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30.10.2013

22:29 Uhr

Stresstests

Weidmann will Staatsanleihen mitberücksichtigen

Jens Weidmann hält Staatsanleihen offenbar nicht für risikolos. Der Bundesbankchef hat sich am Abend dafür ausgesprochen, die Wertpapiere bei den Bankenstresstests zu berücksichtigen. Nur so könne Vertrauen herrschen.

Jens Weidmann: Staatsanleihen bei den Stresstests mitberücksichtigen. dpa

Jens Weidmann: Staatsanleihen bei den Stresstests mitberücksichtigen.

DarmstadtDer anstehende Stresstest für die 128 größten europäischen Banken durch die EZB und die Bankenaufsichtsbehörde EBA muss nach Ansicht der Bundesbank auch die Staatsanleihenbestände der Finanzinstitute umfassen. Der Stresstest werde dann erfolgreich sein, wenn das Vertrauen in die Banken zurückkehre. „Und dabei sollten beispielsweise auch Staatsanleihenbestände in den Bankbilanzen gestresst werden, was derzeit in der Diskussion ist“, sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann am Mittwoch in Darmstadt.

Zudem hat Weidmann die geplanten Regeln zur Abwicklung von Banken im Euroraum kritisiert. Sie würden noch immer zu viele Ausnahmen erlauben, die nicht zur Disziplinierung durch die Märkte beitrügen, sagte Weidmann am Mittwoch in Darmstadt.

Zahlungsausfälle von Staaten und großen Banken müssten möglich sein, ohne dass das Finanzsystem in Gefahr gerate oder Steuerzahler belastet würden, so der oberste deutsche Währungshüter, der zugleich im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) sitzt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) beginnt in diesen Tagen damit die größten Banken der Währungsunion auf Herz und Nieren zu prüfen, bevor sie ab November 2014 deren Aufsicht übernimmt. Teil dieser Prüfung ist ein Stresstest, bei dem untersucht wird, ob Banken gut für Probleme etwa am Immobilienmarkt oder eine Rezession gerüstet sind. Bislang gelten Staatsanleihen in den Bankbilanzen als risikolos. Die Bundesbank fordert wegen der Erfahrungen in der Schuldenkrise seit längerem dies zu ändern.

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