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31.08.2012

10:37 Uhr

Tariferhöhungen

Beschäftigte haben real mehr Geld

Beschäftigte im öffentlichen Dienst, in der Metall- und Elektroindustrie und in etlichen kleineren Branchen haben im ersten Halbjahr 2012 von der guten Stimmung in der Wirtschaft profitiert. Real haben sie mehr Geld.

Eine Hand nimmt eine Euro-Münze aus einem Geldbeutel, in dem sich weitere Münzen befinden. dpa

Eine Hand nimmt eine Euro-Münze aus einem Geldbeutel, in dem sich weitere Münzen befinden.

WiesbadenDie gute Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat vielen Beschäftigten im ersten Halbjahr ein kräftiges Tarifplus beschert. Von Januar bis Juni vereinbarten die Tarifvertragsparteien für viele Wirtschaftszweige Entgelterhöhungen von 3,5 Prozent und mehr, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit.

Auch in anderen Branchen können sich Menschen über mehr Geld im Portemonnaie freuen: Bei ihnen traten Tariferhöhungen in Kraft, die bereits in den Vorjahren beschlossen worden waren. Allerdings fielen diese in der Regel niedriger aus, betonten die Statistiker.

Auch real haben die Tarifbeschäftigten mehr Geld in der Tasche: Im Juni hatte die Inflation mit 1,7 Prozent den niedrigsten Stand seit Ende 2010 erreicht. Im August zogen die Verbraucherpreise etwas an und lagen um 2,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.

Zu Jahresbeginn fiel die Entscheidung über die Löhne der Beschäftigten im öffentlichen Dienst bei Bund und Gemeinden. Der Tarifabschluss sieht Entgeltsteigerungen von 3,5 Prozent ab März 2012 sowie von jeweils 1,4 Prozent ab Januar und August 2013 vor. Die Laufzeit beträgt 24 Monate.

In der Metall- und Elektroindustrie einigten sich die Tarifvertragsparteien auf ein Plus von 4,3 Prozent ab Mai 2012 für 13 Monate. Der Abschluss in der chemischen Industrie spült ab Juli für 18 Monate 4,5 Prozent mehr in die Lohntüte der Beschäftigten.

Über ähnlich kräftige Entgelterhöhungen konnten sich Mitarbeiter kleinerer Branchen freuen, etwa im Hotel- und Gaststättengewerbe in Bremen (durchschnittlich 4,1 Prozent) oder im Kraftfahrzeughandel in Baden-Württemberg (4,0 %) und Hessen (3,8 %).

Nicht gar so üppig fiel das Plus in Branchen aus, die ihre Abschlüsse schon früher beschlossen hatten. So mussten sich die Beschäftigten im Groß- und Außenhandel mit 2,4 Prozent mehr begnügen, im Baugewerbe West mit 2,3 Prozent. Weitere Abschlüsse wurden etwa im Einzelhandel (2,0 %) wirksam.

Von

dpa

Kommentare (5)

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31.08.2012, 11:56 Uhr

Real haben sie nur dann mehr Geld, wenn sie nicht unter die Steuerprogression fallen, wenn sie massiv Energie sparen und deutlich weniger essen als in den letzten Jahren.

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31.08.2012, 12:08 Uhr

Was nutzt real mehr Geld bei real noch höheren Preisen?

Account gelöscht!

31.08.2012, 12:32 Uhr

Die verlogene Parole mit variablem Einkaufskorb von 2% Inflation glaubt doch keiner mehr. Die reale Inflation liegt über 4%. Also REAL doppelt so hoch. Liegt ihre Einkommenserhöhung nach Abzügen bei 4% oder darunter, dann stehen sie morgens auf und ihr Geld hat schon wieder weniger Kaufkraft.

Auch wenn man das Märchen von 2% Inflation 1000mal wiederholt, wird es nicht richtiger.

Nachzulesen im HB vom 12.04.12 von Christine Bortenlänger
Inflation - ein Leerstück

Schönen Tag noch.

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