Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.02.2005

07:26 Uhr

Tagesgeld-Zins nun bei 2,5 Prozent

US-Notenbank erhöht den Leitzins

Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins wie erwartet zum sechsten Mal in Folge um 25 Basispunkte angehoben und erneut weitere moderate Erhöhungen signalisiert.

HB WASHINGTON. Nach dem einstimmig gefassten Beschluss des Fed-Offenmarktausschusses liegt der Schlüsselzins in den USA mit 2,50 % einen halben Prozentpunkt höher als in der Euro-Zone. Die Währungshüter bekräftigten ihre Einschätzung, wonach die weiter lockere Geldpolitik in einem maßvollen Tempo gestrafft werden kann, um Inflationsgefahren vorzubeugen. Die Erklärung der Fed zur Wirtschaftslage war in allen Punkten identisch mit der Stellungnahme nach der vergangenen Sitzung am 14. Dezember. Experten erwarten einmütig eine weitere Zinserhöhung um 25 Basispunkte beim nächsten Fed-Treffen am 22. März.

Die Auf- und Abwärtsrisiken für die Preisstabilität und das Wirtschaftswachstum hielten sich in etwa die Waage, bekräftigte die Notenbank ihre Haltung, die auf eine Fortsetzung ihres im Juni begonnen Zinserhöhungskurses hindeutet. „Die Produktion scheint weiter moderat zu wachsen trotz des Anstiegs der Energiepreise.“ Zudem verbesserten sich die Bedingungen am Arbeitsmarkt kontinuierlich.

Ende Juni hatte die Fed mit der ersten Erhöhung seit vier Jahren die Zinswende in den USA eingeleitet, um im Zuge des Wirtschaftsaufschwungs Gefahren für die Preisstabilität zu begegnen. Die US-Wirtschaft war 2004 mit 4,4 % so stark gewachsen wie seit fünf Jahren nicht mehr. Mit Spannung blicken Volkswirte nun auf die Arbeitsmarktdaten für Dezember, die am Freitag veröffentlicht werden sollen. Der Arbeitsmarkt hinkt der Konjunkturbelebung derzeit noch etwas hinterher.

Bis zum Jahresende erwarten Analysten bei den sieben noch ausstehenden Sitzungen der Fed weitere Zinserhöhungen. Doch strittig ist unter Volkswirten, welches Zinsniveau in den USA als neutral bezeichnet werden kann, bei welchem Zinssatz also weder Inflation angetrieben noch Wachstum behindert wird. Die meisten Experten sehen dieses Niveau in der weiten Spanne zwischen 3,0 und 4,5 % erreicht.

Diese Sitzung des Offenmarktausschusses war eines der beiden zweitägigen Treffen dieses Jahres. Sie diente der Vorbereitung der halbjährlichen Kongress-Anhörungen von Fed-Chef Alan Greenspan zur Geldpolitik, die am 16. und 17. Februar geplant sind. Viele Volkswirte hatten zudem erwartet, dass die Währungshüter über strategische Fragen wie die Aufstellung eines Inflationsziels beraten würden. Inwiefern dies tatsächlich geschehen ist, dürfte erst nach der Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle am 23. Februar klar sein.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×