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30.04.2012

13:31 Uhr

Studie

Weltweite Arbeitslosigkeit auf Rekordniveau

Die globale Beschäftigungssituation bleibt sehr angespannt. In Europa wird es noch lange dauern, bis sie das Niveau vor der Finanzkrise erreicht. Deutschland bildet eine der wenigen Ausnahmen.

Die Daten zu weltweiten Arbeitslosenzahlen sind alarmierend. dapd

Die Daten zu weltweiten Arbeitslosenzahlen sind alarmierend.

GenfDie Lage auf den Arbeitsmärkten in den meisten Ländern der Welt ist der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zufolge alarmierend. Die Sparpakete der Länder und scharfe Reformen am Arbeitsmarkt hätten nicht zur Schaffung neuer Stellen geführt, teilte die Sonderorganisation der Vereinten Nationen in der Nacht zum Montag in ihrem Jahresbericht mit.

Job-Migration

Spanische Fachkräfte für Deutschland

Job-Migration: Spanische Fachkräfte für Deutschland

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Besonders Europa kommt schlecht weg. Die Regierungen hätten beim Thema Beschäftigung versagt, resümiert die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in ihrem neuen Bericht „Welt der Arbeit“. Mit ihren Sparprogrammen hätten sich vor allem südeuropäische Länder darauf konzentriert, ihre Defizite zu kürzen, anstatt Arbeitsplätze zu schaffen. Dies habe zu Verschlechterungen bei der Beschäftigung geführt.

Ende 2011 seien weltweit 196 Millionen Menschen arbeitslos gewesen, Ende 2012 werden es 202 Millionen sein, hieß es. In den Industrieländern und dort vor allem in Europa werde die Beschäftigung nicht vor Ende 2016 wieder das Vor-Krisen-Niveau von 2008 erreichen. Die ILO hatte bislang eine solche Besserung bis Ende 2014 erwartet.

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit 183 Mitgliedsstaaten. Dabei sind auch die jeweiligen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen mit Sitz und Stimme vertreten.

Die schlechte Entwicklung werde einhergehen mit einer Abschwächung der Produktion. 40 Prozent der Arbeitslosen in den entwickelten Ländern im Alter zwischen 25 und 49 Jahren hätten bereits seit mehr als einem Jahr keinen Job mehr, erklärte die ILO. Vor allem unter den jungen Erwachsenen habe sich die Zahl der Arbeitslosen stark erhöht, was zu einem steigenden Risiko sozialer Unruhen etwa in Afrika und dem Nahen Osten führe.

Deutschland indes gehört der Organisation zufolge ebenso wie Österreich zu den wenigen Ländern, die seit 2007 steigende Beschäftigungsraten haben.

Chinas leere Werkbank

Video: Chinas leere Werkbank

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Von

rtr

Kommentare (23)

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Oeconomicus

30.04.2012, 04:28 Uhr

"Deutschland zählt weltweit zu den Lichtblicken"

Wer diesen Artikel liest ist sehr gut beraten die "Cui-bono-Frage" aufzuwerfen.

Die vermeintlichen "Lichtblicke" beziehen sich sicher auf die Unternehmen der Zeitarbeitsbranche und ihrer Kunden.

Wie die nachfolgende Recherche des ZDF gesehen hat, wird wohl eher von brutalen Sklaverei-Methoden zu Lasten der betroffenen Menschen sprechen:

http://www.tvspielfilm.de/tv-programm/sendung/zdfzoom,107028911427.html

ZDFzoom: Jobmotor oder Ausbeutung?

Zeitarbeit - was hat es damit auf sich? Reporter Christian Bock wollte es genau wissen, hat undercover angeheuert - und gleich bei seinem ersten Einsatz Überraschungen erlebt.

Teil I - [14:19 Min]
ZDFzoom: Jobmotor oder Ausbeutung?

http://www.youtube.com/watch?v=pdqqtUQS5Ok

Teil II - [14:08 Min]
http://www.youtube.com/watch?v=CBYac1pfUOs&feature=relmfu

Fazit:
Organisierter Betrug und Sklaverei ... an der Stelle wäre es doch mal spannend, den "Schnarchtönen" unserer Justiz zu lauschen.

kkk

30.04.2012, 07:13 Uhr

Ich bin selbst Unternehmer und beschäftige bis zu 10 Unternehmensfremde Mitarbeiter um Spitzen abzudecken.
Ich setze diese Mitarbeiter hauptsächlich für schwere arbeiten ein um meine Mitarbeiter zu schonen. Ich setze nicht nur ZA ein sondern auch Bauhelfer von Baufirmen die einen MA übrig haben.
Ich zahle pro MA 17€ an die ZA Firma und diese bekommen dann etwa 7,80 Brutto davon wobei die ZA-Firma noch die eigenen Abgaben zahlt.
Ohne ZA wäre mein Geschäft so nicht darstellbar da ich im Monat etwa 2 Spitzentage habe und deshalb mein MA Stamm nicht um 11 Leute hochschrauben kann.

Trotzdem halte ich das ZA System für Abzocke und finde dass dies in staatliche Hand gehört. Problem dabei ist aber dass dann wieder die lieben Beamten aggieren und man jedem Beamten in den Arsch krichen muss um etwas zu bewegen. Die AA macht es sich leicht und gibt jedem ALG2 Empfnger eine Liste mit 30 ZA FIrmen damit diese sich dann dort bewerben. Aus meiner Sicht gehören diese Leute in den Knast.

Für Unternehmen wie mich gibt es keine andere Lösung des Problems als mit den ZA Firmen zusammen zu arbeiten. Die ZA MA werden von uns jedoch in keiner Form abwertend behandelt

Mollemopp

30.04.2012, 07:17 Uhr

"In Europa wird es noch lange dauern, bis sie das Niveau vor der Finanzkrise erreicht. Deutschland bildet eine der wenigen Ausnahmen."

Der 1.Satz liest sich, als wäre die Finanzkrise vorbei. Alle sind glücklich und froh über die Sparmaßnahmen und Steuererhöhunge. Ach nein, das nennt man ja heute Reformen. Ich vergaß. Nur die Jobs dauern halt noch ein bisschen.
Der 2.Satz sollte jedem europäischen Land, als negatives Beispiel dienen. Wenn jedes Land seine Bevölkerung mit geschönten Arbeitslosenzahlen und mit Zeitarbeit einen Jobboom vorgaukeln würde, dann könnte man offiziell gut da stehen. Nur hinter der Fassade stehen halt die Menschen, die es betrifft. Und die wenden sich von der Verlogenheitspolitik ab.

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