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04.02.2008

18:35 Uhr

Tarifrunde

Kannegiesser setzt sich für höhere Nettolöhne ein

ExklusivGesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser setzt sich für höhere Nettolöhne ein und fordert die Politik auf, die Tarifverhandlungen zu entlasten. Die Schere zwischen Brutto- und Nettolöhnen sollte durch Steuersenkungen geschlossen werden, schreibt Kannegiesser in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt.

Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser. Foto: Archiv Quelle: dpa

Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser. Foto: Archiv

HB BERLIN. "Die Politik sollte prüfen, ob und wie sie hier einen konstruktiven Beitrag leisten kann. Die Tarifpolitik tut sich dann leichter, Bruttolöhne zu vereinbaren, welche unsere Weltmarktfähigkeit nicht wieder gefährden", schreibt Kannegiesser.

Eine ideale Lösung im Sinne der Unternehmen und ihrer Mitarbeiter wäre es, "erfolgsorientierte Lohnkomponenten bis zu einer bestimmten Grenze steuerlich zu entlasten, um damit gleichzeitig Erfolgsbeteiligungen zu begünstigen und die kalte Steuerprogression zu mindern", empfiehlt der Präsident des Arbeitgeberverbandes, räumt aber ein, dass es hier steuersystematische Probleme gebe. Dennoch müsse das Problem der kalten Steuerprogression gerade bei den mittleren Einkommen angegangen werden: "Das betrifft in unserer Branche die Gruppe der Facharbeiter, Techniker und Ingenieure. Selbstverständlich würde dies in unserem Interesse liegen, weil sich damit auch die Tarifpolitik entkrampfen ließe, die in diesem und im nächsten Jahr ohnehin in einer schwierigen Lage ist."

In der bevorstehenden "vermutlich kritischen Phase, in der wir Kaufkraft brauchen, aber nicht durch künstliche Blasen erkaufen dürfen" müsse einer Überbesteuerung entgegen gewirkt werden. Kannegiesser kritisiert in dem Beitrag, dass ein Alleinverdiener mit für die Metallbranche typischem Einkommen von einer dreiprozentigen Lohnerhöhung fast 52 Prozent an Lohnabzügen abgeben müsse. Das sei nicht ankzeptabel: "Wer nachvollzieht, dass die Menschen einen direkten Zusammenhang zwischen Einkommen und Arbeit spüren wollen, der muss sich für die Verringerung der Spanne zwischen Brutto und Netto einsetzen."

Arbeitgeber und Gewerkschaften könnten "mit bestem ordnungspolitischem Gewissen verlangen, dass der Staat 2008 wenigstens ein paar Kastanien für die Tarifpolitik aus dem Feuer holt", begründet der Gesamtmetall-Präsident seinen Vorstoß: "Schließlich haben sie mit einer beschäftigungsfreundlichen Tarifpolitik 2006/07 dafür gesorgt, dass die Funken der Konjunktur auf den Arbeitsmarkt übergesprungen sind."

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