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30.05.2014

11:14 Uhr

Tariflöhne

Tarifverdienste steigen stärker als Preise

Jahrelang profitierten die Arbeitnehmer kaum vom wirtschaftlichen Aufschwung Deutschlands. Nun steigen die Tarifverdienste doppelt so stark wie die Preise. Von dem Kaufkraftzuwachs profitiert der Einzelhandel.

Auf Lohn- und Gehaltsabrechnungen liegen Euromünzen: Die Tariflöhne legen kräftig zu. dpa

Auf Lohn- und Gehaltsabrechnungen liegen Euromünzen: Die Tariflöhne legen kräftig zu.

BerlinDie 19,5 Millionen Beschäftigten mit einem Tarifvertrag können in diesem Jahr erneut mit einem deutlichen Kaufkraftzuwachs rechnen. Ihre Monatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen erhöhten sich im ersten Quartal um durchschnittlich 2,3 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Sie legten damit fast doppelt so stark zu wie die Verbraucherpreise, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Die Inflationsrate lag von Januar bis März bei 1,2 Prozent. Bereits 2013 und 2012 waren die Tariflöhne und -gehälter mit 2,4 beziehungsweise 2,7 Prozent ebenfalls schneller gestiegen als die Preise (1,5 und 2,0).

„Die Reallöhne dürften in diesem Jahr deutlich steigen“, sagte der Leiter des Tarifarchivs des gewerkschaftsnahen WSI-Instituts, Reinhard Bispinck. In gut zwei Dritteln der Branchen und Tarifbereichen, in denen in diesem Jahr verhandelt wird, sei es bereits zu Abschlüssen gekommen. „Und die liegen zwischen 2,4 und knapp vier Prozent“, sagte Bispinck. In den noch ausstehenden Runden bewegen sich die Forderungen der Gewerkschaften zwischen 4,5 Prozent (Holz und Kunststoff) und sieben Prozent (Bauhauptgewerbe).

Umsatz des Einzelhandels in Deutschland im Internet insgesamt und im Weihnachtsgeschäft in den Jahren 2003 bis 2013

2003

Umsatz insgesamt: 11 Milliarden Euro

Umsatz Weihnachtsgeschäft: 2,8 Milliarden Euro

2004

Umsatz insgesamt: 13 Milliarden Euro

Umsatz Weihnachtsgeschäft: 3,3 Milliarden Euro

2005

Umsatz insgesamt: 14,5 Milliarden Euro

Umsatz Weihnachtsgeschäft: 3,6 Milliarden Euro

2006

Umsatz insgesamt: 16,3 Milliarden Euro

Umsatz Weihnachtsgeschäft: 4,1 Milliarden Euro

2007

Umsatz insgesamt: 18,3 Milliarden Euro

Umsatz Weihnachtsgeschäft: 4,6 Milliarden Euro

2008

Umsatz insgesamt: 20 Milliarden Euro

Umsatz Weihnachtsgeschäft: 5 Milliarden Euro

2009

Umsatz insgesamt: 21,9 Milliarden Euro

Umsatz Weihnachtsgeschäft: 5,5 Milliarden Euro

2010

Umsatz insgesamt: 23,7 Milliarden Euro

Umsatz Weihnachtsgeschäft: 5,9 Milliarden Euro

2011

Umsatz insgesamt: 26,1 Milliarden Euro

Umsatz Weihnachtsgeschäft: 6,5 Milliarden Euro

2012

Umsatz insgesamt: 29,5 Milliarden Euro

Umsatz Weihnachtsgeschäft: 7,4 Milliarden Euro

2013

Umsatz insgesamt: 33,1 Milliarden Euro*

Umsatz Weihnachtsgeschäft: 8,5 Milliarden Euro*

* Prognose

Quelle: Statista.de

Im ersten Quartal stiegen die tariflichen Monatsverdienste im Handel mit durchschnittlich 3,5 Prozent am stärksten, erklärte das Statistikamt. Im Verarbeitenden Gewerbe fiel das Plus mit 3,0 Prozent ebenfalls deutlich aus. Allerdings ist das Gefälle hier groß: Das höchste Plus erzielten die Beschäftigten in der Tabakverarbeitung (+5,4), während es bei den Herstellern von Leder, Lederwaren und Schuhen nur einen kleinen Zuwachs gab (+0,4). Bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern (+1,1) sowie in der Energieversorgung (+0,9) fielen die Zuwächse ebenfalls gering aus.

Die gute Lohnentwicklung schiebt die Binnenkonjunktur an. Im ersten Quartal wuchsen die privaten Konsumausgaben um kräftige 0,7 Prozent, während die Exporte nur um 0,2 Prozent zulegten. Die Einzelhändler hatten von Januar bis April 2,0 Prozent mehr in ihren Kassen als ein Jahr zuvor. Die Konsumlaune der Deutschen ist wegen der Rekordbeschäftigung und der Aussicht auf steigende Löhne derzeit so gut wie seit Jahren nicht mehr.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

30.05.2014, 13:13 Uhr

Fakt bleibt, dass Steuerprogression und Sozialabgaben alles wieder auffressen. Wo bleibt mehr netto nach den Jahren von immer weniger netto??? Was ist mit den milliardenschweren Entwertungen der Vorsorgerücklagen??? Es geht weiter massiv abwärts. Danke Einheitseuro und verfehlte deutsche Politik!

Account gelöscht!

30.05.2014, 13:38 Uhr

Die Tariflinge können sich wie ein Säugling in Mamas Arm fühlen, mit ihren rd. 3 % Gehaltserhöhung p.a.

Wer keinem Tarifvertrag unterliegt, hat oftmals viele Jahre Nullrunden zu erdulden, oder er kündigt und wechselt zu einem Arbeitgeber, der vielleicht mehr bietet.

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