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18.05.2011

23:20 Uhr

Straffere Geldpolitik

US-Notenbank will weg von Nullzins-Politik

VonReuters

Die US-Notenbank diskutiert über einen Ausstieg aus der Nullzins-Politik. Das könnte mit Zinsanhebungen enden. Doch über den richtigen Zeitpunkt gibt es Streit unter den Notenbankern.

Der historische Eingang der US-Notenbank Federal Reserve in Washington. Quelle: dapd

Der historische Eingang der US-Notenbank Federal Reserve in Washington.

WashingtonDie US-Notenbank wird bei ihrem Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik möglicherweise zunächst auf Zinsanhebungen setzen und erst danach Anleihen verkaufen. Auf der Fed-Sitzung Ende April sprach sich die Mehrheit der Teilnehmer für einen solchen Fahrplan aus, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll des Treffens hervorgeht.

Allerdings sei die Zeit für ein Anziehen der Geldpolitik noch nicht gekommen und stehe auch nicht unmittelbar bevor, hieß es. Zudem hätten die Notenbanker keinerlei Entscheidungen getroffen. Die Fed hatte im November beschlossen, bis Mitte 2011 Staatsanleihen im Volumen von rund 600 Milliarden Dollar aufzukaufen, um der Wirtschaft auf die Beine zu helfen.

Falls die Fed das volle Ankaufvolumen ausschöpfen sollte, wird sie seit Beginn der Finanz-Krise insgesamt 2,3 Billionen Dollar in die Wirtschaft gepumpt haben. Eine Mehrheit der Mitglieder bevorzuge, dass Anleihen erst dann verkauft werden sollten, wenn es eine erste Zinsanhebung gegeben habe, hieß es in dem Protokoll. Nahezu alle Teilnehmer hätten darüber hinaus dafür plädiert, als ersten Schritt hin zu einer Normalisierung dann zunächst die Erlöse aus Wertpapieren nicht wieder zu reinvestieren und danach - entweder zeitgleich oder zeitverzögert - dies auch bei Staatsanleihen so zu handhaben. Vorrang dabei habe der Rückzug aus immobilienbesicherten Papieren.

Fed-Chef Ben Bernanke hatte erst jüngst erklärt, die US-Wirtschaft benötige noch mehr Zeit, um sich nachhaltig von der schwersten Krise seit Jahrzehnten zu erholen. Bernanke hat vor allem den Arbeitsmarkt im Blick, auf dem es weiter eher düster aussieht. Allerdings gewinnen mit der anziehenden Teuerung in den USA nun die Befürworter einer Zinserhöhung an Einfluss. Zuletzt hatte etwa der Chef der Fed von Minneapolis, Narayana Kocherlakota, gesagt, die Fed könnte ihren Leitzins bereits Ende dieses Jahres anheben.

Bislang waren viele Fachleute davon ausgegangen, dass der Schlüsselzins noch bis weit ins kommende Jahr bei 0 bis 0,25 Prozent bleibt. Allerdings lag die Inflationsrate im April bei 3,2 Prozent und damit weit über dem inoffiziellen Zielwert der Fed von etwa zwei Prozent. Der Dollar stieg am Mittwochabend zum Euro leicht an. Das Protokoll zeige, dass die Diskussion bei der Fed nun auf eine Normalisierung der Geldpolitik fokussiert sei, sagte der Analyst Omer Esiner von Commonwealth Foreign Exchange. Er erwarte zwar keinerlei Änderungen in der nahen Zukunft. Es sei aber klar, dass die Fed definitiv mit einer Ausstiegs-Strategie liebäugele. „Das legt nahe, dass der Dollar als Folge steigender US-Zinsen im weiteren Jahresverlauf wohl einige Unterstützung bekommen wird.“

Kommentare (7)

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18.05.2011, 23:55 Uhr

Hab ich etwas verpasst? Wann wurden die Probleme der Finanz- und Wirtschaftskrise gelöst? Und vor allem wie?...

keeper

19.05.2011, 01:36 Uhr

aber logo.

... wie sieht die Situation und die aktuelle Entwicklung mit der US-Neuverschuldung gleich nochmal aus?

... und jetzt muss the "lame duck" auch noch sparen...
-> das wird die US-Konjunktur aber gar nicht freuen!

Fazit: das mit der Zinsanhebung wird wohl nix.

... Vielleicht nach einem Währungsschnitt. wenn der US-Immobilienbesitzer wieder schuldenfrei ist, wieder draufloskonsumieren kann, und die USA sowie die Exportnationen wieder boomen was die Ressourcen hergeben, ja dann steht wohl die nächste Zinsanhebung wirklich vor der Türe.

... aber zuerst muss es nochmal scheppern.
Anders lässt sich die Entschuldungsaktion politisch nicht vermitteln.

MoneyMaster

19.05.2011, 02:49 Uhr

klar will das private Unternehmen, die US Federal Reserve Bank die Zinsen anheben. Zinsen fuer die Billionen Dollar gehen an die Shareholders der US Federal Reserve, nicht an die US Regierung/Steuerzahler.

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