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22.01.2014

12:35 Uhr

Studie

Neue Fed-Politik hilft Deutschland

Die US-Notenbank hat begonnen, ihre ultralockere Geldpolitik zu beenden. Laut einer Studie wird gerade Deutschland davon profitieren. Das ohnehin gebeutelte Spanien hingegen werde besonders darunter leiden.

Die Fed will in Zukunft ihre Geldschleusen etwas schließen: Verlierer sind vor allem Schwellenländer. Reuters

Die Fed will in Zukunft ihre Geldschleusen etwas schließen: Verlierer sind vor allem Schwellenländer.

DavosDas Auslaufen der Krisenpolitik der US-Notenbank wird nach Ansicht von Wirtschaftsexperten Deutschland einen weiteren Schub geben. Neben der weltgrößten Volkswirtschaft USA dürfte unter anderem auch die Bundesrepublik vom Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik durch die US-Notenbank profitieren. Das geht aus einer am Mittwoch beim Weltwirtschaftsforum in Davos vorgestellten Befragung der Wirtschaftsberatungsgesellschaft FTI unter 1064 Entscheidungsträgern hervor.

Erwartet wird, dass mit dem Wechsel der Geldpolitik in den USA auch die internationalen Finanzströme ihre Richtung ändern werden. Demnach dürften Anleger verstärkt in Volkswirtschaften investieren, die gemeinhin als besonders wettbewerbsfähig gelten.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Mit erheblichen Belastungen rechnen die Experten hingegen für jene Staaten, die stark von Investitionen aus dem Ausland abhängen oder deren Wirtschaftskraft noch im Keller ist. Als Verlierer Nummer eins sehen die Befragten Spanien. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit habe das Land noch kein ausreichendes Vertrauen bei Investoren gewonnen. Ebenfalls auf der Verliererseite sieht die Studie Schwellenländer wie Indonesien, Brasilien und Südafrika sowie die Türkei und Polen. Dagegen dürften jene Staaten profitieren, deren Wirtschaft auf eigenen Füßen steht und die weitgehend unabhängig von Kapital aus dem Ausland sind - etwa China und Russland.

Als größte Sorge bezeichneten die Wirtschaftslenker in der Befragung, dass das Ende der lockeren Geldpolitik in den USA mit einer Inflation einhergehen könnte. „Die globale Wirtschaft ist stärker als je zuvor miteinander verbunden“, sagte FTI-Europachef Mark Malloch-Brown. „Deshalb müssen sich die Zentralbanken bei ihren Schritten gut abstimmen, um destabilisierende Effekte zu vermeiden.“ Die US-Notenbank hatte im Dezember den Einstieg in den Ausstieg ihrer Krisenpolitik begonnen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

22.01.2014, 12:56 Uhr



Sollte es Puerto Rico mit seinem Anleihensumpf zerreissen, fliegt Berni wieder seinen Heli.

Seid ihr HBler Hellseher oder schreibt ihr nur ab ?

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