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20.04.2015

13:53 Uhr

Tabaksteuer

Raucher bringen Fiskus mehr Geld ein

Geld durch Raucher: Im ersten Quartal sind die Einnahmen aus der Tabaksteuer wieder angestiegen – auf 161 Millionen Euro. Eine neue EU-Richtlinie sorgt aber für Einbußen. Und auch mit der Statistik gibt es ein Problem.

Eine Zigarette qualmt in einem Aschenbecher vor sich hin: Raucher müssen für ihre Sucht tiefer in die Tasche greifen. ap

Zigaretten im Aschenbecher

Eine Zigarette qualmt in einem Aschenbecher vor sich hin: Raucher müssen für ihre Sucht tiefer in die Tasche greifen.

WiesbadenDeutschlands Raucher haben dem Staat im ersten Quartal 2015 mehr Steuereinnahmen eingebracht als ein Jahr zuvor. Insgesamt wurden von Januar bis Ende März Tabakwaren im Verkaufswert von 5,2 Milliarden Euro versteuert, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte.

Das waren 161 Millionen Euro oder 3,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die versteuerten Tabakwaren spülten knapp 3 Milliarden Euro in die Staatskasse, der Rest ging etwa an die Tabakindustrie oder die Händler.

Vor allem Zigaretten waren bei Rauchern beliebt: Mit 16,1 Milliarden Stück wurden 0,4 Prozent mehr Glimmstängel verkauft als 2014. Der versteuerte Verkaufswert stieg auch infolge der Erhöhung der Tabaksteuer mit plus 3,2 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro deutlich kräftiger.

Laut der Behörde wuchs auch die Menge des versteuerten Feinschnitt-Tabaks zum Selberdrehen um 1,2 Prozent. Die Zahlen ergeben sich aus den Bestellungen von Steuerzeichen für Packungen. Die Statistik gibt also nicht den tatsächlichen Tabakkonsum wieder.

Einbußen gab es hingegen beim Pfeifentabak. Die verkaufte Menge ging hier um 12,6 Prozent auf 289 Tonnen zurück. Bei versteuerten Zigarren und Zigarillos schrumpfte der Absatz sogar fast um die Hälfte (minus 42,1 Prozent).

Diesen starken Rückgang begründeten die Statistiker mit einer Änderung der EU-Tabakrichtlinie: Seit Januar müssen Eco-Zigarillos, deren Deckblatt aus verarbeitetem Tabak besteht, als Zigaretten versteuert werden. Im Verhältnis zu verkaufsstärkeren Erzeugnissen wie Zigaretten macht sich das Minus von 18,2 Prozent in der Staatskasse aber weniger bemerkbar.

Größeren Schaden richtet der Handel im Ausland an: Der Deutsche Zigarettenverband (DZV) geht davon aus, dass mehr als jede fünfte in Deutschland gerauchte Zigarette nicht hierzulande versteuert wird. 140 Millionen Stück stellte der Zoll allein im vergangenen Jahr sicher. Die Grenzländer Polen und Tschechien zählen nach Angaben des Verbands zu den größten Absatzmärkten für Zigaretten

Von

dpa

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