die durchschnittliche Laufzeit ihrer Staatsanleihen soll von drei auf sieben Jahre steigen.

Dauer der Maßnahmen

Die Zentralbank legt sich darauf fest, so lange an der expansiven Geldpolitik festzuhalten, bis sie ihr Inflationsziel erreicht hat.

Aussetzung des Banknoten-Prinzips

Die Bank von Japan setzt zeitweilig das Banknoten-Prinzip außer Kraft, wonach sie nicht den Wert der im Umlauf befindlichen Banknoten überschreiten darf.

Bislang hat die Entscheidung der BoJ vom Januar, den Instituten für das Parken von Geld bei der Zentralbank eine Strafgebühr aufzubrummen, allerdings kaum die gewünschten Folgen gehabt. Weder gab es Rückenwind für den Aktienmarkt, noch wurde der Anstieg des Yen gebremst, der japanische Produkte im Ausland verteuert und so die Wettbewerbsfähigkeit der Exporteure schmälert.

Zudem hat die Konjunktur zuletzt den Rückwärtsgang eingelegt. Kuroda äußerte sich nun allerdings zuversichtlich zu den Wirtschaftsaussichten. Derzeit überwiege die massive Risikoscheu der Investoren weltweit noch die positiven Folgen der geldpolitischen Schritte. Doch erwarte er einen „sehr kräftigen“ Schub für die Wirtschaft. So würden die Strafzinsen langfristig zu niedrigeren Kreditkosten führen und Firmen veranlassen, ihre Investitionen hochzufahren.

Chinesische Zentralbank: Devisenreserven auf tiefstem Stand seit 2011

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Die Devisenreserven in China schrumpfen weiter drastisch. Im Februar gingen sie um fast 29 Milliarden auf 3,2 Billionen Dollar zurück, so tief wie zuletzt im Dezember 2011. Wie lange wird das noch gutgehen?

Die Ratingagentur Moody's warnt allerdings vor Abwärtsrisiken für die Wirtschaft, die der Regierung in Tokio die Konsolidierung der Finanzen erschweren könnten. Sie sagt Japan für 2016 ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt von einem Prozent voraus. Doch wegen der jüngsten Wachstumsschwäche des Landes sei diese Vorhersage mit Risiken behaftet, sagte Moody's Analyst Christian de Guzman. Der japanische Staat hat einen der größten Schuldenberge der Welt angehäuft: 2014 entsprach er mehr als 226 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Von

rtr

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